Banksys neues Bild macht auf Obdachlosigkeit aufmerksam

Banksy will mit seinem neuen Werk in Birmingham offenbar Obachlosigkeit sichtbarer machen. Es zeigt zwei Rentiere, die so an die Wand gebracht wurden, dass es aussieht, als würden sie eine Bank ziehen. In einem Instagram-Video, das von Banksy veröffentlicht wurde, ist ein mutmaßlich Obdachloser zu sehen, der sich auf der Bank hinlegt.

Obachlosigkeit & Weihnachten: Banksy-Bild in Birmingham aufgetaucht

Wie so oft regt auch dieses Banksy-Werk zum Nachdenken an. Das neue Bild ist wie gewohnt ohne Vorankündigung oder ähnliches an einer Bank in der Birminghamer Juwelier-Gegend aufgetaucht. Die BBC zitiert einen der Juweliere von dort sowie Luke Crane vom Jewellery Quarter Business Improvement District, die sich begeistert zeigen.

Das Banksy-Bild sei "sehr, sehr clever" und "brilliant". Es zeige, dass sich Banksy Gedanken zur Problematik der Obdachlosigkeit mache. Auch der Zeitpunkt sei perfekt gewählt. Mittlerweile habe das Bild sehr viel Aufmerksamkeit bekommen und viele Menschen würden auf der Bank für Fotos posieren. Jetzt solle es vor allem geschützt werden.

Auf dem Instagram-Account schreibt Banksy zum Video dazu, dass die Birminghamer sich sehr freigiebig gezeigt hätten. Während der 20-minütigen Dreharbeiten seien viele Leute vorbeigekommen, die dem im Video sichtbaren Menschen ein Feuerzeug, ein Heißgetränk und zwei Schokoriegel gegeben hätten – ohne dass der nach irgendetwas gefragt hätte.

. God bless Birmingham. In the 20 minutes we filmed Ryan on this bench passers-by gave him a hot drink, two chocolate bars and a lighter - without him ever asking for anything.

997.2k Likes, 12.8k Comments - Banksy (@banksy) on Instagram: ". God bless Birmingham. In the 20 minutes we filmed Ryan on this bench passers-by gave him a hot..."

Jemand hat den Rentieren schon rote Nasen verpasst

Die Schutzversuche kommen für das Banksy-Bild schon zu spät: Obwohl um das Banksy-Bild wohl bereits Barrikaden errichtet wurden, habe diese jemand überwunden, um den beiden Rentieren rote Nasen zu verpassen.

Was natürlich seinerseits ebenfalls Stoff zum Nachdenken liefert: Das Kunstwerk wird dadurch nicht weniger kunstvoll, könnte jemand argumentieren. Die roten Nasen könnten auch einfach als eine Art Erweiterung angesehen werden.

Immerhin dürfte Banksy selbst ja wohl ebenfalls keinerlei Genehmigung dafür gehabt haben, als er die beiden Rentiere auf die Wand gemalt hat. Es wäre wirklich interessant zu erfahren, was er selbst davon hält, dass sie jetzt rote Nasen bekommen haben.

Ben Sidwell on Twitter

Incredibly in the last half hour someone has jumped the barriers which are around the #Banksy street art in the Jewellery Quarter in Birmingham and has defaced it by spraying two red noses onto the reindeer. More on @bbcmtd at 6.30pm #banksyinbrum

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Banksy sponsert Sea-Watch ein Schiff zur Seenotrettung

Banksy sponsert Sea-Watch ein Schiff zur Seenotrettung

Von Michael Rubach am 28.08.2020 - 12:11

Streetart-Ikone Banksy hat der Seenotrettungs-Initiative Sea-Watch die finanziellen Mittel zum Kauf eines neuen Schiffs beschert. Die Louise Michel befindet sich bereits im Einsatz und wurde offenkundig von dem britischen Künstler nicht nur gesponsert, sondern auch bemalt.

Banksy unterstützt zivile Seenotrettung

Die englische Zeitung The Guardian hat genauer über die besondere Spende des Künstlers berichtet. Via E-Mail habe sich Banksy im September 2019 mit der Kapitänin Pia Klemp in Verbindung gesetzt. In einer dem Guardian vorliegenden Nachricht bringt er seinen Respekt für die Arbeit von Sea-Watch zum Ausdruck und verdeutlicht, dass er die Einnahmen aus seinem künstlerischen Engagement in Bezug auf die weltweiten Fluchtbewegungen nicht für sich behalten könne. Also wirft er einen Vorschlag in den Raum:

"Könntest du es gebrauchen, um ein neues Boot oder so zu kaufen? Bitte lass es mich wissen. Super Arbeit. Banksy."

("Could you use it to buy a new boat or something? Please let me know. Well done. Banksy.")

Die daraufhin gekaufte Motoryacht soll laut der Zeitung früher dem französischen Zoll gehört haben. Das Schiff sei zwar kleiner, aber dafür schneller als übliche Rettungsschiffe der zivilen Seenotrettungsorganisationen. Wie Sea-Watch auf Twitter schreibt, war das Banksy-Boot schon an Aktionen im Mittelmeer beteiligt und hat dort Einsätze abgesichert. 89 Menschenleben seien so gerettet worden.

Was die Louise Michel weiterhin von anderen NGO-Schiffen unterscheidet, ist ebenfalls mit dem bloßen Auge gut erkennbar. Banksy hat sich offenbar künstlerisch ausgetobt. So ist auf Fotos ein Mädchen mit einem herzförmigen Rettungsring zu sehen. Darüber hinaus wurden weite Teile des Schiffs pink bemalt. Wer die Mission von Sea-Watch und im Speziellen der Louise Michel unterstützten möchte, kann hier spenden.

Banksys Arbeiten beschäftigen sich permanent mit gesellschaftlichen Problemen und Schieflagen. Der anonyme Künstler legt mit seinen Werken und Aktionen immer wieder aufs Neue den Finger in die Wunde. Der U-Bahn in London stattete er kürzlich einen Besuch ab, um für das Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr zu werben.

Banksy wirbt mit neuem Werk fürs Maskentragen

Streetart-Star Banksy hat die U-Bahn in London besucht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eventuell sogar der Künstler selbst hat das Innere eines Waggons mit Bildern von Ratten verziert. Warum? Weil er darauf aufmerksam machen will, dass wir weiterhin inmitten einer Pandemie stecken, die uns gegenseitige Rücksicht abverlangt.


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