Die besten US-Rap Tracks 2015 - bisher
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2015 wird ein gutes Jahr!

Die Leute, auf die immer alle Augen gerichtet sind, haben bislang ordentlich abgeliefert. Kendrick und Drake haben bereits gedroppt, A$AP Rocky tut alles, um uns heiß zu machen und auch Kanye West ist schon voll in Fahrt.

Nicht nur dank der bisherigen und bevorstehenden Alben dieses Quartetts scheint 2015 ein gutes Jahr für die Rap-Welt zu werden. Es gab einen Rap-Oscar und jede Menge gute Musik.

Im Januar haben wir vorausgeschaut, jetzt blicken wir auf das erste Quartal zurück und lassen uns dabei ein klein wenig Spielraum Richtung spätes 2014.

In so einer Liste kann Subjektivität natürlich nicht außen vor gelassen werden und das soll sie auch gar nicht. Vielleicht findest du ja so noch den einen oder anderen dicken Tune, den du gar nicht auf dem Schirm hattest. Wir sind gespannt, was du von der Auswahl hältst und welche Tracks du uns noch empfehlen kannst!

A$AP Rocky - Lord Pretty Flacko Jodye 2 (prod. Nez, Rio)

Darf auf gar keinen Fall fehlen! Rocky liefert mit Lord Pretty Flacko Jodye 2 ziemlich genau das, was man von ihm erwartet: seinen bewährten Sound.

Wer seinen Style schon gefunden hat, kann sich vollkommen darauf konzentrieren, ihn zu perfektionieren und weiterzuentwickeln. Omnipräsenter Bass, charakteristische Synthies und ein kleiner Epilog als Hommage an Yams, das verstorbene Mastermind hinter dem A$AP Mob.

Locker einer der Tracks des Jahres (bis jetzt)! Und macht richtig Bock auf At.Long.Last.A$AP und das Splash! 18.

Tech N9ne - Aw Yeah? (prod. Seven)

Für diesen Track hat Tech N9ne seine Tradition gebrochen, nie das Intro eines neuen Albums vor Release zu veröffentlichen. Dem die Kohle wie ein Boss scheffelnden Indie-Rapper lag einfach zu viel auf dem Herzen, das er loswerden musste.

Terrorisierende religiöse Fanatisten ziehen mordend durch Afrika, während in den Staaten CoCo hart abgefeiert wird. In Ferguson werden Unbewaffnete von der Polizei erdrosselt und Techs Mom ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben. Deshalb fragt er Gott mit Aw Yeah?, ob das sein Ernst sein soll(schön, dass es für Lyrics Genius gibt, wa?).

Auch wenn er schon stärkere Tracks abgeliefert hat, ist das ein wirklich gutes Brett mit Message und Vorbote für ein hoffentlich dickes Album, auf dem wir auch mit einem Eminem-Feature rechnen können.

Drake - 6 God (prod. Boi-1da, Syk Sense)

Drake, in seinen Augen schon lange die einsame Nummer eins im Biz, hat dem Rap Game mit dem überraschenden Release von If You're Reading This It's Too Late sein metaphorisches Gemächt ganz schön fest ins Gesicht gepresst.

Beatles-Rekord eingestellt, seinen eigenen Spotify-Rekord gebrochen, Leute lassen sich das Cover tätowieren – alles mit no promo!

Warum gerade 6 God? Weil der Track – representing IYRTITL – verdammt abgeht!

Ludacris - Call Ya Bluff (prod. Syk Sense)

Kennst du das, wenn deine Jugend- oder Kindheitshelden dich mit ihrer neuen Mucke nur noch enttäuschen? Ich hatte bei Luda auch Angst, dass da nur noch Schrott kommen könnte und dann kam dieses Call Ya Bluff... damn! Fast fünf Jahre seit seinem letzten Album Battle Of The Sexes nichts verlernt, der gute Mann!

Ok. Dass der Track es in diese Liste schafft, hat vielleicht etwas mit dem böööösen Instrumental von diesem Pfundskerl Syk Sense zu tun. Album ist übrigens am 31. März rausgekommen und du kannst es dir mal bei Spotify verabreichen.

Kendrick Lamar - King Kunta (prod. Sounwave, Terrace Martin)

Wer mal ehrlich zu sich selbst ist, muss einsehen, dass die neue Kendrick-Platte ein ganz schöner Flop ist. Kaum partytaugliche Tracks, dafür pseudo-tiefsinniges Gemecker darüber, was alles schief läuft in unserer Welt. Will doch keiner hören!

