Samra mit Zeugenaussage im Bushido-Prozess

 

Nach Fler, Laas Unltd. und AK Ausserkontrolle hat mit Samra ein weiterer ehemaliger Weggefährte von Bushido im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker ausgesagt. Wobei sich der Erkenntnisgewinn bei den Aussagen des Berliner Rappers wohl in Grenzen hielt. An allzu viel konnte er sich Medienberichten zufolge nicht erinnern. Prozessbeobachter Ssynic schickt in seiner Insta-Story vorweg, dass Samra vor dem Berliner Landgericht eher "körperlich" anwesend war.

Samra hat zu EGJ-Zeiten "mies gekifft"

Samra hätte bereits mehrfach im Verhandlungssaal auftauchen sollen. Er blieb jedoch aus gesundheitlichen Gründen dem Geschehen stets fern. Nun war er vor Ort – wie auch Nebenkläger Bushido. Beide waren von 2017 bis 2019 zusammen bei ersguterjunge.

Warum Samra das Label schließlich wieder verlassen wollte? Die Welt zitiert ihn folgendermaßen: "Ich wollte öfter releasen, mein Ding machen. Bushido hatte Probleme, wollte sich von Arafat trennen, hat sich wenig für Musik interessiert." Bushido und Arafat Abou-Chaker seien außerdem in der Trennungsphase wie "ein altes Ehepaar" gewesen. Ursprünglich hätte er sich vor allem aus einem Grund für das Label von Bushido und Arafat Abou-Chaker entschieden: "Weil ich Karriere machen wollte", ist in einer dpa-Meldung zu lesen.

Bei einem Treffen mit Bushido, Arafat Abou-Chaker und allen EGJ-Artists und ein "bisschen unangenehm" zugegangen. "Aber easy", so Samra. Von den angeblichen Vorfällen am 18. Januar, bei denen Bushido von Arafat Abou-Chaker eingesperrt, beschimpft, bedroht und verletzt worden sein soll, will Samra erst aus dem Internet erfahren haben.

Auf die meisten Fragen im Gerichtssaal kann Samra den Schilderungen nach keine ausführliche Antwort geben. Es sei einiges an ihm vorbeigezogen, denn er habe zu jener Zeit "mies gekifft" und "nicht viel mitbekommen".

Daher läuft es am Prozesstag wohl vor allem so: Ob Samra von Arafat Abou-Chaker mal zu einer Geldzahlung gezwungen worden sei, möchte die Staatsanwältin laut Welt wissen. Samra: "Keine Ahnung". Auch an eine mögliche Bedrohung durch Arafat Abou-Chaker mit einer Schere hat er keine Erinnerung. Nach so einem Vorfall wurde sich erkundigt, da Bushido Anfang 2021 bei seiner Zeugenaussage offenbar eine solche Szene beschrieb. Im Zusammenhang mit der Trennung von EGJ sei Samra nicht beleidigt oder bedroht worden. Das sei "nicht passiert", gibt er an. Der Vertrag mit Bushido habe 2020 "unproblematisch und ohne Bedingungen" aufgelöst werden können.

Gegen Shindy wird ermittelt

Im Vorfeld wurde spekuliert, inwiefern ebenfalls Shindy an diesem Verhandlungstag aussagen könnte. Dazu kam es offenkundig nicht. Dennoch gibt es Neuigkeiten zu dem Rapper aus Bietigheim-Bissingen. Gegen ihn laufen seit 2020 Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung.

Die Welt führt aus, dass Shindy beschuldigt wird, zu EGJ-Zeiten in Steuererklärungen seine Einnahmen verschleiert haben. Den Vorwürfen zufolge tat er das, um diese verdeckt abgeben zu können – an Arafat Abou-Chaker. Ssynic erklärt, dass Shindy "auf jeden Fall" noch befragt werden soll. Ebenso sei heute vor Gericht diskutiert worden, inwiefern es Sinn ergebe, Kollegah und Farid Bang in den Zeugenstand zu rufen. Für den 23. März ist der nächste Prozesstag angesetzt.

Kürzlich konnte Shindy den Termin vor Gericht nicht wahrnehmen.

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