Mois mit Ansage an Bushido & Ende von "Nice or Scheiss"

Der YouTuber Mois hat sich in einem knapp 50-minütigen Video sichtlich emotional an seine Fans und Gegner gewendet und unter anderem das Ende des erfolgreichen Formats "Nice or Scheiss" bekanntgegeben. Bei der Reaction-Sendung reagierten Mois und Manuellsen mit unterschiedlichen Gästen auf neue Musikvideos, hatten dabei bis weit über 100.000 Live-Zuschauer und sammelten teils vierstellige Spendensummen.

Mois beendet Sendung "Nice or Scheiss" mit Manuellsen

Man merkt Mois in seinem Video-Statement an, dass ihm die toxischen Kommentare, mit denen ein großer Teil der Deutschrap-Fans im Internet um sich schmeißt, an die Substanz gehen. Für jeden, der in den sozialen Medien arbeitet, durchaus relatable. Man könnte meinen, in der größeren Menge an Followern würden die Hater eher untergehen, aber tatsächlich müssen es schon allein rechnerisch viel mehr sein.

Mois kritisiert, dass man es niemandem recht machen könne. Sowohl Fans als auch Newcomer und etablierte Rapper würden sich regelmäßig beschweren – in der Regel natürlich über Bewertungen ihrer Kunst. Das und mehr nennt er als Gründe für das vorläufige Ende von "Nice or Scheiss", das mit einer anderen Sendung ersetzt werden soll, die er mit Manuellsen auf die Beine stellen will. Diesen will er künftig auch intensiver mit seinen Kanälen pushen, damit die Musik mehr Leute erreichen kann.

"Offiziell: Ihr seid hier unglücklich? Ich scheiß drauf. Es ist vorbei. 'Nice or Scheiss' ist offiziell aus."

Positiv hebt er hervor, dass angeblich 15-20 Acts durch nur sieben Folgen der Sendung einen Vertrag unterschrieben haben sollen – bei Mois' eigenem Label oder auch bei Majors. Seine in der Tat sehr wertvolle Reichweite will er nun keinen Newcomern oder anderen Rappern mehr schenken, nur um sich anschließend Beschwerden anzuhören.

Mois mit offensiver Ansage an Bushido

Dem Video vorausgegangen war ein eine Provokation von Bushido auf Instagram. In seiner Story schrieb der 41-Jährige vermeintlich über Mois, der gestern seinen neuen Song "Sucht" veröffentlichte: "Der Moment[,] wenn sich Deutschrapper, äh ich meine YouTube-Rapper, anhören wie ertrinkende Katzen."

Mois kündigte daraufhin an, "heute Abend mal paar Sachen" zu zeigen. Es folgte ein Screenshot der DMs zwischen den beiden, in denen sie sich für die Zeit nach Ramadan eine mehr oder weniger ehrenhafte Auseinandersetzung androhen.

Im 50-minütgen Video wendet Mois sich nach etwa 41:50 Minuten dem Thema Bushido zu. Zwischen Fronts unter anderem für die Zusammenarbeit Bushidos mit der Polizei verpackt der YouTuber subtil die Vermutung, dass Bushido wohl langsam wieder Promo für ein neues Album starten könnte.

"Er braucht für jede Promophase irgendeinen Beef. Der Grund, warum er geklickt wird, ist seit sechs Jahren, um zu hören, ob er jemanden disst."

Es folgen mehrere Provokationen der offensiveren Art, wie beispielsweise:

"Ich hole meinen minderjährigen Bruder. Versuch den mal wenigstens zum Hund zu machen! [...] Schaff's und ich geb dir Hand. Ansonsten spuck ich dich an. Auf Kamera."

Neben diesem eher weniger ernsten Angebot, das Bushido ohnehin niemals annehmen würde, bleibt die Ansage zwar angriffslustig aber wenig konkret. Wahrscheinlich besser so. Vielleicht ändert sich das aber nach dem Ende des Ramadan am 23. Mai. Womöglich läuft der Konflikt zwischen einem der größten YouTuber Deutschlands und einem der ehemals wichtigsten Rapper Deutschlands aber primär auf ein Duell der Fangemeinden heraus.