Naja. Ein paar Leute anscheinend schon, weil sie denken, dass man alles von Kendrick feiern muss. Deshalb haben wir King Kunta doch mal in die Liste gepackt. Ist noch einer der besseren Tunes auf To Pimp A Butterfly.

EDIT: Bei der Sendung mit der Maus würde jetzt jemand sagen: "Das... war ironisch!"

Berner & B-Real ft. Snoop Dogg & Vital - Faded (prod. Maxwell Smart, Berner)

Auch 2015 wird die entspannte Fraktion nicht vergessen. Dafür sorgen die Oberentspanner Snoop Dogg und Berner gemeinsam mit dem selbsternannten "entspanntesten Mann der Welt", B-Real (du dürftest das Entspannungs-Game durchblickt haben, oder?).

Kein klassischer Hit, kein klassischer Kandidat für eine Topliste, aber nur das Offensichtliche zu verbreiten wäre ja auch lahm. Der Beat, der Gesang von Vital, die Rapper und das entspannte Video sind zusammen einfach 'ne runde Sache.

Als das Mixtape Prohibition von Berner und B-Real letzten Oktober kam, ging der Tune ein bisschen unter. Ende Februar haben die Jungs das dann mit dem Video-Release geändert. Daher hier drin.

Common & John Legend - Glory (prod. John Legend)

Ein Rap-Song, der einen mofu*kin Oscar abräumt!? Das haben vorher nur Eminem und die Three 6 Mafia geschafft und jetzt reihen Common und John Legend sich direkt daneben ein. Ganz großer, gefühlvoller, poetischer und politischer Track!

Das Stück stammt aus dem Bürgerrechtsdrama Selma rund um Martin Luther King und die Märsche von Selma nach Montgomery. Der Film ist zwar von November und der Song von Dezember, aber die Oscar-Verleihung war erst im Februar, weshalb Glory dieses Jahr eine große Nummer war.

"The biggest weapon is to stay peaceful / we sing, our music is the cuts that we bleed through"

Earl Sweatshirt ft. Vince Staples - Wool (prod. Earl Sweatshirt)

Wie sieht's mit dem hier aus?

Egal, wie bekannt Earl ist, auf herrlich untergrundig klingende, abgefu*kte Instrumentals kannst du dich beim Odd Future-Mitglied immer verlassen. Dafür sorgt er unter dem Synoym randomblackdude noch selber.

Kein typischer "Hit", aber dafür verdammt stimmig vom Sound, der Harmonie zwischen Earl und Vince und mit teils wahnwitzigen Reimschemata. Der Tune ist auf Sweatshirts neuem Album I Don't Like Sh*t, I Don't Go Outside zu finden.

Kanye West ft. Theophilus London & Allan Kingdom - All Day (prod. Velous, French Montana)

Nää, was war das doch schön inzeniert bei den Brit Awards! Mit riesigen Flammenwerfern und einer massiven, schwarz gekleideten Crowd auf der Bühne liefert Kanye bei der Preisverleihung eine stattliche Weltpremiere seines neuen Tracks ab. 

Wenige Tage später veröffentlichte er dann den neuen Albumtitel So Help Me God und seitdem warten wir darauf, dass das Baby ein Release Date bekommt. Die bisherigen Infos zur LP haben wir in der Release Section gesammelt.

Action Bronson ft. Chance The Rapper - Baby Blue (prod. Mark Ronson)

Dass Action Bronson ein raptechnisches Schwergewicht ist (Anspielungen auf Bronsolinis BMI gehen einfach immer!), sollte den meisten nach diversen freshen Mixtapes und zuverlässig dopen Feature-Parts klar sein.

Für die Single Baby Blue hat er sich nicht nur einen Weltklasse-Produzenten, sondern auch einen der meistversprechenden Rap-Newcomer aus den Staaten geklärt. Chance The Rapper macht die Sache mit seinem eigenen Flow und der so fragilen Stimme rund.

Das Video zu dem ganzen Spaß sei eine geniale Hommage an den Prinz aus Zamunda, hab' ich mir sagen lassen. Asche auf mein Haupt dafür, dass das noch nicht überprüft wurde, aber Action Bronsons Videos lassen eigentlich nie etwas zu wünschen übrig. Deshalb glaube ich einfach mal, dass auch das hier nicht ohne Grund so wirr ist. Allein das Intro ist zum Brüllen!

G-Unit - I'm Grown (prod. Honorable C.N.O.T.E.)

