Gangsta-Rap schützt nicht vor Altersarmut

Die Welt hat heute einen Artikel über Farid Bang und Fler veröffentlicht, "Gangsta-Rap schützt nicht vor Altersarmut".

Zuerst wollten wir uns wie gewohnt aufregen. Die Mainstream-Presse schreibt wieder über Rap und wieder scheiße. Rap wird mal wieder nicht verstanden und wieder nicht ernst genommen. Menno, voll gemein, die Schweine. Und falsch ist auch wieder alles. "Der deutsche Rap steckt in der Krise. Finanziell geht es bergab." Hä? Is' doch voll nicht so! Sind doch alle immer auf Platz Eins der Charts, vor euren scheiß Studentenrock-Bands!

Dann fiel uns auf: "Das soll wohl Humor sein. Eine Satire. Aha. Okay." Dann wurde es sogar ganz lustig. Die Stelle mit Bushidos Weihnachtsgeld und der Scheinselbstständigkeit zum Beispiel (finden wahrscheinlich auch nur Journalisten lustig, das ist so'n Insider bei unseren geheimen Pressetreffenᅀ). Dass es finanziell nicht laufen würde, machen sie an Flers angeblichem monatlichen Einkommen fest, dass sie auf 1.200 Euro beziffern.

Humor ist generell eine gute Art, mit Dingen umzugehen und man kann nicht abstreiten, dass Beef was Bescheuertes hat. Auch wenn er leider oft ziemlich ernst ist und für die Beteiligten nicht immer lustig. Wer sich täglich mit den neusten Streichen beschäftigt, macht das mit der gleichen Haltung, wie all die Zuschauer der Scripted Reality Formate im TV. Nur dass eure Unterhaltung meist nicht gescripted ist, sondern wirklich Reality. Moderne Gladiatoren, die sich zu eurer Belustigung das Leben ficken. Klingt traurig, is' aber so. Die Gladiatoren werden immerhin zum Teil sehr gut bezahlt. Wahrscheinlich haben wir den Spott der Welt verdient. Damit meinen wir jetzt nicht (nur) Farid und Fler, sondern auch uns, die drüber schreiben. Und euch, die ihr es lest und damit bestellt. Entscheidet selbst, ob ihr das jetzt alles hinterfragen wollt oder drauf scheißt. So schlimm ist es dann auch alles wieder nicht. Über den halblustigen Artikel können wir uns nicht beschweren. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Gyeah.

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Bild: Die Welt / picture-alliance / Jazzarchiv – Screenshot

Toxik

Autoreninfo

Toxik ist Musikjournalist und Chefredakteur von Hiphop.de. In der Vergangenheit schrieb er außerdem für WAZ, WR, taz, Juice, Raveline und andere.

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Kommentare

ich finde sowas hat hip hop nicht zu interessieren! ****** auf die bild,Welt (und wie diese Schmierblätter noch so heißen), die sollten sich lieber um ihrer rückläufigen Abonnements/verkäufe sorgen :D
gerade keine Propaganda zur hand, also einfach i.welche "sinnfreien", vermeintlich-lustigen und zudem schlecht recherchiert infos raushauen. Immerhin läuft hip hop gerade gut, sodass "unsere ****** Zeitung durch so ein Beitrag über hip hop wahrscheinlich mehr Resonanzen wieder mal erreicht" Wirklich sehr arm, pesudeo seriöse Schriften, gratuliere für euer Armutszeugnis

Gebe dir vollkommen Recht...dieser Pseudo-lustige Artikel ist absolut lächerlich. Früher war "Die Welt" noch halbwegs seriös und objektiv, wie es sich für vernünftigen Journalismus gehört, aber jetzt ist dass mehr so BILD-Niveau. Da wollte der Redakteur mal irgendwelche lustigen Seitenhiebe verteilen und letztendlich ergötzt er sich nur selbst an seinen "Witzen." Er feiert sich so ab, dass er gar nicht merkt, wie schlecht die Witze sind. Egal. Aber dass der Scheiss dann auch noch im Netz landet ist total Banane. Der Artikel ist wirklich ein Armutszeugnis und der Redakteur, der wahrscheinlich von 1200€ im Monat träumt, sollte angesichts seiner prekären Zukunftsaussichten mal lieber den Ball flach halten. Mit flach kennt er sich ja, anhand seiner Witze, bestens aus.

edit:
bitte berichtet nicht mehr über sowas, gibt diesen anderen Medien keine chance! Sie sollen alle in Vergessenheit geraten. Ich wünsche diesen lügenverbreitern, alles schlimme. Werdet Arm und verhungert jämmerlich

ja man du hast recht.. ****** doch drauf was andere medien oder iwelche heino-hörer über hiphop oder rap sagen als könnten die iwas kaputt machen

Ja es soll Satire sein. Aber es ist mal wieder diese arrogante Blick von etablierten Medien auf Hip Hop. Wie immer unglaublich schlecht recherchiert, ein Haufen falscher Aussagen und die konservativen Leser fühlen sich in ihren Vorurteilen gegenüber Hip Hop beschädigt.

