Benzino äußert sich kontrovers über Eminem und seine Fans

Eminem und der Mitgründer des Hiphop-Magazins The Source Benzino lieferten sich zu Beginn der 2000er ein Diss-Feuerwerk. Nun wurde Benzino in einem Interview bei Revolt TV erneut auf seinen Beef mit der Raplegende angesprochen und scheint seine Meinung kaum geändert zu haben.

Benzino talks The Source vs Eminem beef, Murder Inc, Industry politics & more.| Drink Champs

This week we welcome back Drink Champs alumni, Benzino! The champs chop it up with Benzino as he shares the origin story of The Source Magazine and how he met co-founder Dave Mays. Benzino shares stories about historic moments in The Source Magazines history, including their epic covers, iconic award show moments and more!

In dem Interview führt Benzino die Beweggründe für seine Auseinandersetzung mit Eminem aus. Und er sucht die Gründe zunächst in dem kulturellen Ursprung von Hiphop.

"Hiphop is the only thing that made white people come to the culture, buy into the culture, spend money, and also interact with the culture through Hiphop."

Nur Hiphop habe es also geschafft, weiße Menschen dazu zu bringen, auf People of Color zuzugehen und Geld in diese Kultur zu investieren. Man habe über Hiphop über die Hautfarben hinweg interagieren können. Ein erfolgreicher, weißer Rapper wie Eminem würde diese Balance zwischen Menschen verschiedener Herkunft zerstören.

"I felt like once they get a white rapper and make it so white people want to buy him, they f*ck with that balance"

Dieses Problem habe Benzino weder mit den Beastie Boys noch mit 3rd Bass. Aber erst Eminem habe dafür gesorgt, dass Rap nun im weißen Mainstream angekommen sei.

"With Eminem, I felt Hiphop is big now, it's pop now."

Mit der expliziten Nennung dieser anderen Namen weißer Rapper unterstreicht Benzino seine fehlende Objektivität. Auch die Beastie Boys konnten große, kommerzielle Erfolge feiern und öffneten Rap so einer neuen Zielgruppe. Dafür ist Eminem nicht alleine verantwortlich zu machen und das scheint Benzino auch bewusst zu sein.

Aber in dem Interview bleibt er dabei, dass erst Eminem bei ihm das Gefühl verursacht habe, dass man ihn als weiße Figur im Rapgame brauche, um Weiße zu repräsentieren.

Auf den Einwurf, dass die Schuld in diesem Fall nicht unbedingt bei Eminem liegt, entgegnet Benzino den Gedanken, dass Hiphop eben nicht nur Rap sei. Es sei eine Kultur, die People of Color und weiße Menschen wie Eminem nicht gemeinsam hätten.

"Eminem is not in the culture that I'm from."

Er unterstellt Eminem in logischer Konsequenz seiner Ausführungen, dass Hiphop für ihn ausschließlich Rap sei. Und eben nicht die Kultur, die Hiphop für Benzino bedeutet. Dabei scheint Benzino nicht klar zu sein, dass seine Aussagen gegenüber einem weißen Rapper wie Eminem sehr diskriminiernd sind. Er spricht ihm nur aufgrund seiner Hautfarbe ab, ein Teil der Hiphop-Kultur zu sein und unterstellt ihm und seinen Fans Rassismus. Denn Benzino geht noch weiter.

Er zieht einen politischen Vergleich zu Donald Trump. Es klingt fast so, als ob Benzino den Erfolg Eminems dafür verantwortlich macht, dass sich Menschen Jahre nach seinem Durchbruch dafür entschieden haben, den Republikaner zum amerikanischen Präsidenten zu wählen.

"He came in and there was a whole demographic of white people who just ain’t f*ckin with ni**as period. I don’t give a f*ck. Those are the guys who’d vote Donald Trump."

Benzino & Eminem kämpfen mit Disstracks, Mixtapes & The Source

Slim Shady und Benzino schenkten sich im Zuge ihres Beefs nichts. The Source fiel häufig durch schlechte Bewertungen von Eminems Releases auf. 2002 gab es eine verhältnismäßig schlechte Bewertung für Eminems "The Marshall Mathers LP" in Benzinos Magazin. Ergänzend zu der Vier-Sterne-Bewertung veröffentlichte Benzino zwei Disstracks. Dabei war auch "Pull your Skirt up", in dem der Rapper unter anderem behauptete, die Karriere Eminems angestoßen zu haben, und ihn mit dem Rapper Vanilla Ice verglich, der zu dieser Zeit kein großes Ansehen in der Rapwelt genoss.

Benzino - Pull Your Skirt Up

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Eminem reagierte mit dem Track "The Sauce" auf die Behauptungen des Journalisten. Dort stellte sich Eminem auch den Rassismusvorwürfen Benzinos, die er nun in dem aktuellen Interview bekräftigte.

"Coming up it never mattered what color you was / If you could spit then you could spit / that's it that's what it was"

Eminem - The Sauce

A full on attack by Eminem. One of his best.

Eminem releaste schließlich das komplette Mixtape "The Invasion" gegen The Source und ihren Mitgründer. Später folgte ein weiteres Mixtape mit dem Namen "The Invasion 2".

Benzino nutzte seine Position als Herausgeber eines Magazins, um eine komplette Ausgabe gegen Eminem zu veröffentlichen. Des Weiteren kam der Track "Die Another Day" von Benzino, in dem er sehr persönlich wurde und auch Eminems Tochter Hailie angriff sowie ihn "rap Hitler" taufte.

