50 Cent lässt sich von Comedian zu "F*ck Donald Trump" animieren

In Bezug auf die bevorstehende US-Wahl zeigt sich 50 Cent ziemlich unentschlossen. Seine politischen Ratschläge an die Fanbase unterliegen heftigen Schwankungen. Nachdem der New Yorker seinen über 26 Millionen Follower*innen auf Instagram kürzlich nahelegte, für Donald Trump zu stimmen, scheint er nun wieder zurückzurudern. Ein Angebot einer Komikerin hat Fifty dazu veranlasst, eine 360-Grad-Wende hinzulegen.

50 Cent: "F*ck Donald Trump"

Die Comedian Chelsea Handler und 50 Cent haben eine gemeinsame Vergangenheit. Die beiden waren um 2010 herum kurzzeitig ein Paar. Nun tauchte sie in Jimmy Fallons "The Tonight Show" als Gesprächsgast auf und wurde auch auf den öffentlichen Trump-Support des Hiphop-Moguls angesprochen. Die Komikerin erklärte daraufhin ohne erkennbare Ironie, dass 50 Cent sich bewusst sein müsse, dass seine Aussagen auf Social Media - egal ob ernst gemeint oder nicht - eine Wirkung haben.

"Ich musste ihn daran erinnern, dass er eine Schwarze Person ist und dass er nicht für Donald Trump stimmen kann und dass er nicht eine ganze Reihe von Menschen beeinflussen sollte, die ihm vielleicht zuhören, weil er sich Sorgen um seinen persönlichen Geldbeutel macht."

("I had to remind him that he’s a Black person so he can’t vote for Donald Trump and he shouldn’t be influencing an entire swath of people who may listen to him because he’s worried about his own personal pocketbook")

Mit welchen Methoden sie mit dieser Botschaft zu 50 Cent vordringen will, führt sie ebenfalls aus. Sie möchte 50 Cent offenbar an einem Punkt packen, der wohl einige Männer zum Nachdenken anregen würde.

"Ich habe noch nichts von ihm gehört, aber ich bin bereit, den Deal auf mehr als eine Weise zu besiegeln, wenn er seine Meinung ändert und Donald Trump öffentlich anprangert. Ich könnte bereit sein, noch eine Runde zu drehen, wenn du verstehst, wovon ich rede."

("I haven’t heard from him yet, but I’m ready to seal the deal in more ways than one if he changes his mind and publicly denounces Donald Trump. I might be willing to go for another spin if you know what I’m talkin’ about.")

50 Cent hat von diesen Aussagen Notiz genommen und gibt vor, dem Vorschlag aufgeschlossen gegenüberzustehen. Statt sich weiter über eventuelle Steuererhöhungen einer Regierung unter Joe Biden aufzuregen, schreibt er nun "F*ck Donald Trump, I never liked him". Anschließend zitiert er aus nicht nachvollziehbaren Gründen aus dem Gangsta-Epos "Scarface".

Diese Äußerung von Troll-Champion Fiddy ist ähnlich schwierig einzuschätzen wie sein vormaliger Trump-Support. Wie es wirklich um seine politische Haltung steht, verschleiert der 45-Jährige hinter seinem Social-Media-Getöse.

Schon im Vorfeld bot Chelsea Handler via Twitter an, die Steuern von 50 Cent zu bezahlen, insofern er dann wieder zu Sinnen käme. In diesem Zusammenhang bezeichnet sie Fiddy auch als ihren "liebsten Ex-Boyfriend".


Foto:

Screenshot via twitter.com/chelseahandler

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Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Von Till Hesterbrink am 17.11.2020 - 12:34

Barack Obama gab vor Kurzem dem Magazin The Atlantic ein Interview anlässlich seines anstehenden Buches. In dem Gespräch mit Journalist Jeffrey Goldberg erklärte der ehemalige US-Präsident, dass seiner Auffassung nach Hiphop mitverantwortlich für den Aufstieg Donald Trumps gewesen sei. Grund dafür wäre der häufig mitschwingende Materialismus.

Barack Obama: "Wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld"

Goldberg fragt Obama im Laufe des Interviews, was dieser glaube, warum Donald Trump so erfolgreich werden konnte. Obama vergleicht Trump daraufhin mit Richie Rich, dem Millionärserben des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1994, der seit Wort nie hielt und keinerlei Interesse daran zeigte, Verantwortung zu übernehmen. Obama meint, es hätte eine Entwicklung des klassischen Bildes des Mannes, von jemandem, der die schwachen beschützt, zu jemandem, der einfach zeigt was er hat und kann gegeben. Diese Entwicklung würde er dem Fernsehen zuschreiben.

"Dann siehst du Lifestyles Of The Rich And Famous, was dir vermittelt, entweder du hast es oder du bist ein Loser. Und Donald Trump verkörpert diese kulturelle Bewegung, die nun tief in der amerikanischen Kultur verankert ist."

("Then you start seeing Lifestyles of the Rich and Famous, that sense that either you’ve got it or you’re a loser. And Donald Trump epitomizes that cultural movement that is deeply ingrained now in American culture.")

Aber nicht nur beim Fernsehen sieht Obama eine Teilschuld für den Aufstieg Trumps. Auch Hiphop und Rapmusik sollen seiner Meinung nach einen großen Teil dazu beigetragen haben. Er sei nicht über den Anstieg von Populismus überrascht gewesen, fände es jedoch interessant, wer geholfen habe, diesen zu verbreiten.

Unter anderem Lil Pump, 50 Cent, Ice Cube und Lil Wayne hatten für die vergangene Kampagne Trumps ihre Hilfe oder Unterstützung angeboten. Obama müsse sich nach eigenen Angaben häufig selbst daran erinnern, wofür Hiphop in den meisten Fällen stehen würde. Der Hang zum Materialismus und das protzende Auftreten vieler Rapper hätten einen klaren Einfluss auf die Gesellschaft. Hiphop würde häufig die gleichen Werte wie Donald Trump vertreten.

"Leute schreiben darüber, dass Trump [in der Präsidentschaftswahl 2020] mehr Unterstützung von Schwarzen Männern gewinnen konnte und über den ein oder anderen Rapper, der ihn unterstützte. Ich muss mich selbst daran erinnern, dass wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld. Viele Rap-Videos propagieren dieselben Werte wie Donald Trump darüber, was es heißt, berühmt zu sein. Alles ist aus Gold. Das festigt sich und sickert in die Kultur durch."

("People are writing about the fact that Trump increased his support among Black men [in the 2020 presidential election], and the occasional rapper who supported Trump. I have to remind myself that if you listen to rap music, it’s all about the bling, the women, the money. A lot of rap videos are using the same measures of what it means to be successful as Donald Trump is. Everything is gold-plated. That insinuates itself and seeps into the culture.")

Barack Obama & Hiphop

Eigentlich hat der ehemalige US-Präsident eine große Liebe für Hiphop und machte diese auch immer wieder öffentlich bekannt. So erklärte er erst letztes Jahr unter anderem "The London" von Young Thug, J. Cole und Travis Scott sowie "Suge" von DaBaby zu seinen Lieblingssongs 2019.

Zu seinem neuen Buch "The Promised Land" veröffentlichte Obama eine zugehörige Playlist. Auch in dieser sind Hiphop-Stars wie Jay-Z, Eminem oder Beyoncé zu finden.

Es scheint also eher so, als würde sich Obamas Kritik an Hiphop vor allem an die neue Generation an Rappern richten. Dieser wird schließlich häufig vorgeworfen, den ursprünglichen Zweck der "Message" von Hiphop nicht mehr zu erfüllen.


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