50 Cent fällt mal wieder mit transfeindlichen Aussagen auf

Oskar-Preisträgerin Halle Berry kündigte letzte Woche an, für einen kommenden Film die Rolle eines Trans-Mannes zu übernehmen. In den darauffolgenden Backlash mischte sich auch 50 Cent ein, jedoch nur aus dem abstrusen Grund, dass er Halle Berry dann nicht mehr attraktiv finden könnte. Das ist nun die zweite äußerst unpassende Bemerkung von Fifty in den letzten Tagen.

Warum Halle Berry keinen Trans-Mann spielen soll

Halle Berrys Ankündigung für einen kommenden Film einen Trans-Mann zu spielen, traf vielerorts auf Missmut. Befeuert wurde dieser dann dadurch, dass sie in einem Interview den zu spielenden Charakter mit dem falschen Pronomen beschrieb. Nach ein wenig Bedenkzeit verkündete Berry, die Rolle doch nicht anzunehmen, auch um Platz für Transgender-Schauspieler zu machen.

50 Cent konnte es sich nicht verkneifen, einen Kommentar zu der Situation abzulassen. Er hatte auch ein Problem damit, dass Halle Berry einen Trans-Mann spielen wollte. Allerdings rührte seine Empörung daher, dass es ihm dann von nun an nicht mehr möglich sei, Halle Berry attraktiv zu finden. Als Antwort auf Halle Berrys Ankündigung postete er:

"Oh my God, so if I still think your beautiful. I’m gay ass a MF. No. Next Idea LOL".

Und das, obwohl er mal so ein Fan von ihr war:

"Man what if Halle Berry was my next baby moms?/
Shit I'd give that child support up with no problems"
(50 Cent auf What If)

Es ist nicht das erste Mal, dass Fifty sich unangemessen gegenüber Transgender-Menschen äußerte. Erst letztes Jahr machte er sich auf transfeindliche Weise über das ehemalige G-Unit-Mitglied Young Buck lustig, da dieser angeblich in einer Beziehung mit einer Trans-Frau war.

50 Cent und die Damenwelt

Nicht nur mit seinem unnötigen Kommentar zu Halle Berry setzte sich der „Power“-Star in die Nesseln. Zwei Tage zuvor war er in Lil Waynes Interview-Show "Young Money Radio" zu Gast und äußerte sich dort zum angeblichen Verhalten von Schwarzen Frauen.

"Die werden genervt. Die werden sauer. Du siehst viele Schwestern, die sagen: "Du bist mit solchen oder solchen Frauen unterwegs?" Die sind exotisch! Die sehen ganz anders aus, als die, die du in der Nachbarschaft siehst. Die sehen aus, als wären die vom Boot gekommen."

("They get mad. They get angry. You see a lot of sisters go: 'You f*ck with this kind of girl and that kind of girl?' That sh*t is exotic! That sh*t look a lot different than the shit you see in the neighborhood all of the time. That sh*t look like it came off a boat.")

Viele Frauen fühlten sich durch 50s Kommentare angegriffen, darunter scheinbar auch die Tochter von Lil Wayne. Regina Carter machte sich auf Twitter Luft und verfasste einen Tweet, der an Fifty gerichtet zu sein scheint – auch wenn sie ihn nicht erwähnt.

50 Cent zeigte sich hingegen gänzlich unbeeindruckt. Er repostete das Video von The Shade Room und erklärte, dass er sich nicht entschuldigen wolle und zu dem stehen würde, was er gesagt habe.

Es bleibt zu hoffen, dass seine Freundin Cuban Linx ein klärendes Gespräch mit Fifty über Fetischismus und Exotismus führt. Auf Insta kündigte sie immerhin schon an: "...don’t worry ladies, I already knocked him upside his big ass head".

50 Cent mit Rundumschlag: Diss gegen Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO

50 Cent wird einfach nicht müde, seine Rolle als Provokateur zu spielen. In einer weiteren Episode des Young Money Radio mit Lil Wayne ist es Fifty nun gelungen, mit ein paar knappen Ausführungen gleichzeitig gegen Meek Mill, Rick Ross und die First Lady von Roc Nation auszuteilen.