Die Verballhornung diesen albernen Beefs und Flers Person insgesamt ist vollkommen angemessen und trifft ins Schwarze. Das schlechte Image von Hiphop in der Gesellschaft liegt halt daran, dass Rap komplett dezentral und von unten ist und deshalb eine Menge Negativbeispiele (wirklich Idioten, das kann man nicht anders sagen) zu finden sind, allerdings empfinde ich Hiphopmedien, die sich professionell mit solchem ******** beschäftigten als noch schlimmer, bestes Negativbeispiel für so Deppenjournalismus ist rapupdate.de ! Die Seite beschäftigt sich täglich mit dem neusten Beef der beiden Kloppies oder auch mal den zwischen Bubu und GayOne, aber hat überhaupt keinen Schimmer, was bei geistreicherem Hiphop abgeht und das ist erbärmlich und erzeugt und befördert dieses Bild extrem. Hiphop de ist scheinbar bemüht, ein bisschen mehr Qualität zu bringen, schafft es aber auch nur partiell, allerdings bin ich mir unsicher, ob nicht Hiphopjournalismus an sich etwas verfehlt ist. Rühmliche Außnahme bildet mMn Vice´s "Noisey", die sich oft mit aufwändigen, geistreichen Interpretationen von Raptracks hervorheben, ansonsten finden blinde Hühner mal Körner, aber so richtig pralle ist das alles nicht !

Um nicht Hiphop de ganz platt zu machen, muss man die Interviews nennen, die von den meisten Hiphopmedien natürlich gut gemacht sind und werden und dass dadurch, dass Videos und Releases undso gesammelt auf einer Seite zu finden sind, man auch mal links und rechts seiner Lieblinge sich mal umschaut eine etwas größere Gemeinschaftlichkeit entsteht und man einen besseren Zugang zur Szene hat.

Naja mich wundert es nicht.
Wenn man mal ehrlich ist, haben die anderen Recht.
HipHop bekleckert sich aktuell nicht wirklich mit Ruhm…mal von den Verkaufszahlen/Chartplatzierungen ganz abgesehen.
Natürlich ist die Szene musikalisch gesehen vielfältiger geworden…
Aber das Drumherum…diese Beefgeschichten, 100-500 Bars Ansagen, Videoansagen, das Gestammel in Interviews, braungefärbte Briefe im Stile der NPD etc…
All das sind Gründe warum man HipHop Hörer zurecht als dumm, einfältig, ungebildet und asozial nennt.
Natürlich baut man als öffentliche Personen ein Image auf und sicherlich bedient man auch gerne das ein oder andere Klischee…
Aber irgendwo ist das alles nicht mehr lustig…
Es gab mal eine Zeit…ja jetzt kommt wieder einer der von Früher labert…Aber es ist so…
Es gab mal eine Zeit im deutschen HipHop in der es noch nicht so übertrieben war…
Klar da gabs einen Samy Deluxe der plötzlich auf Ami gemacht hat mit ****en Ketten, teuren Beats und Studioaufnahmen in Übersee.
Es gab damals die Aggro-Bewegung…alles harte Jungs von der Straße…gefährlich uuuuh…
Aber es war noch nicht so aufgepumpt…Es spielte sich alles im Rahmen ab…
Man hat es gefeiert, weil man unterhalten wurde.
Die Shows der einzelnen Rapper waren abgehoben und trotzdem gleichzeitig noch bodenständig.
Früher hat man sich auf Releases gefreut, weil der Output übersichtlich war.
Heute ballern einige Rapper in einem Jahr zwei Alben und fünf Mixtapes auf den Markt.
Alles limited, alles verpackt als Wundertüte für Rapfans in Form von einer Box…
Jaaaa eine Box…Rapper preisen diese Box wie die Entdeckung des Feuers an…
Etwas revolutionäres…dabei bezahlt man einfach für 3 Bonustracks 20 Euro mehr…
Früher wollte man auch verkaufen und sein Produkt als das Beste anpreisen…
Und zum Fansein gehört auch etwas Naivität…
Aber das was heute gemacht hat, ist eher QVC für Gangster und Straßenkids…
Die Lockerheit ist verloren gegangen…
Heute ist man stabil, in der Massephase, oder rich…
In Handyvideos zeigt man lieber seinen Körper anstatt seine Skills…
Heute gibt es in der „Szene“ überwiegend HipHop-Clowns und Party-Rapper…
Mehr Lachnummern als echte MCs…(ja ja was sind echte MCs)
Daher rege ich mich nicht über den Bericht auf…
Weil es einfach ein Spiegelbild dessen ist, was HipHop gerade darstellt…
Die Welt ist zwar nicht die Welt…aber man darf sich sicher sein, das andere Leute berechtigterweise genauso denken…