Hier weiß Mois eine leidenschaftliche Community hinter sich. Ob diese noch irgendwie an Bushidos verbliebenen Fans rütteln kann, ist jedoch fraglich. Am Ende profitiert wohl am ehesten Bushido von der Reichweite, die Mois eigentlich keinen Newcomern oder etablierten Rappern mehr schenken will. 

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Manuellsen mit Statement zu Gerichtsprozess mit Animus: "Wollte mich in den Knast bringen"

Manuellsen mit Statement zu Gerichtsprozess mit Animus: "Wollte mich in den Knast bringen"

Von Michael Rubach am 12.08.2020 - 15:15

Die Informationslage zu Manuellsens Auftritt vor Gericht war bisher eher übersichtlich. Dass der König im Schatten zu einer Bewährungsstrafe für seine letztjährige Attacke auf Animus verurteilt worden ist, schien jedoch einigermaßen gesichert. Nun hat Manuellsen ein langes Statement zu dem Gerichtsprozess folgen lassen, bei dem auch Animus selbst zugegen gewesen sein soll.

Manuellsen vs. Animus: 2 Versionen der Geschichte

Ein Streit zwischen Manuellsen und Animus fand vor über einem Jahr ein unrühmliches Ende in einer körperlichen Auseinandersetzung. Ein Video, das Animus offenbar bewusstlos zusammengesackt auf einem Stuhl zeigt, ließ zudem keinen Zweifel daran, dass sich der Konflikt auf unschönste Art und Weise zugespitzt hat.

Manuellsen erzählt in einem Live-Stream, dass er sich vor Gericht direkt schuldig bekannt habe. Er habe drei Backpfeifen an seinen ehemaligen Freund verteilt. Das erwähnt er gleich mehrfach. Weitere Aussagen zu dem gesamten Vorgang hätte er nicht getätigt. Das hieße: keine Angabe zu dem Motiv oder möglichen Mittätern. Der Ruhrpottler fasst es so zusammen:

"Ich hab' gehauen. Ganz einfach."

Als schließlich Animus den Zeugenstand betreten habe, sei Manuellsen auch ein ihm bekannter Anwalt aus Berlin aufgefallen. Die Vermutung liegt nahe, dass Manuellsen hier auf den juristischen Beistand von Bushido anspielt. Im Gegensatz zu ihm selbst sei Animus bereit gewesen, reichlich Angaben zum Tathergang zu machen – und zwar solche, die dazu geführt hätten, dass der passionierte Motorradfahrer einen innerlichen "Hassanfall" erlitten habe.

Animus Version der Auseinandersetzung unterscheidet sich laut Manuellsen nämlich vor allem in einem wichtigen Detail von seiner Darstellung. So sei gemäß Animus über die drei Backpfeifen hinaus auch ein Messer zum Einsatz gekommen. Des Weiteren soll Bushidos "CCN4"-Partner geschildert haben, wie es ihm trotz Bewusstlosigkeit gelungen sei, wahrzunehmen, dass Manuellsen mit einem Messer auf seinen Kopf geschlagen habe. Diese Beschreibung des Ablaufs hätte selbst die Richterin skeptisch gemacht. Manuellsen deutet diese Zeugenaussage seines ehemaligen Weggefährten so:

"Er wollte mich in den Knast bringen. Er wollte aus drei Backpfeifen einen versuchten Totschlag machen."

Die Erklärungen der anderen vorgeladenen Zeugen stuft Manuellsen hingegen als "korrekt" ein. Diese hätten auch nichts von einem Messer berichtet. Dadurch, dass Manuellsen sich eher schweigsam präsentiert habe, sei es der Richterin nicht möglich gewesen, ein niedriges Strafmaß anzusetzen. Manuellsen wurde zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er deutet jedoch an, eventuell in Berufung gehen zu wollen.

Zum Schluss seines Statements erteilt Manuellsen der Rapszene noch einen Ratschlag: So solle man Provokationen von "diesen Jungs" – mutmaßlich ist hier Ersguterjunge gemeint - einfach ignorieren. Deren neuer Drip sei es, Leute in den Knast zu bringen zu wollen.

Seine gesamte Sicht auf den Prozess hat Manuellsen als IGTV-Video online gestellt. Hier kannst du es sehen:



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Drei Affen

Ein Beitrag geteilt von AZ INSAN COK HUZUR (@manuellsen) am


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