Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Der lange eher subtil brodelnde Konflikt zwischen Mois und Bushido, der vor etwas weniger als zwei Wochen auf einmal sehr explizit wurde (hier nachlesen), ist offenbar erstmal ad acta gelegt worden. Beide Seiten haben nach einem wohl klärenden Telefonat versöhnliche Töne in ihren Insta Stories geteilt.

Frieden zwischen Mois & Bushido

In ihren Statements halten sich beide kurz und vage, aber stellen klar, dass "unnötige[r] Streit" aus der Welt geschafft wurde. Sie wünschen sich gegenseitig viel Erfolg. Bei Mois sieht das wie folgt aus und Bushidos Post findet ihr darunter:

"Habe gerade mit @moiskid telefoniert. Immer schön, wenn man sich ausspricht und merkt, dass man auf Augenhöhe unnötigen Streit aus der Welt schaffen kann. Viel Erfolg und bleib gesund." – Bushido

Ein Eingeständnis, dass er und Mois "auf Augenhöhe" agieren, hätte man vor einiger Zeit wohl kaum von Bushido erwarten können. Auch von Mois Seite erscheint die Versöhnung erstmal überraschend, aber es wird für beide Parteien der smartere Weg sein.

Mois spart sich seine Energie für wichtigere Projekte als Bushidos Albumpromo auf. Und Bushido dürfte kein Interesse daran haben, dass ein 1,6 Millionen Abos starker Keller an seinem Elfenbeinturm rüttelt.

Bushido kündigt "Sonny Black II" an

Abgesehen von seinem Entertainment-Faktor bis zum einem gewissen Level bedeutet Beef nämlich primär zwei Dinge: Stress und Aufmerksamkeit. Keiner weiß das so gut wie Bushido, dem Mois in seinem emotionalen Rant attestierte, er brauche für jede Promophase einen Beef.

Aufmerksamkeit hat Mois wie derzeit kaum eine andere Person in der deutschsprachigen Raplandschaft. Und Bushido hat mit minimalem Aufwand einen kleinen Knall provoziert, kurz bevor seine Promophase richtig losgeht. Denn natürlich erscheint ein neues Album: "Sonny Black II" soll am 11. September droppen und Mois wird nicht derjenige sein, über den der Berliner Taktiker seine Boxen an den Mann bringt.

Stattdessen legt Animus, der die Promo für die LP teilt und demnach daran beteiligt sein dürfte, wohl grade einige Lines gegen Fler und insbesondere Capital Bra zurecht. Der ehemalige EGJ-Artist hat nach der gemeinsamen Zeit genug Material gegen seinen kurzzeitigen Labelboss geliefert, das unbeantwortet im Raum steht.

Außerdem dürfte es der zähen Base, die sich 2020 immer noch auf Bushido-Alben freut, entgegenkommen, wenn der Berliner jemanden ins Visier nimmt, dessen Musik sie ohnehin niemals fühlen werden.

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Bushido soll angeblich vor Gericht gelogen haben

Bushido soll angeblich vor Gericht gelogen haben

Von David Molke am 14.10.2020 - 19:17

Bushido und Arafat Abou-Chaker streiten sich seit geraumer Zeit vor Gericht. Am 11. Verhandlungstag, der am Montag stattgefunden hat, ging es wohl vor allem um eine Razzia auf dem sagenumwobenen Grundstück in Kleinmachnow – und darum, wer wann und wie genau von dieser Durchsuchung Wind bekommen hat.

Arafat Abou-Chaker vs Bushido vor Gericht: Verteidigung wirft Bushido wohl Falschaussage vor

Darum geht's: Bushido und Arafat Abou-Chaker haben bekanntermaßen lange Zeit gemeinsam auf einem Grundstück in Kleinmachnow gewohnt, bevor sich die beiden Parteien zerstritten haben. Einige Zeit später gab es dort dann eine Razzia, bei der der Anwalt von Bushido wohl recht früh zur Stelle war. Wie es dazu kommen konnte, ist jetzt anscheinend Thema vor Gericht, wie unter anderem Spiegel Online schreibt.

Falschaussage von Bushido? Am Montag ging es um die Frage, wie Bushido eigentlich genau von der Razzia in Kleinmachnow erfahren hat. Beziehungsweise wann das der Fall war: Bushido könnte im Zusammenhang mit dieser Thematik möglicherweise eine Falschaussage vor Gericht getätigt haben. Das wird ihm jedenfalls von der Verteidigung Arafat Abou-Chakers vorgeworfen.

Bushido hat offenbar erklärt, er habe aus der Presse von der Razzia erfahren und dann seinem Anwalt Bescheid gesagt, woraufhin der nach Kleinmachnow gefahren sei. Zeitlich soll das aber nicht ganz hinhauen, weil die ersten Berichte angeblich erst nach Eintreffen des Anwalts von Bushido veröffentlicht wurden.

Die Argumentation der Verteidigung scheint in die Richtung zu gehen, dass Bushido und sein Anwalt durch irgendwelche Interna frühzeitig über die Razzia informiert wurden. Diese könnten sie womöglich von einem Bild-Mitarbeiter zugespielt bekommen haben, der mit Bushido offenbar befreundet ist.

Was wiederum zu der Frage führt, woher der die Informationen hatte und ob sie eventuell von der Polizei stammen. Das würde dann allerdings bedeuten, dass da jemand Dienstgeheimnisse ausgeplaudert hätte, was natürlich nicht erlaubt ist. Mehr zu Bushidos möglicher Bild-Connection gibt es auch von Fler:

Exklusives Statement: Fler über Bushido, das LKA und die Bild

Gestern berichteten wir bereits über den Konflikt zwischen Fler, dem Bild-Reporter Peter Rossberg und den Spiegel-Journalisten Claas Meyer Heuer und Thomas Heise. Wir haben sowohl Fler als auch Peter Rossberg um eine Stellungnahme gebeten. Fler war so freundlich, einige unserer Fragen zu beantworten. Peter Rossberg hat bis jetzt nicht auf unsere Anfrage reagiert.

Wieso ist das wichtig? Sollte es tatsächlich der Fall sein, dass Bushido gelogen hat, könnte das seine Glaubwürdigkeit in Frage stellen. Und die dürfte in den aktuell laufenden Gerichtsverfahren von enormer Wichtigkeit für den Rapper sein. Vor allem, weil er der Einzige zu sein scheint, der über bestimmte Dinge aussagen will, die wohl hinter verschlossenen Türen stattgefunden haben.

Aktuell befindet Bushido sich gleich doppelt im Rechtsstreit mit Arafat Abou-Chaker. Mehr dazu findet ihr hier:

Bushido & Arafat Abou-Chaker führen weiteren Gerichtsprozess in Frankfurt (Oder)

Bushido und Arafat Abou-Chaker vor Gericht: Das inzwischen fast gewohnte Setting ist nicht nur Berlin vorbehalten. Auch in Frankfurt (Oder) in Brandenburg trafen nun die beiden ehemaligen Geschäftspartner in einem Gerichtssaal aufeinander.

Das Ganze bleibt also vorerst höchst kompliziert, juristisch einigermaßen undurchdringlich und mystisch. Wie es weitergeht, erfahren wir wohl frühestens am 26. Oktober, dann soll die Verhandlung laut dem Tagesspiegel fortgeführt werden.


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