"Blind Side": Michael Oher wirft Ziehfamilie Millionenbetrug vor
Michael Oher
 

 

Der pensionierte NFL-Star Michael Oher – besser bekannt durch den preisgekrönten Film "Blind Side" – hat am Montag eine Petition beim Nachlassgericht in Tennessee eingereicht. Er wirft seinen Zieheltern Leigh Anne Tuohy und Sean Tuohy vor, bei einer zentralen Aussage im Film gelogen zu haben und sich mit seinem Namen um einen Millionenbetrag bereichert zu haben.

14-seitige Petition von Michael Oher: Das steckt dahinter

In der 14-seitigen Petition von Oher wird behauptet, dass die Geschichte nicht so abgelaufen sein soll wie im Film dargestellt. Die Touhys sollen ihn zwar aufgenommen, aber nie adoptiert haben. Stattdessen sollen sie ihn nach seinem 18. Geburtstag dazu gebracht haben, eine Vormundschaft zu unterschreiben. Diese Vormundschaft befähigte sie angeblich dazu, die Finanzen des Ex-NFLers zu kontrollieren. Laut Aussagen der Gerichtsakte sollen sich die Touhys so an der Geschichte des Spielers finanziell bereichert haben. Michael Oher sagt, er habe an dem "Blind Side"-Film nie Geld verdient.

Des Weiteren sei Oher davon ausgegangen, dass "die Vormundschaft ihn zu einem Mitglied der Familie machen würde". Bereits 2011 äußerte sich Oher kritisch bezüglich seiner Situation: "Sie erzählten mir immer, es gebe keinen Unterschied zwischen einer Vormundschaft und einer Adoption." Rechtlich gesehen führt aber erst eine Adoption dazu, dass jemand Mitglied einer Familie wird.

Michael Oher: Beziehung verschlechterte sich durch seine Darstellung im Film

Bereits durch den Film verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Michael Oher und der Touhy Familie. Grund dafür war seine Darstellung in "Blind Side". Dort würde er als eher dümmlich porträtiert, so Ohers Anwalt J. Gerard Stranch. Die Situation habe sich dann zusätzlich verschlimmert, als Oher erfahren hätte, dass er als einziger der Familie keine Tantiemen an dem Film bekommen sollte und endete in der Einsicht, dass er gar nicht wirklich adoptiert wurde. Das soll die Beziehung komplett zerstört haben.

Laut der Klageschrift gab es für die Tuohys, Leigh Anne, Sean und ihre zwei leiblichen Kinder, jeweils 225.000 US-Dollar plus 2,5 Prozent der "festgelegten Nettoeinnahmen" des Films.

Das sagen die Touhys zu der Klageschrift

Mittlerweile äußern sich auch die Touhys zu den Vorwürfen. Über ihren Anwalt lassen sie eine Erklärung veröffentlichen, in der steht, sie seien "untröstlich über die aktuelle Situation", und dass sie die Vorwürfe zurückweisen. Ohers Aussagen bezeichnen sie als "abwegig":

"Jeder mit ein wenig gesundem Menschenverstand kann erkennen, dass die abwegigen Behauptungen, die Michael Oher über die Familie Tuohy aufgestellt hat, verletzend und absurd sind."

Die Familie hätte ihr Geld durch viel harte Arbeit in der Restaurant-Branche gemacht und Michael eine Bleibe gegeben und ihn geliebt wie ihr drittes Kind, heißt es weiter im Schreiben. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter. In ihrem Statement werfen sie Michael Oher versuchte Erpressung vor. So behaupten die Touhys, der Footbaler hbe ihnen gedroht, eine negative Geschichte in der Welt zu verbreiten, wenn sie ihm nicht 15 Millionen Dollar geben würden.

Die Geschichte von Michael Oher und den Touhys in "Blind Side"

Leigh Anne Tuohy und Sean Tuohy, ein wohlhabendes Ehepaar, nehmen den unter schwierigen Verhältnissen aufgewachsenen High-School-Schüler Michael Oher bei sich auf. Daraufhin adoptieren sie ihn und er kann eine Profi-Football-Karriere anstreben. So wird es in dem preisgekrönten Film erzählt, der Sandra Bullock in ihrer Rolle als Leigh Anne Touhy 2009 einen Oscar einbrachte. Der Streifen spielte insgesamt 300 Millionen Euro ein. Bis heute gilt der Film als Motivation für junge Football-Spieler, die einen ähnlichen Start ins Leben hatten, wie Michael Oher.

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