Massiv & Animus diskutieren über Podcast-Bars
Massiv & Animus vor einer grauen Wand

 

Animus war vor gut zwei Wochen bei Shayan Garcia und Nizar im "Die Deutschen"-Podcast zu Gast und hat dort wiedereinmal Bars abgeliefert. Zu Beginn des Podcasts erklärte er in seinem A cappella, dass er nicht nur "Bitches" und "Nazis", sondern auch "Kanaken" hasse. Gerade an der vermeintlich abfälligen Aussage über letztere störte sich Massiv, der ein knapp fünfminütiges Statementvideo bei Instagram veröffentlichte.

Massiv kritisiert Animus Podcast-Auftritt

In dem Video rappt Animus, dass er nichts übrig habe für "Zuhälter, Dealer oder Enkeltrickbetrüger". Diesen gibt Animus die Schuld dafür, dass andere Migrant*innen mit dem gleichen Nachnamen "die Arschkarte" gezogen hätten. Aber auch das Propagieren von falschen Werten prangert Animus an. So gäbe es bei Vielen mehr Applaus für eine Gefängnisentlassung als für eine Eins in der Schule.

"Clans sagen: 'Die Medien betreiben 'ne Hetze'/
'Es sind die Medien, wir selber brechen keine Gesetze'/
Achso, die Medien. Die Medien? Die stehlen die Beute?/
Yani, Frauke Ludowig steigt abends durch die Gebäude/
Günther Jauch ist am Schutzgeld erpressen und abkassieren/
Hans Meiser ist der Grund, dass man den Notruf alarmiert"

Animus geht sogar so weit, dass er rappt, es wäre für ihn "nicht mal schwer", die AfD zu wählen, "wenn Nazis nicht genau so H*rensöhne wären".

Diese Aussagen sorgten bereits kurz nach Veröffentlichung für Kritik, unter anderem von Rooz, der das Ganze als "Populisten-Talk" bezeichnete.

Nun schaltet sich Massiv ein, der in seinem Videostatement darlegt, dass er nicht verstehe, warum Shayan und Nizar "rechtem Gedankengut" eine Plattform geben würden. Er selbst "liebe Kanaken". Für ihn sei es viel mehr eine Unterteilung in gute und schlechte Menschen, das sei allerdings keine Frage der Herkunft.

"Es gibt gute Deutsche und es gibt schlechte Deutsche. Es gibt gute Kanaken und es gibt schlechte Kanaken."

Darüber zu richten, wer in welche Kategorie falle, das wolle Massiv Gott und dem Staat überlassen.

Von Animus hätte sich Massiv viel mehr gewünscht, dass dieser seine Plattform dafür nutze, über die positiven Seiten des "multikulti Zusammenlebens" zu rappen. Er könne sogar einiges verstehen und unterstreichen, was Animus rappt. Allerdings "muss man das nicht im Podcast breittreten", so Massiv.

Animus antwortet auf Massivs Kritik

Eine Antwort von Animus ließ natürlich nicht lange auf sich warten. In seiner Instagram Story richtet er sich an Massiv und verteidigt seine Bars. Er fragt, wer denn etwas sagen solle, "wenn WIR nicht anfangen, unseren Brüdern zu sagen, was falsch ist". Zudem hinterfragt er, ob Massivs Aussage, dass dieser "alle Kanaken" liebe, auch für die Zuhälter, Dealer und Enkeltrickbetrüger gelte, die er mit seinem Rap angeht. Animus verstehe es als seine Aufgabe, "den Kleinen zu sagen, dass Kriminalität der falsche Weg ist".

Massiv wirft er vor "emotional zu sehr befangen" zu sein, weil er sich "immer noch in diesen Kreisen" aufhalte. Dieser würde mit seinen Aussagen ein Narrativ befeuern, das als Rechtfertigung für solche Taten angeführt werde.

Er konkretisiert, dass er "jeden Ausländer, der es in Deutschland ehrlich zu was bringen will", liebe, und sein Hass nur denen gelte, die mit ihrem Verhalten "den Ruf von Ausländern kaputtmachen".

"Liebe geht raus an jeden Ausländer/Deutschen der es in diesem wunderbaren Land zu etwas bringt mit harter ehrlicher Arbeit. Gangster sein ist weder etwas worauf man stolz sein sollte noch etwas das man in Schutz nehmen sollte." [sic!]

Massiv erwidert Animus' Kritik

Auch Animus' Instagram Story kann Massiv nicht unkommentiert lassen und versucht in seiner eigenen Story seine Kritik zu präzisieren. Er gibt erneut zu verstehen, dass er nicht alles falsch finde, was Animus sage. Dennoch sei Animus laut Massiv nicht in der Position, solche Aussagen zu tätigen. Zumindest noch nicht. Weil Animus selbst Teil "der Straße" gewesen sei und daraus einen Nutzen gezogen habe, hätten seine Erfahrungen "von außen betrachtet null Relevanz".

Dem entgegnet Animus, dass er seit "Jahren nichts mehr mit der Straße zu tun" habe. Massivs Punkt, dass Zeit verstreichen müsse, bis man nach einem Fehltritt mit einem Ratschlag kommen könne, kann Animus nicht nachvollziehen. Mit Verweis auf dessen Followerliste wirft er Massiv außerdem vor, Leute aus dem Rotlichtmilieu in Schutz zu nehmen. Massiv hingegen erwidert, dass er niemanden in Schutz nehme. Er wisse, wem er "liebe gebe" und dass sein Kreis aus "gut erzogenen, qualitativ sehr starken Menschen mit großen Herzen" bestehe. Er bleibe bei seinem Statement: "Ich liebe alle Kanaken". Ohne dabei erwähnen zu müssen, dass es unter ihnen auch schlechte gebe, von denen man sich zu distanzieren habe.

Trotz der anhaltenden Meinungsverschiedenheit endet die Diskussion auf einer positiven Note. Beiden wünschen sich jeweils das Beste. Animus bedankt sich noch für viele positive Nachrichten von Massiv aus den letzten Jahren und schließt das Ganze ab mit:

"Gott sei Dank muss man nicht bei allem im Leben einer Meinung sein um koexistieren zu können." [sic!]

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