PS: Sollte es Tim Wiese nicht in die WWE schaffen, wäre eine Karriere als Rapper denkbar.
Die Shows sind genauso gut durchdacht und das Aussehen ist wichtiger als alles andere…

recht haste mister ach

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7 Dragon Ball Z-Referenzen rund um Farid Bangs "Genkidama"

7 Dragon Ball Z-Referenzen rund um Farid Bangs "Genkidama"

Von Michael Rubach am 31.05.2020 - 13:58

Mit einer der mächtigsten Attacken, die das Dragon Ball Z-Universum so hergibt, setzt Farid Bang mit seinem nunmehr achten Studioalbum "Genkidama" metaphorisch zur Zerstörung der Deutschrapszene an. Farids große Faszination für die epische Geschichte um den Saiyajin Son Goku schlägt sich dabei rund um die Platte nieder.

Farid Bangs "Genkidama" war ein Kraftakt

Dass Farids gesamte Energie in das Werk geflossen ist, lässt er seine Fans mit einer ungewohnt ernsthaften Botschaft auf Instagram wissen. Alles, was er aus sich und seinem Team herausholen konnte, hat er demnach in diese Platte gesteckt. Die "Genkidama" steht also nicht nur für eine Attacke des Bangers, sondern auch stellvertretend für den intensiven Prozess bis zur Fertigstellung. Der "Genkidama"-Begriff hat zudem noch eine weitere Ebene. Farid vereint auf seinem Album die Kräfte von vielen anderen Schwergewichten der Szene. Er bringt tatsächlich 19(!) Feature-Gäste auf dem Longplayer unter. Dort kann sich diese geballte Rap-Energie dann entladen.



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Die letzten 2 Jahre waren für mich die wahrscheinlich schwerste Zeit in meinem Leben, 2 der wertvollsten Menschen in meinem Leben sind verstorben meine Tante Mina & einer meiner besten Freunde Abdersamad. Etwas wovon ich mich nie wieder mehr erholen werde. Davor gab es noch diese Echo Geschichte bei der ich nicht mehr wusste ob es jemals weitergehen kann oder jemals wieder wird wie es war. Viele Menschen haben mich musikalisch für Tod erklärt und sich von mir abgewannt, trotzdem habe ich selber nie aufgehört an mich zu glauben. Ich habe nie den Ehrgeiz verloren und habe weiterhin die Energie im Studio aufgebracht weil ich es genau diesen Leuten zeigen wollte. „Ich entscheide wann es vorbei ist“ egal wer denkt er hat jetzt kurz seine 2 Minuten, ich war vor ihm da und ich werde nach ihm da sein!!! Fast 2 Jahre habe ich im Studio gearbeitet, es sind bestimmt 40 Songskizzen entstanden. 14 (+4 EP) haben es letztendlich geschafft. Viele Leute haben mich auch mit Leib Seele unterstützt, @instara11e & @mo7art sind wahrscheinlich 2 der wichtigsten denen ich vieles im Leben zu verdanken habe Der Richter bei dieser ganzen Sache ist aber am Ende der Fan, er entscheidet ob es mir gelungen ist diese Emotionen in Energie umzuwandeln #genkidama

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Farid Bang tritt nur hinter Kendrick Lamar zurück

Die Genkidama ist eine gewaltige Angriffsvariante – sie besiegelt zugleich das Ende einer der größten Schlachten. Zum Finale der sogenannten Buu-Saga bündelt Son Goku die Energie der Erdbevölkerung in dieser einen - den Sieg versprechenden - Attacke. Nur so ist es möglich, den Dämon zu bezwingen. Farids Album soll auf Rapebene einen ähnlichen Effekt haben. Doch Dragon Ball lehrt auch, dass es immer einen stärkeren Kontrahenten gibt. Für Farid ist das Kendrick Lamar.

