Bushidos ehemaliger "bester Freund" erhebt vor Gericht Vorwürfe
Bushido mit Zahnstocher

 

Im weiterhin andauernden Prozess gegen Arafat Abou-Chaker kam es gestern offenbar zu einer bemerkenswerten Zeugenaussage. Gerichtsstammgast Ssynic fasst es so zusammen: "[...] es hat geknallt". Ein früherer Freund von Nebenkläger Bushido war vorgeladen und reihte wohl Story an Story. Versicherungsbetrug, Schwarzgeld, Prostituierte – Steven K. zeichnete anscheinend ein wenig vorteilhaftes Bild von Bushido.

Freundschaft & Bruch mit Bushido

In einem Zeitraum von 2015 bis 2017 will Steven K. "24/7" an der Seite von Bushido gewesen sein. So legt es die Berichterstattung von Watson dar. Ausgangspunkt der freundschaftlichen Beziehung ist demnach ein 2015 von Bushido eröffnetes Aquaristik-Geschäft in Berlin. Da er sich gut mit Fischen und Korallen auskenne, sei Steven K. dort von Bushido angestellt worden. Aus der beruflichen Verbindung sei eine Freundschaft entstanden. Diese sei so eng geworden, dass sich Steven K. rückblickend Watson zufolge als "bester Freund" von Bushido beschrieb.

So habe unter anderem regelmäßig eine Art Stammtisch stattgefunden. Neben Bushido sollen auch Anna-Maria Ferchichi, Samra und Lukas Piano dabei gewesen sein, wenn "Brettspiele gespielt, lustige YouTube-Videos geschaut, getrunken und gekifft" wurde. Bushido habe hier allerdings nicht selbst konsumiert, sondern nur Gefallen am Drehen der Joints gefunden. Für Steven K. habe sich ein Abhängigkeitsverhältnis zum Rapstar entwickelt. "Ich hatte Schulden, habe bei ihm gewohnt und für ihn gearbeitet", erklärte der Zeuge laut Watson. Die Freundschaft sei schließlich in die Brüche gegangen, als Bushido ihn und einen weiteren Mitarbeiter des Aquaristik-Shops des Diebstahls von 5.000 Euro bezichtigt habe. Dem seien Drohungen gefolgt. Wenn das Geld nicht wieder auftauche, "dann bricht euch Arafat alle Knochen", soll Bushido etwa gesagt haben.

Vorwürfe gegen Bushido

Durch die vorübergehende Nähe zu dem Berliner Rapper habe Steven K. auch mitunter skurrile Einblicke in Geschäftliches erhalten. So will er mit den Eheleuten Ferchichi und seiner eigenen Freundin rund eine Million Euro Schwarzgeld gezählt haben. Die Summe sei durch "Clubshows, Touren und Geschäften in der Türkei" zusammengekommen, heißt es bei Watson. Laut RTL hat Steven K ausgesagt, dass dieses Geld dann einfach in einer Tüte im Keller gebunkert wurde.

Des Weiteren soll der Zeuge erklärt haben, selbst in einem früheren Prozess gelogen zu haben, um Bushido dabei zu helfen, einen Versicherungsbetrug zu vertuschen. Bei einem angeblichen Einbruch in dem bereits erwähnten Aquaristik-Shop soll ein Schaden von 360.000 Euro entstanden sein. Bushido wurde in dem Fall 2017 wegen versuchten Betrugs zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Für seine Arbeit in dem Geschäft "Into The Blue" sei Steven K. mit 1.900 Euro brutto entlohnt worden. Er beschrieb Bushido vor Gericht als "sehr geldgeil", so RTL.

Auch Begriffe wie "Doppelleben" oder "Schauspieler" kommen bei der Zeugenaussage offenbar zur Sprache. Beispielhaft sei von Steven K. dargelegt worden, dass sich Bushido bei einem gemeinsamen Urlaub in New York eine Prostituierte bestellt und dies dann vor seiner Ehefrau verheimlicht habe. Der Zeuge spekuliert über eine Identitätsstörung seines ehemaligen Promi-Buddys. "Vielleicht hat er eine gespaltene Persönlichkeit, keine Ahnung, was sein Problem ist", zitiert ihn Watson.

Ob Bushido von Arafat Abou-Chaker und seinen drei Brüdern bedroht, beschimpft und eingesperrt worden ist - wie die Anklageschrift aufführt - ist nach dieser Zeugenaussage genauso (un-)klar wie zuvor. Hierzu konnte Steven K. den Prozessbeobachter*innen zufolge nämlich nichts besteuern.

Bushido war bei der Verhandlung nicht selbst anwesend. In etwas mehr als drei Wochen soll der Prozess fortgeführt werden. Zuletzt hatte Samra auch einen Auftritt im Zeugenstand.

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