Der Beef mit Eminem war ein großer Fehler, sagt Evidence

Falls du nicht wusstest, weißt du jetzt: Eminem und Evidence hatten mal Beef. Klingt komisch, ist aber so. Die beiden Rapper haben sich gegenseitig sogar mit waschechten Disstracks gedisst. Evidence von den Dilated Peoples erinnert sich jetzt in einem Interview mit Talib Kweli an den Beef mit Eminem und erklärt, wie es dazu gekommen ist.

Everlast ist offenbar Schuld am Beef zwischen Eminem & Evidence

Wie ist der Beef entstanden? Wie Evidence im Gespräch mit Talib Kweli erklärt, war das Ganze fast schon ein Missverständnis, "ein großer Fehler". Everlast habe Eminem ohne Vorwarnung auf dem Remix zum Dilated Peoples-Track "Ear Drums Pop" gedisst.

Den meisten Anwesenden (Defari, Phil Da Agony und Planet Asia) sei zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht einmal klar gewesen, was da eigentlich gerade passiert sei. Evidence habe erst im Nachhinein realisiert, dass Everlast auf dem Track gegen Slim Shady gefeuert hatte und auch noch seine Tochter Hailie erwähnt.

Eminem wehrt sich mit D12-Disstrack gegen Everlast & Dilated Peoples

Eminem ließ den Diss nicht auf sich sitzen: Im Gegenteil, er hat direkt einen ganzen Disstrack gegen Everlast gedroppt. Darin geht es auch gegen Dilated Peoples und vor allem auch gegen Evidence. Das erklärt sich der Rapper dadurch, dass er vorher mit Eminem und Madchild gechillt habe.

Offenbar habe Eminem es ihm übel genommen, dass er den Diss von Everlast nicht verhindert habe. Zumindest vermutet das das Dilated Peoples-Mitglied und erklärt, es sei höchst unangenehm gewesen, von Eminem gedisst zu werden. Vor allem zu diesem Zeitpunkt, als Eminem quasi auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Bekanntheit war.

"Getting dissed by Eminem in the prime of his career – it was not cool."

Evidence reagiert mit eigenem Eminem-Diss "Search for Bobby Fisher"

Evidence sei sogar in einem Coffee Shop von der Angestellten auf seinen Beef mit Eminem angesprochen worden. Als die fragte, was er jetzt tun werde, ging er ins Studio und nahm einen eigenen Disstrack gegen Eminem auf.

Der Song sei sogar recht gut für die damaligen Verhältnisse gewesen. Unter anderem, weil Evidence jemanden in Detroit kannte, die einige Details über Eminem ausplauderte. Für seinen Disstrack gegen Eminem habe er dann zumindest Respekt bekommen.

Die Antwort von Eminem darauf sei schlechter gewesen, sagt Evidence:

"I thought I did good. I said some good shit. I just had some more info because he famous and I knew some girl in Detroit who knew things and she snitched on a bunch of little things, and he hit me back with another diss and it wasn't that good."

Ende gut, alles gut? Der Beef hätte anscheinend nicht besser laufen können

Der nächste Disstrack von Eminem sei in erster Linie nur gegen Everlast gerichtet gewesen. Der Streit wurde laut Evidence dann mit Hilfe von Proof (RIP) und Bizarre beigelegt. Im Endeffekt hätte es kaum besser laufen können für das Dilated Peoples-Mitglied.

Er sei nicht davor zurückgeschreckt, Eminem zu dissen. Dafür habe er Respekt gezollt bekommen und ansonsten sei nichts Schlimmes passiert.

"That thing couldn't have worked out any f*cking better. Nothing really happened. I got to get respect for not backing down from somebody who was Godzilla and that was f*cking it."

Das bisher letzte Album der Dilated Peoples "Directors of Photography" hat gestern seinen fünften Geburtstag gefeiert. In unserem Interview mit Evidence hat er allerdings keine allzu großen Hoffnungen auf ein neues Werk der Gruppe gemacht:

"Niemand sagt mir, was ich zu tun habe": Evidence über persönliche Krisen, Vaterschaft & "Weather Or Not" (Interview)

Evidence besitzt die Fähigkeit, mit seinen Texten Menschen zu berühren, ohne uncool zu sein. Er rappt vielleicht nicht besonders schnell oder mit besonders komplexen Reimen, aber dafür aus Überzeugung und tiefstem Herzen. Offenheit, Intelligenz und ein unheimlich exaktes Sprachgefühl sprühen aus jeder Zeile. Dabei scheut das Dilated Peoples-Mitglied auch nicht vor düsteren Themen zurück.