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Sturm auf US-Kapitol: Die Rap-Welt reagiert auf Ausschreitungen in Washington

Sturm auf US-Kapitol: Die Rap-Welt reagiert auf Ausschreitungen in Washington

Von Michael Rubach am 07.01.2021 - 13:09

Anhänger*innen von Donald Trump haben den Sitz des US-Kongresses in Washington gestürmt. Berichten zufolge sind bei den chaotischen Szenen rund ums Kapitol vier Menschen ums Leben gekommen. Tagesschau.de schreibt von mindestens 50 Festnahmen, die es gegeben habe. Zahlreiche Reaktionen auf dieses beispiellose Ereignis in der amerikanischen Geschichte kommen auch aus der Rapszene.

Chaos in Washington: Wie kam es zu den Ausschreitungen?

Eine aufgebrachte Menschenmenge hatte sich den Weg ins Kapitol gebahnt, um gegen die Bestätigung des Wahlergebnisses der US-Präsidentschaftswahl zu protestieren. Diese hatte vergangenes Jahr der demokratische Kandidat Joe Biden für sich entschieden. Zahlreiche Politiker*innen (unter anderem die kommende Vize-Präsidentin Kamala Harris) mussten nach dem Eindringen der Trump-Fans offenbar in Sicherheit gebracht werden. Um die chaotische Lage wieder unter Kontrolle zu bringen, rückte schließlich die Nationalgarde an.

Vor den Ausschreitungen wiederholte Donald Trump bei einer Rede altbekannte Vorwürfe. Durch Wahlbetrug sei seine zweite Amtszeit verhindert worden. Stichhaltige Beweise konnte er abermals nicht vorbringen. Dafür rief er dazu auf, vor das Kapitol zu ziehen und gegen den "Diebstahl" der Wahl "friedlich und patriotisch" zu protestieren. Dieser Aufforderung folgten seine Getreuen nur bedingt. Tausende Trump-Anhänger*innen durchbrachen Polizeiabsperrungen und besetzten mehrere Stunden das Gebäude. Angela Merkel sprach in einem Statement von "verstörenden Bildern".

Wie der Spiegel unter Berufung auf den zuständigen Polizei-Chef schildert, sind in der Umgebung des Kapitols zwei Rohrbomben gefunden worden. Auch habe man in einem parkenden Auto ein Gewehr und Molotowcocktails entdeckt.

Cardi B, 50 Cent & mehr äußern sich zu den eskalierten Protesten

Cardi B bringt in gleich mehreren Tweets ihre Fassungslosigkeit zum Ausdruck. Sie fragt sich einerseits, wo die Nationalgarde bleiben würde, um den Parlamentssitz zu schützen. Andererseits erinnert sie daran, wie Donald Trump mit den Protestierenden umgesprungen ist, die im Rahmen von Black Lives Matter unterwegs waren. Der 45. US-Präsident scheute sich beispielsweise nicht davor, sie als "Vebrecher*innen" darzustellen. In einem entfernten Tweet nannte er die nun randalierenden Personen hingegen "großartige Patrioten".

50 Cent, der vor der US-Wahl kurzzeitig im Team Trump zu spielen schien, hat ebenfalls eine Unverhältnismäßigkeit ausgemacht. Fiddy teilt zur Verdeutlichung unter anderem ein Foto, das die Schutzmaßnahmen des Kapitols während der Black Lives Matter-Proteste abbilden soll. DJ Scratch zieht ähnliche Vergleiche. Meek Mill spricht von "zwei Amerikas", die er anhand der aktuellen Bilder ausmache.

Wale sieht in den Szenen aus dem Parlamentsgebäude eine weitere Bestätigung dafür, dass die Hautfarbe einen Unterschied macht.

Ja Rule und Lil Nas X haben für die absurden Geschehnisse Jokes übrig. Sie stellen in Aussicht, die Dinge vor Ort selbst in die Hand zu nehmen. ScHoolboy Q würde sich bei Bedarf wohl ebenfalls dazu begeben. Freddie Gibbs ist offenbar fasziniert, insofern die Polizei eingreift.

Eminem-Homie Royce Da 5'9'' ordnet die Szenen als "Zombieapokalypse" ein. 2 Chainz stellt ein großes "WIE?" in den Raum und postet Aufnahmen der Trump-Supporter*innen aus dem Kapitol.

Ahzumjot erkennt wie seine US-Kolleg*innen gewisse Unterschiede beim Umgang mit Protestierenden.

Fatoni hat sich ein besonderes Exemplar der Trump-Getreuen vorgenommen und baut ein klassisches Meme.

DJ Boulevard Bou formuliert eine Frage, die sich gegenwärtig einige stellen dürften:


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