Clep rasiert mit "Das Corona-Urteil" & Kool Savas ist größter Fan

Mit "Das Urteil" hat Kool Savas 2005 ein Stück deutsche Rapgeschichte erschaffen. Gut 15 Jahre später ist für Clep die Zeit reif, das Coronavirus zu verurteilen, das uns allen wohl mindestens so gegen den Strich geht wie Eko Fresh damals Savas.

Clep disst das Coronavirus

Mit den bescheidenen Möglichkeiten, die ein leeres Zimmer hergibt, inszeniert Clep angelehnt an das Original-Video von Katja Kuhl ein kleines Pandemie-Begräbnis. Auch folgt der Aufbau des Track der ursprünglichen Maßregelung Ekos auf dem ikonischen Instrumental von Melbeatz. Es beginnt mit einem Blick zurück:

"Erinner dich Covid, letztes Jahr da in China / Du warst irgendeine Infektion auf dem Tiermarkt / Warst noch nicht Covid-19, keine Pandemie, alles cool man / Der kl-kl-kl-kleine Virus, die süße Grippe aus Wuhan"

Danach beschreibt Clep den rasanten Aufstieg des Virus von einer Krankheit irgendwo in China bis in die Köpfe von kritischen Geistern, die hinter allem das wohl größte Komplott der Menschheitsgeschichte vermuten.

"Wolltest übertragen, so schnell wie möglich / Wir bleiben Heim, jetzt, denn du bist für die Älteren tödlich / Nein, wir gehen nicht mehr raus, aus Angst, dass der Virus vorm Haus wartet / Gebt Leon Lovelock YouTube-Verbot, bevor es ausartet"

Kool Savas knippste Eko damals metaphorisch wie eine "Nachttischlampe" aus. Clep imitiert den Flow, um ein Dankeschön an die Menschen loszuwerden, die sich berufsbedingt sehr direkt mit dem Virus beschäftigen müssen.

"Du hast recht dieser Virus macht' uns krank, ne / Shoutout an die Ärzte in der Nachtschicht, Danke!"

Corona hat in unserem gesellschaftlichen Miteinander mehrere Extreme offenbart. Auf der einen Seite frontet Clep die Leute, die sich vollkommen unverhältnismäßig mit Klopapier eindecken. Auf der anderen Seite stellt er auch die positiven Effekte heraus, welche die Pandemie mit sich bringt.

"Was du machst, ist nicht korrekt, so wie Klopapier horten / Sieh, wie wir jetzt alle zusammen unsere Omas supporten!"

Zum Schluss verbreitet Clep etwas, das aktuell in der Berichterstattung hin und wieder zu kurz kommt: Optimismus. Ein sachgerechter Hinweis zum Social Distancing darf natürlich ebenso nicht fehlen.

"Rest in Peace, bald kommt eine neue Ära / Und wir sind wieder safer und teilen unsere Gläser / Und du machst kranker als krank, fass mich nicht an / Hust' mich voll und ich spüh dich direkt mit Desi an / Covid lutsch meinen - 1,5 Meter entfernten - Schwanz!"

Kool Savas feiert "Das Corona Urteil"

Auf seinen Social-Media-Kanälen zeigt sich Urheber Kool Savas begeistert von der detailliert ausgearbeiteten Neuinterpretation. Auf Instagram teilt Savas den Track mit ein paar Feueremojis und fügt hinzu: "Fühle mich geehrt!"


Foto:

Screenshot via instagram.com/koolsavas

Auch auf Twitter lässt der King of Rap wissen, dass er sehr angetan von dem Corona-Diss ist.

Kool Savas on Twitter

Wow !!! https://t.co/jUtrXjsWf8

Mehr von Clep gibt es bereits morgen um 17:30. Dann wird der MC bei unserem Format gegen den Corona-Blues "Auf Abstand" zu Gast sein. Doch nicht nur er: Wir tischen zur Quarantäne-Zeit einen feinen Battlerap-Talk auf, dem noch Tierstar, Splifftastic und Falk beiwohnen werden.

Eine weitere musikalische Auseinandersetzung mit dem Coronavirus bringt der "Coroni Megamix". Hier liefern insgesamt 16 Rapper Quarantäne-Bars:

Quarantäne Allstars - Coroni Megamix [Audio]

Der "Coroni Megamix", den Longus Mongus von BHZ initiiert hat, war schon vor der Veröffentlichung ein Hit auf Instagram. Jetzt ist die komplette Version online, bei der neben Longus 15 weitere Rapper an Bord sind. Der musikalische Rahmen kommt von Yani5000.

Verlässliche sowie hilfreiche Informationen zu Corona und COVID-19 stellen zum Beispiel die WHO oder die Webseite der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung. Aktuelle Entwicklungen und Daten finden sich zudem auf der Page vom Robert Koch Institut.

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Dieser Corona-Schutzanzug soll die Zukunft der Live-Kultur sein

Dieser Corona-Schutzanzug soll die Zukunft der Live-Kultur sein

Von Michael Rubach am 26.05.2020 - 10:53

Auch wenn die Überlastung des Gesundheitssystems bisher (zum Glück) ausgeblieben ist – Corona ist weiterhin da draußen. Allein, dass im Sommer die gesamte Festival-Saison flach fällt, verdeutlicht ganz gut, wie sehr uns die Pandemie noch in Beschlag nehmen wird. Die kalifornische Design-Firma Production Club hat sich nun der Zukunft der Live-Kultur gewidmet und einen Schutzanzug vorgestellt, der für garantiert ansteckungsfreie Gruppen-Erlebnisse sorgen soll.

"Micrashell": Mit Corona-Schutzanzug zum Konzert?

Das futuristische Modell "Micrashell" kommt mit diversen Features. Ein Helm, ein Luft-Filtersystem und verschiedene LED-Lichter sind Teil dieses Corona-Dresscodes. Die Macher hoffen mit ihrem Anzug, die Menschen zurück in die Clubs und die Konzertlocations bringen zu können. Bei der Konzeption habe man sich gefragt, wie man dem Sterben des kompletten Industriezweigs, der an die Live-Kultur gekoppelt ist, entgegenwirken kann. So schildert es einer der kreativen Köpfe vom Production Club gegenüber NBC New York. Er sieht im "Micrashell" einen Lösungsansatz, "um Leute sicher zusammenzubringen." Ein Präsentations-Video steht bereits auf YouTube:

Bei dem Anzug habe man darüber hinaus den Fokus auf Style gelegt. Die Träger*innen sollen sich nicht wie in medizinischer Kleidung fühlen. "Micrashell" sei daher mehr wie ein Fashion Piece angelegt. Über Kanister soll es zudem möglich sein, zu trinken, ohne den Anzug ablegen zu müssen.

Auch in Amerika lebt nicht jeder das Social Distancing. Bilder von prall gefüllten Stränden zum alljährlichen Spring Break seien der Ursprung des Brainstormings für das eventuell zukunftsträchtige Kleidungsstück gewesen. Aktuell arbeitet die Firma am ersten Prototypen des "Micrashell". Wie wir hierzulande einen Umgang mit der Krise für die Live- und Club-Kultur finden können, haben wir hier zusammengestellt:

Corona bedroht die Live-Kultur: Alternativen & Support-Möglichkeiten

Die Corona-Krise crasht den Festivalsommer. Aber nicht nur das: Bis Ende August sind alle großen Veranstaltungen abgesagt. Damit ist die Pandemie gleichzeitig eine Krise für die komplette Live-Musik und trifft damit natürlich auch Rapper. Jetzt stellt sich die Frage: Wird das alles wieder irgendwann normal?


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