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Verstorbener Nipsey Hussle disst 6ix9ine auf Rick Ross' "Port Of Miami 2"

Verstorbener Nipsey Hussle disst 6ix9ine auf Rick Ross' "Port Of Miami 2"

Von Clark Senger am 10.08.2019 - 14:37

Seit gestern kann man Rick Ross' neues Studioalbum "Port Of Miami 2", die Fortsetzung der Debüt-LP von 2006, hören. Durch den Song "Rich N*gga Lifestyle" ergibt sich eine relativ kuriose Konstellation: Der Ende März erschossene Rapper Nipsey Hussle disst darauf Tekashi 6ix9ine, der seit November inhaftiert ist.

Nipsey Hussle disst "fake n*gga" 6ix9ine

Die Abneigung des beliebten LA-Rappers gegenüber 6ix9ine war auch zu seinen Lebzeiten kein Geheimnis. Für Rozays neue Platte rappte er vor seinem Ableben noch einen Part ein, in dem er dessen Verhalten kritisiert und sein Verständnis von Realness anreißt.

"I can't name a fake n*gga that was not exposed / How y'all n*ggas so surprised that Tekashi told? / Ain't a real street n*gga 'less you got a code"

("Ich kann nicht einen fake N*gga nennen, der nicht entblößt wurde / Wie könnt ihr so überrascht sein, dass Tekashi geplaudert hat? / Du bist kein echter Street-N*gga, wenn du keinen Kodex hast")

Dass Rick Ross Zeilen gegen 6ix9ine eine Bühne bietet, überrascht kaum. Auf Meek Mills Song "What's Free" droppte Renzel Lines, die sich ziemlich sicher auch gegen den Paradiesvogel gerichtet haben.

"Screaming 'gang gang' now you wanna rat / Racketeering charges caught him on a tap / Lookin' for a bond, lawyers wanna tax / Purple hair got them f*ggots on your back"

Auch von Nipsey Hussle sind es nicht die ersten Worte gegen Tekashi. Im Gespräch mit Big Boy konnte er in seinen Ausführungen logischerweise weiter ins Detail gehen und seinen Blickwinkel erläutern. Er war der Meinung, Rapkollegen sowie die breite Öffentlichkeit hätten 6ix9ines angriffslustiges und provokantes Verhalten mit Nichtbeachtung strafen sollen.

"The public should follow the real n*ggas, if the real n*ggas ain't reacting so y'all don't react. Put the dude on goofy time and just let him sit over here doing what he doing till that shit expire, cause it always gonna self-destruct, clearly."

("Die Öffentlichkeit sollte den Echten folgen. Wenn die Echten nicht reagieren, reagiert ihr alle nicht. Lasst ihn seinen Schwachsinn machen, bis der Mist vorbei ist, denn so etwas wird sich immer von alleine zerstören, ganz klar.")


REAL 92.3 LA on Twitter

You gotta demand more from the public..." @NipseyHussle thoughts on Tekashi #BigBoy https://t.co/9JQMiEnuVi

Rick Ross mit Zeilen an Kanye West

Aber auch Rozay selbst sorgt mit einigen Zeilen für Schlagzeilen. Im Song "Vegas Residency" spricht er Kanyes kurioses TMZ-Interview und seine Sympathie für Donald Trump an:

"Watching Kanye interview, feel like I wanna cry / For every innocent brother charged with a homicide / Went from battle raps to now we wearing M.A.G.A. hats / Dade County, n*gga, mansions up in Tamarac / Never golfing with the Trumps and I give you my word"

Rozays neues Album, auf dem auch Meek Mill, Denzel Curry, A Boogie Wit Da Hoodie, Jeezy, Swizz Beatz und viele mehr vertreten sind, kannst du hier streamen.


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