George Floyds Familie verklagt die Polizei

Eine weitere Etappe im Kampf für Gerechtigkeit für George Floyd: Die Familie des durch Polizeigewalt aus dem Leben gerissenen Afroamerikaners klagt zivilrechtlich gegen die vier beteiligten Polizisten und die Stadt Minneapolis. George Floyds Angehörige fordern eine finanzielle Entschädigung.

Die Familie von George Floyd reicht Klage ein

Die Einreichung der Klage wegen widerrechtlicher Tötung erfolgte laut CNN am gestrigen Mittwoch. Der Anwalt der Familie von George Floyd stellte sich vor einem Bundesgericht in Minneapolis den wartenden Pressevertretern. Bei allem Schmerz, den der Tod von George Floyd mit sich gebracht hat, erkennt er darin einen "Wendepunkt für die Polizeiarbeit in Amerika". Als Sinnbild für die weit verbreitete Polizeibrutalität in den Staaten zieht er die weiterhin verheerende Corona-Pandemie heran und drückte es wie folgt aus:

"Während ganz Amerika mit der öffentlichen Gesundheitskrise der Coronavirus-Epidemie zu kämpfen hat, muss sich das Schwarze Amerika mit einer weiteren Pandemie der Polizeibrutalität auseinandersetzen."

George Floyd wurde nur 46 Jahre alt. Auch nach mehrmaligem Hinweis darauf, dass er nicht atmen könne ("I can't breathe"), ließ ein Polizist nicht von ihm ab. Stattdessen presste er dem am Boden liegenden Mann fast neun Minuten sein Knie in den Nacken. Die Kollegen des Beamten schauten einfach zu. Dem Haupttäter drohen bis zu 40 Jahre Gefängnis.

An den Tod von George Floyd knüpften weltweit Anti-Rassismus-Proteste einer nie dagewesenen Dimension an. Auch die US-Rap-Szene war auf den Straßen ihrer Heimatstädte zu finden, um mit der Black Lives Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren.

Zur Höhe der geforderten Schadensersatzsumme macht der Anwalt der Hinterbliebenen von George Floyd keine Angaben. Eine grobe Vorstellung könnte ein Urteil aus dem Jahr 2019 liefern. Ebenfalls in Minneapolis wurde den Hinterbliebenen einer getöteten Yoga-Lehrerin 20 Millionen Dollar zugesprochen. Ein Polizist hatte die unbewaffnete Frau erschossen.

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Trump-Supporter? Ice Cube verteidigt seine politische Arbeit

Trump-Supporter? Ice Cube verteidigt seine politische Arbeit

Von Michael Rubach am 16.10.2020 - 13:13

Ende 2018 forderte Ice Cube mit einem Track "Arrest The President". Er meinte damit Donald Trump. Am vergangenen Dienstag meldete sich plötzlich die republikanische Wahlkampfmanagerin Katrina Pierson auf Twitter und bedankte sich bei dem Rap-Veteran für "seine Bereitschaft sich zu engagieren und mit der Administration von Donald Trump zusammenzuarbeiten, um den Platinum Plan zu entwickeln". Hier passt offensichtlich etwas nicht zusammen. Die Community reagiert auf diese Ungereimtheit mit ungläubiger Empörung. Ice Cube ist um Klarstellung bemüht.

Ice Cube & Donald Trump: Twitter zeigt sich entsetzt

Die Menschen im Twitter-Kosmos waren gelinde gesagt vor den Kopf gestoßen, als sich diese Verbindung von Ice Cube zu Donald Trump aufzutun schien. Der Rapper, der als Mitglied von N.W.A "F*ck Tha Police" rappte, soll gemeinsame Sache mit einem Präsidenten machen, der einen Black-Lives-Matter-Schriftzug als ein "Symbol des Hasses" begreift? Das klingt erst einmal unvereinbar und löst vor allem Verwirrung aus. Viele User*innen betrachten so einen Move als unauflösbaren Widerspruch. So schwirren zurzeit jede Menge Ice Cube-Memes durchs Netz, die versuchen, das scheinbar Unerklärliche zusammenzufassen.

Dass es sich die aufgewühlte Twitter-Gemeinde ein bisschen zu einfach machen würde, erklärt der vermeintliche Trump-Supporter schließlich ebenfalls auf Social Media.

Trump-Supporter? Ice Cube bezieht Stellung

Zunächst: Was soll dieser Platinum Plan eigentlich sein? Dabei handelt es sich um ein Strategie-Papier der Republikaner, das auch Schwarze Amerikaner für Donald Trump begeistern soll. Laut CNN werden darin folgende Punkte angeführt:

"Die Vorschläge beinhalten die Verfolgung des Ku Klux Klan und der Antifa als terroristische Organisationen, den 19. Juni [Befreiung der afroamerikanischen Bevölkerung aus der Sklaverei; Anm. d. Red.] zu einem bundesweiten Feiertag zu machen und die Bemühungen, den wirtschaftlichen Wohlstand der Schwarzen zu stärken."

Ice Cube bestreitet nicht, sich mit den Republikanern ausgetauscht zu haben. Er verkündet auf Twitter, dass er sowohl mit dem Team von Trump als auch mit den Demokraten den Dialog gesucht habe. Dabei ging es vorrangig um den "Contract With Black America" (CWBA), den er vor wenigen Monaten veröffentlicht hatte. Der Vertrag soll dazu dienen, gesellschaftliche Ungleichheit in jeglicher Form zu überwinden.

Die demokratische Seite wollte laut Ice Cube nach der Wahl mit ihm darüber sprechen. Die Republikaner hätten direkt Anpassungen an eigene Pläne vorgenommen. Als der CWBA ausgearbeitet worden sei, habe man bereits einkalkuliert, sich mit beiden politischen Lagern auszutauschen. Dies sei Teil des Prozesses.

Konkret nimmt Ice Cube noch auf einen Artikel der Washington Post Bezug, der ebenfalls auf das scheinbar paradoxe Verhalten des Rappers hinweist. Der 51-Jährige entgegnet, dass er weiterhin jeden beraten werde, der die Macht besitzt, Schwarzen Amerikanern zu helfen.

Auch distanziert er sich davon, Donald Trump zu unterstützen. Die N.W.A-Legende beschreibt das gesamte politische System als Problem. Alle würden "lügen und betrügen." Die Schwarze Community könne es sich schlichtweg nicht leisten, keine Verhandlungen mit denjenigen zu führen, die an der Macht seien.

Für Ice Cube hätte es absehbar sein können, dass die Leute ihm skeptisch gegenüberstehen, sobald herauskommt, dass er sich den Republikanern um Präsidentschaftskandidat Donald Trump nicht verschließt. Der letzte Sh*tstorm ist schließlich keine Ewigkeit her. So war Ice Cube neben seinem Engagement für Black Lives Matter eine Weile damit beschäftigt, Verschwörungserzählungen in die Welt hinaus zu tweeten – inklusive antisemitischer Memes. Der aktuelle Wirbel um seine Person zieht bereits erste Konsequenzen nach sich. Ein Interview auf CNN wurde wohl kurzfristig abgesagt.


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