Benzino-Die another day (Eminem Diss 2003)

Benzino-Die another day (Eminem Diss 2003) [Verse 1: Benzino] Lord help us, my peoples bein' raped (uh) Deliver me from evil and I'll seal this devil's fate Let's take a closer look at what's really happenin' He wants you to believe that it was all about rappin' And all I

"Tell Hailie it ain't safe no more / Daddy better watch yo' back at the candystore"

Für diese Line entschuldigte sich der Rapper einige Jahre später. 2012 betrachtete er den Beef aus einer ganz anderen Perspektive und nahm auch seine anderen Aussagen weitestgehend zurück.

"Em's still doing his thing and he's still a great influence on Hiphop. Hiphop has bridged the cultures, white, black, Latino, Asian, it's for everybody."

Es macht den Eindruck, dass er diese Aussage heute nicht mehr so treffen würde. Das aktuelle Interview wirkt wie eine erneute Abrechnung mit Eminem von einem Rapper, der mit dem Erfolg eines weißen Kollegen nicht klarkommen mag. Dabei verstrickt sich Benzino in diskriminierende Aussagen, die in der Tendenz eher ein persönliches Problem mit Eminem offenbaren als eine objektive Argumentation zeigen.

Der Beef mit Benzino war natürlich nicht das erste beziehungsweise letzte Mal, dass Eminem in derartige Auseinandersetzungen verwickelt war. Hier könnt ihr nachlesen, für wen Eminem ebenfalls mehrfach ins Studio gegangen ist, um ihn zu dissen:

7 Rapper, die Eminem mehrmals gedisst hat

Wenn Eminem jemanden disst, wächst dort in der Regel kein Gras mehr. Da kannst du Machine Gun Kelly fragen. Oder Evidence von den Dilated Peoples - obwohl der sagt, der Beef mit Eminem hätte für ihn im Endeffekt nicht besser laufen können.

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Eminem ist der Kobe Bryant des Raps, sagt Big Daddy Kane

Eminem ist der Kobe Bryant des Raps, sagt Big Daddy Kane

Von Michael Rubach am 16.02.2020 - 16:13

Der Tod von Kobe Bryant lässt die US-Szene auch mehrere Wochen nach dem tragischen Unglück nicht los. In seiner Rolle als Held und Inspiration für Jung und Alt hinterlässt der ehemalige Lakers-Star eine klaffende Lücke.

In einem Interview bei Cherie's World war nun Rap-Legende Big Daddy Kane zu Gast und äußerte sich auch zum Verlust von Kobe. Als es auf Nachfrage des Moderators darum ging, Basketball und Rap in ein Verhältnis zu bringen, setzte der Altmeister Eminem und Kobe auf die gleiche Stufe.

Eminem als Kobe Bryant des Raps

Besonders in den USA sind Basketball und die Rapwelt seit jeher fast untrennbar miteinander verwoben. Das kommt nicht zur zum Ausdruck, wenn Drake mal wieder bei einem Spiel seiner Toronto Raptors eskaliert. Nein, das Ballen in unterschiedlichen Betätigungsfeldern verbindet.

Jay-Z beispielsweise sieht sich in seinen Tracks gerne auf einem Level mit Michael Jordan agieren, der für viele als der größte Basketballer aller Zeiten gilt. In Songs wie "Hova Song (Intro)" bezieht sich Jay auf diese Ausnahmestellung. Der "Mike Jordan of Rap" untermauert so einen Legenden-Status, den er sich selbst zuschreibt.

Doch irgendwann war die Ära von Michael Jordan abgeschlossen. Als die Basketballrente rief, brachte sich Kobe Bryant als prägender Player der NBA in Stellung. Auch für ihn lässt sich also ein rappendes Pendant suchen. So ein Gedankenspiel sollte Big Daddy Kane auf Bitte des Interviewers zu Ende führen. Nach kurzer Überlegung räumte der Ostküsten-Veteran daraufhin Eminem den Kobe-Status ein. Dessen Schaffen sei für Rap so wichtig wie Kobe für den Basketballsport.



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Damn...Just DAMN!

Ein Beitrag geteilt von Big Daddy Kane (@officialbigdaddykane) am

Eminem & Kobe Bryant: Big Daddy Kane erklärt seine Einordnung

Gegenüber dem Portal HipHopDX erläuterte der Big Daddy Kane anschließend seine Aussage. Dabei schmückte er einzelne Phasen des US-Raps mit weiteren Beispielen aus. Jay-Z, 2Pac, Biggie und Nas seien MCs, die für eine gewisse Ära stünden. Im Anschluss daran hätten Eminem, Fabolous, Jadakiss und Ludacris aus seiner Sicht den größten Impact gehabt.

Bei seiner Antwort habe er vor allem lyrische Maßstäbe angelegt. Dies sei nämlich die Rap-Schule, aus der er selbst komme.

"Em und Jay-Z haben Dinge erreicht, die ich in meinem Leben nicht annährend erreicht habe. Sie sind beide Superstars im HipHop. Und darüber hinaus sind beide auch noch sehr lyrisch."

("Em and JAY-Z have achieved things that I have never came close to achieving in my life. They are both major stars in Hip Hop. And to top it off, they are both very lyrical. That’s where I was coming from.")


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