Battle mit Bushido: Kool Savas erklärt sich zum Sieger

Kool Savas erinnert sich im aktuellen Interview mit Zeit online an einige Rapper, die während seiner über 25-jährigen Laufbahn die Competition mit ihm gesucht haben. Neben der legendären Auseinandersetzung mit Eko Fresh spricht Savas dabei auch explizit über Bushido. So erklärt KKS, warum er auf frühere Disses seines Berliner Kollegen nie eingegangen ist.

Kool Savas über Bushido: "Lyrisch nie auf meiner Ebene"

Kool Savas und Bushido: Zwei Big Names der Deutschraphistorie, die bisher nicht unbedingt in einem gemeinsamen Battle-Kontext aufgetaucht waren. Lediglich durch Ekos Abgang von Optik Records und seinem anschließenden Signing bei ersguterjunge gab es seinerzeit Berührungspunkte. Und so gut wieder jeder Deutschrapfan weiß: Die Beziehung von Bushido und SAV galt als "bisschen vorbelastet".

Auf die persönlichen Herausforderungen von Bushido sei Savas jedoch einfach nie eingegangen. Dieses komplette Ignorieren macht ihn aus seiner Sicht zum Gewinner dieses einseitig geführten Battles. Außerdem seien die Schreibfähigkeiten von Bushido schlichtweg nicht auf seinem Level gewesen. Mit einer typischen Hiphop-Attitüde ergänzt Savas noch, dass er es prinzipiell sogar wertschätze, wenn er mal hier und da mit einer Line bedacht werde.

"Bushido hat mich in seinen Texten regelmäßig mit ein paar Seitenhieben erwähnt. Weil ich Bushido lyrisch aber nie auf meiner Ebene gesehen habe, da darübergestanden und nie darauf reagiert habe, habe ich dieses Battle in meinen Augen gewonnen. Dass ich mal in einer Songzeile angegriffen werde, passiert immer mal wieder und ich freue mich darüber – das zeigt doch nur meine Relevanz."

Zusätzliche Beweggründe für den entspannten Umgang mit den Attacken schiebt Savas direkt hinterher. So führt er aus, dass er nur mit jemandem "richtig Streit" haben könne, den er "vorher in irgendeiner Form geliebt habe". Das sei bei Bushido nicht der Fall.

Es macht nicht den Anschein, dass Kool Savas mit seinen Äußerungen den alten Konflikt ins Jahr 2021 befördern will. Erst im Sommer letzten Jahres erklärte er in einer Insta-Fragerunde, dass es keinerlei Probleme mit Bushido gäbe.

"Nein, wozu sollte ich ein Problem mit ihm haben, gibt keinen Kontakt."

Doch worauf spielt Kool Savas überhaupt an, wen er von "ein paar Seitenhieben" aus der Richtung von Bushido spricht?

Rückblick: Bushido disst Kool Savas

Auf seinem Debütalbum "Vom Bordstein bis zur Skyline" (2003) beschreibt Bushido auf "Mein Revier" eine Art Wachablösung im Deutschrap. Das von Kool Savas gegründete Label Optik Records wird dort von Aggro Berlin geschluckt.

"Keiner schiebt mehr Optik! Alle sind auf Aggro!"

Ein paar Jahre später geht es direkt gegen Kool Savas. Auf "Hai Life" aus dem Album "Heavy Metal Payback" (2008) macht Bushido gemäß der Line zum ersten Mal öffentlich deutlich, was er eigentlich vom King of Rap hält.

"Dreizehnter Bar, ich rappe einfach zu hart / Ich hab's noch nie gesagt, doch ich scheiß' auf Savas"

Auf dem Sido-Kollaboalbum "23" (2011) widmet sich Bushido ebenfalls sehr konkret Kool Savas. So schickt er in seiner Strophe auf dem Track "Und schon wieder" einige Deutschrap-Urgesteine "in Rente". Kool Savas hat sogar bereits ein Begräbnis hinter sich.

"Ihr seid längst tot, King Kool wurd' beerdigt / Vorbeischaun bei Niketown, der Schuh ist jetzt fertig"

Das lyrische Begräbnis vor knapp zehn Jahren hat Kool Savas nicht davon abgehalten, weiter Musik zu machen. In wenigen Tagen erscheint sein neues Album "Aghori". Dass der "Rapkiller" vom Battle- in den Versöhnungsmodus schalten kann, bewies er Anfang des Jahres. Er und Eko haben ihre gemeinsame Vergangenheit aufgearbeitet.

