Erfolg vor Gericht: Bushidos "Sonny Black" könnte vom Index genommen werden

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat entschieden, dass die Indizierung des Bushido Albums "Sonny Black", das 2014 durch die Budesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt wurde, eventuell auf Grundlage von Verfahrensfehlern passiert ist. Damit gab das Gericht einer Klage Bushidos statt und folgte möglicherweise der Argumentation der Anwälte Bushidos. Die Entscheidung bedeutet aber erstmal nicht, dass die Indizierung aufgehoben ist.

Das Album Sonny Black war im Februar 2014 erschienen, wurde allerdings 2015 durch die in Bonn ansässige BPjM indiziert worden und war damit für Personen unter 18 Jahren nicht mehr zum Verkauf zugelassen. Auch auf Spotify sind indizierte Tracks oder Alben nicht zu finden. Bushido war damals bereits gegen die Indizierung vorgegangen, scheiterte im September 2016 jedoch vor dem Kölner Verwaltungsgericht.

Die nächsthöhere Instanz in Münster entschied nun, dass die Kölner Kolleginnen und Kollegen nicht sorgfältig genug zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit abgewogen hätten. Das Münsteraner Gericht kritisierte, dass andere an der Platte beteiligte Künstler wie Kollegah, Farid Bang oder Shindy nicht angehört worden waren.

2015 hatte das Gericht die Entscheidung damit begründet, die Texte seien "verrohend, verherrlichen einen kriminellen Lebensstil, insbesondere den Drogenhandel, und diskriminieren Frauen und homosexuelle Menschen". Bushidos Anwälte hielten dagegen, dass Minderjährige in der heutigen Zeit realistischeren Darstellungen von Gewalt und Sex ausgesetzt seien. Die angeblich verrohende Wirkung von Gangsterrap auf die Rezipienten der Musik sei außerdem nicht nachgewiesen. Im Gegenteil sei davon auszugehen, dass Bushidos Texte auf junge Fans eher identitätssstiftend wirken und Halt böten.

Dieser Argumentation folgte das Oberverwaltungsgericht nun scheinbar. Das Urteil sorgt aber nicht dafür, dass das Album ab sofort wieder frei verkäuflich ist. Vielmehr lässt es nur eine Revision - also eine Prüfung der Entscheidungs des Kölner Gerichts auf Rechtsfehler - zu. Diese wird vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vorgenommen werden.  

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"Ich soll gef*ckt werden": Fler muss im November wohl vor Gericht

"Ich soll gef*ckt werden": Fler muss im November wohl vor Gericht

Von Till Hesterbrink am 20.10.2020 - 15:59

Fler hat sich mit der Bild-Zeitung getroffen und über eine wohl am 4. November anstehende Gerichtsverhandlung unterhalten. Ihm sollen wohl insgesamt 23 Vorwürfe in sechs Anklagen gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Gefängnis für Flizzy und das ohne die Möglichkeit auf Bewährung. Außerdem soll ein Strafbefehl über 54.000 Euro gestellt worden sein.

Fler sieht Verhältnis zu Arafat in der Schuld

Schon als die Vorwürfe gegen Fler das erste Mal laut wurden, behauptete er, die Anschuldigungen seien völlig überzogen. Der eigentliche Grund, warum so massiv gegen ihn vorgegangen würde, sei seine Beziehung zu Arafat Abou-Chaker.

Bereits zu Beginn dieses Monats hatte der Fler uns gegenüber erklärt, es gehe bei der ganzen Sache auch darum, ihn mundtot zu machen.

"Ich hab mich ein bisschen eingesetzt für Arafat. Die wollten mich wegen Raub in den Knast stecken, obwohl das vielleicht eine Sachbeschädigung gewesen ist. [...] Man merkt halt, da ist so viel Ego im Spiel, bei den Bullen. Das ist so ein Ego-Ding und jeder der sich irgendwie auf die Seite [von Arafat] stellt, kriegt auf den Deckel."

Er sei aber von der Unschuld Arafats überzeugt und würde daher auch für ihn einstehen. Nach Fler wäre vieles, was man in den Medien über Arafat lesen würde, komplett aufgebauscht. Aus ihm würde eine Art "Al Capone" gemacht, obwohl er sich legal verhalten würde.

Gegen Arafat Abou-Chaker läuft aktuell ein Prozess unter anderem wegen Bedrohung und Freiheitsberaubung, in welchem Bushido Nebenkläger ist.

Bushido soll angeblich vor Gericht gelogen haben

Bushido und Arafat Abou-Chaker streiten sich seit geraumer Zeit vor Gericht. Am 11. Verhandlungstag, der am Montag stattgefunden hat, ging es wohl vor allem um eine Razzia auf dem sagenumwobenen Grundstück in Kleinmachnow - und darum, wer wann und wie genau von dieser Durchsuchung Wind bekommen hat.

Im Interview mit der Bild führt Fler weiter aus, dass das LKA und das zuständige Polizeirevier ihn "auf dem Kieker" hätten. So würde er in einem völlig unverhältnismäßigem Maße kontrolliert und seine Wohnung durchsucht, obwohl es sich bei seinen Vergehen lediglich um geringfügige Straftaten handele

Mitte des Jahres wurde ein Haftbefehl gegen Fler ausgestellt, da er ein RTL-Kamerateam beraubt haben soll. Diesen Haftbefehl musste die Staatsanwaltschaft zurückziehen, da der Tathergang nicht sachgemäß beschrieben wurde, entschied ein Ermittlungsrichter. Auch eine gegen Fler gerichtete Telekommunikationsüberwachung wurde als rechtswidrig eingestuft.

Strafbefehl über 54.000 Euro & Anklage für Flers Verlobte

Des Weiteren habe Fler einen Strafbefehl über 54.000 Euro erhalten, da er angeblich Teile der Ermittlungsakte zum aktuellen Abou-Chaker-Prozess veröffentlicht haben soll. Allerdings habe er diese Dinge in Wirklichkeit lediglich retweetet. Gegenüber der Bild verurteilte er dies als "Staatsschikane".

Auch gegen seine Freundin wurde Anklage erhoben. Sie soll damals das "Fanboy"-Video gefilmt und verbreitet haben.

Daran, dass die Ermittlungen gegen ihn fair ablaufen, hätten sowohl Fler als auch dessen Anwalt große Zweifel. Trotzdem wolle sich Flizzy nicht unterkriegen lassen:

"Aber ich gehe lieber aus Protest in den Knast, als dem Staat mein Geld zu geben."

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von zwei Jahren für Fler, ohne die Möglichkeit auf Bewährung.

Fler könnte eine mehrjährige Haftstrafe drohen

Fler muss sich mal wieder mit der Justiz rumschlagen. Gestern postete er auf Instagram, dass er vor einem Berliner Gericht in 20 Fällen angeklagt wird. Dafür wurde ein erweitertes Schöffengericht einberufen, welches nur hinzugezogen wird, wenn die Staatsanwaltschaft mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren rechnet.


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