Die G-Unit hat Anfang März ihre neue The Beast Is G-Unit EP rausgehauen. Und? Beißt das "beast"?

Jop! Bei dem Biest von einem Beat wartet man noch vergeblich darauf, den basstechnischen Todesstoß versetzt zu bekommen. Fiddy und seine Jungs sind dafür umso bissiger. Alle richtig mit Power dabei!

Die Jungs haben anscheinend zur Zeit richtig Bock auf Mucke. Soll uns recht sein. I'm Grown ballert!

Big Sean ft. Drake - Blessings (prod. Vinylz)

In den Staaten instant auf Platz 1 gechartet, ist Dark Sky Paradise der bisher größte kommerzielle Erfolg von Kanye West-Schützling Big Sean.

Mit der Unterstützung von diversen Szenegrößen von Lil Wayne über Oscar-Gewinner John Legend bis zu Drake war das eigentlich auch vorprogrammiert. Dass Sean mit seinem Album den Schalter umlegt, liegt nicht zuletzt auch an den Produzenten: Kanye WestDJ MustardBoi-1daMike Will Made It und mehr waren dabei.

Für das wunderschöne Ding hier ist mit Vinylz auch ein absoluter Könner seines Fach verantwortlich. An Bass wurde nicht gespart, an Drake wurde nicht gespart und am eigenen Big Sean-Sound auch nicht.

Fashawn ft. Busta Rhymes - Out the Trunk (prod. Exile)

Vom ersten Moment ist klar: Da hat sich Fashawns Lieblingsproduzent Exile ordentlich ausgetobt. Von irgendwo zwischen Schlangenbeschwörern meldet sich dann Marktschreier Busta Rhymes mit mächtig Energie und dem lyrischen Meisterwerk "Turn the volume up and bang it out the trunk now". Braucht ein Track mehr als das, wenn "ft. Busta Rhymes" dran steht? - Ne, das reicht hier komplett aus!

Warum Nas sein Mass Appeal-Signing Fashawn für einen der am meisten Unterschätzen im Business hält, lässt sich nach dem Flow-Trip durch Exiles orientalischen Wochenmarkt auch gut nachvollziehen.

Ich kannte den Jungen vor diesem Jahr noch nicht, aber er scheint's ja ganz schön draufzuhaben. Ob du den Kerl mit abfeiern willst, kannst du in der Release Section überprüfen. Da gibt's das Album The Ecology von Ende Februar zum Streamen.

Audio-URL

Chris Brown & Tyga ft. Pusha T - D.G.I.F.U. (prod. Jackson, David D.A. Doman)

Wenn Rap zu sehr Richtung RnB abdriftet, darf man durchaus mal mit etwas Skepsis an die Sache gehen. Die bekannteren Singles von Fan of a Fan: The Album, Ayo und Bitches N Marijuana sind da jedoch gefährdeter als die Nummer hier. Die Nummer hier ist nämlich ziemlich Rap!

Nicht nur, dass Produzent Jess Jackson mit seinen Grime-Einflüssen und Samples aus Forgot About Dre und Notorious Thugs ein tolles Unikat-Instrumental gezaubert hat. Nein, wir haben auch noch einen wie wild geworden rappenden Chris Brown und Tyga sowie Pusha T in Hochform.

Dann beginnt jeder Part auch noch mit einer Referenz zu Forgot About Dre, die langsam mit den eigenen Bars verschmilzt und das Hiphop-Herz hüpft. 

Kendrick Lamar ft. Assassin - The Blacker The Berry (prod. Boi-1da, KOZ, Terrace Martin, Katalyst)

"Wer mal ehrlich zu sich selbst ist, muss einsehen, dass die neue Kendrick-Platte ein ganz schöner Flop ist." - Hast du das wirklich geglaubt? Wenn du das Kendrick-Album gehört hast, sicher nicht.

Natürlich rasiert To Pimp A Butterfly alles! Eine andere Meinung kann man tolerieren, vielleicht auch akzeptieren, aber man muss sie nicht verstehen können.

Inhaltlich, musikalisch und flowtechnisch ein ganz eigenes Level. Alles, was dazu zu sagen ist, wurde eigentlich schon gesagt.

Mit The Blacker The Berry ging der Hype um die neue Platte richtig los. Weil K-Dot nunmal K-Dot ist, gab's auch kein Standard-Feature, sondern mit Assassin einen Star der Dancehall-Szene, der die Hook mit Inbrunst rausschmettert.

'nuff said!