Kool Savas & Eko Fresh haben ihren Beef beendet

Einer der wohl legendärsten Beefs der Deutschrap-Geschichte hat nun wohl endgültig sein offizielles Ende gefunden. Wie Kool Savas in einer Instagram-Story verriet, habe er sich mittlerweile mit Eko Fresh ausgesprochen und vertragen. Eko hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder erwähnt, dass er mit diesem Teil seiner Karriere abgeschlossen hätte.

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Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Von Renée Diehl am 15.09.2021 - 13:31

Beef, parallele Album-Releases und Streaming-Duell: Zwischen Kanye West und Drake ging es in der letzten Zeit ordentlich rund. Dass die kurz aufeinanderfolgenden Releases von Kanyes "Donda" und Drakes "Certified Lover Boy" kein Zufall waren, war also von Anfang an offensichtlich. Nun aber meldet sich der Producer Todd Rundgren, der an "Donda" mitgearbeitet hatte, zu Wort – laut ihm hatte sich Kanye West durch Drake zum früheren Release seines Albums gezwungen gefühlt. 

Drake ist angeblich schuld an voreiligem "Donda"-Release

In seinem Interview mit "Ultimate Classic Rock" betont Produzent Todd Rundgren, dass das Timing des Donda-Releases kein Zufall war. Er selbst sei an den Aufnahmesessions für Kanyes zehntes Album beteiligt gewesen und behauptet, Drake habe "den ganzen Prozess angeführt". Kanyes Entscheidung, "Donda" zu veröffentlichen, sei so eine direkte Reaktion auf die Bekanntwerdung des Releasedatums von "CLB" gewesen: 

"Mein Engagement dauerte ein Jahr, und am Ende wurde mir klar, warum sie das Ganze so hastig eingetütet haben und offensichtlich rohes, unverarbeitetes Zeug veröffentlicht haben. Das liegt daran, dass Drake den gesamten Prozess anführte. Er [Kanye West, Anm. d. Red.] hatte zu viel Angst, dass Drake ihn übertrumpfen würde, also beeilte er sich und veröffentlichte das Album am Wochenende, bevor Drake sein Album herausbringen konnte. Und am Ende hat Drake trotzdem seinen Teil von Kuchen bekommen."

("My involvement went on for a year, and in the end I realized why they hurriedly wrapped the whole thing up and put out what is obviously really raw, unprocessed stuff. It’s because Drake was running the whole process. He was too afraid that Drake would one-up him, so he hurried up and released the album the weekend before Drake could get his out. And in the end, Drake ate his lunch anyway.") 

Drake hatte am 27. August das Releasedatum für "Certified Lover Boy" für den 3. September bekannt gegeben. Zwei Tage später droppte Kanye West (jetzt auf Apple Music streamen) "Donda" im Anschluss an seine Listening-Party in Chicago.

Rundgren nennt Kanye West einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten"

Insgesamt lässt Rundgren kaum ein gutes Haar an seiner Zusammenarbeit mit Kanye West. Die beiden hätten über ein Jahr an "Donda" zusammengearbeitet und niemals habe er gewusst, wieviel von seinem Input wirklich genutzt werden würde. Am Ende hätte er Material für rund drei Kanye-Alben auf seinem Rechner gehabt und dann aufgrund des geringen Feedbacks die Zusammenarbeit beendet:

"Als es im Juli auf die Zielgeraden [der Albumproduktion, Anm. d. Red] zuging, sagte ich nur: 'Das reicht mir. Ich habe keine Ahnung, ob davon etwas verwendet wird.' Man bekommt nicht viel Feedback von ihm."

("When it got into the homestretch in July, I just said, 'That’s enough for me. I have no idea whether any of this is being used.' You don’t get much feedback from him regarding what it is.")

In seinem Rant nennt er Kanye West außerdem einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten", denn niemand "würde ein solches Album machen, außer er hätte Geld zum aus dem Fenster werfen übrig". Was unsere Redakteurin Alina von "Donda" hielt, lest ihr übrigens hier:

Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

"Donda" is here: Nachdem Kanye West seine Fans wochenlang mit immer absurder werdenden Listening-Partys gequält hat, ist das 10. Studioalbum des gebürtigen Chicagoers doch tatsächlich rausgekommen. Wer hätte es gedacht? Ich auf jeden Fall nicht. Denn Ye ( so heißt er doch jetzt, oder nicht?) ist ja seit jeher bekannt für messy Promo-Phasen.


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