"Der Beste aller Zeiten nach Kendrick Lamar / Album Nummer acht, eine Genkidama"

Farid Bang zieht Vergleich zu Bushido

Zum gerade dargestellten Zeitpunkt von Dragon Ball Z war jeder gegen Buu, der nach diversen Mutationen einfach nur noch als ein rücksichtloser Dämon agierte. Hier macht Farid in einem Instagram-Post im Rahmen der Album-Promo eine Parallele zu Bushido auf, der sicher schon bessere Tage in seiner Karriere gesehen hat. Nach den Verräter-Vorwürfen und dem Bruch mit seinem Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker, schien es zwischenzeitlich so, als hätte sich die gesamte Szene von ihm abgewandt.

"Deutscher Rap ist wie Dragon Ball Z, am Ende war jeder gegen Buu"

Farid Bang will der King sein

Ebenfalls auf dem Titeltrack baut Farid eine weitere Anspielung auf Dragon Ball Z ein. Es geht dabei um Trunks. Dieser ist der Sohn des Vollblut-Saiyajins Vegeta – eine Art Dauerrivale von Son Goku. Im Verlauf der Handlung pendelt sich die zunächst sehr angespannte Beziehung auf Kumpelbasis ein. Vegetas Vater war einst König der Saiyajin. Trunks steht dementsprechend in einer royalen Erblinie. Farid sieht sich auf Deutschrap-Level ebenfalls in der Position eines Königs und zieht jenen Trunks noch als Hinweis auf seine eigene Power heran.

"Goodfellas, ich lass' deutsche Rapper Schwanz lecken / Der King ist back, Saiyajin, Trunks-Level"

Dragon Ball Z im Hiphop: Wie ein Anime eine ganze Kultur inspiriert

"Kameee-Haaaame-Haaaaaa" - was sich liest wie kindliche Sprache, kennt wohl jeder, der sich in seiner Jugend auch nur in der Nähe eines Fernsehers aufgehalten hat. "Dragon Ball" und im Speziellen die "Dragon Ball Z"-Reihe ist in den Köpfen mehrerer Generationen tief verankert.

"Kamehameha EP": Die Attacke vor der Attacke

Die erste stärkere Angriffsvariante, die Son Goku erlernt, ist das Kamehameha. Eine gleichnamige EP dem Album voranzustellen, deckt sich mit dem Verlauf von Son Gokus Charakter-Entwicklung. Dieser lernt bereits im jungen Alter die wohl bekannteste Kampftechnik der Dragon Ball-Geschichte. Farid Bang macht hier erneut klar, dass er sich der Manga- und Anime-Serie verbunden fühlt. In den Lyrics der EP kommen jedoch keine weiteren Referenzen vor.

Selbstironie à la Farid Bang

Mit einer Line auf "Teuer Teuer" erklärt Farid mit seinem typischen Humor, dass er öfter mal seinem Sexualtrieb nachgibt. Das führt hin und wieder zu unüberlegten Entscheidungen. Es macht ihn angreifbar. Ein Schwanz ist ebenfalls das Problem der Saiyajin. Bei Vollmond mutieren sich die durch ihn zu einem Affen. Der Schwanz ist ohne entsprechendes Training ein Schwachpunkt. Wenn man diesen packt, entweicht die Kraft. Gewisse Parallelen zu einem anderen Phänomen der menschlichen Natur kann an dieser Stelle jeder selbst ziehen.

"Früher ausgelacht, heute lächelt sie mich an / Bin kein Saiyajin, doch meine Schwäche ist mein Schwanz"

Getränke direkt aus dem Freezer

Farids Auswahl eines Kaffeebechers im Zuge der Promo lässt keinen Zweifel daran, dass die Liebe für Dragon Ball Z echt ist. Einer der ikonischten Gegenspieler von Son Goku wird nämlich von Farid auf Instagram präsentiert. Freezer ist dafür verantwortlich, dass der Heimatplanet der Saiyajins nicht mehr existiert. Mit dem Bösewicht auf dem Gefäß bleibt das Getränk hoffentlicht wohl temperiert.

Farids Faible für das Dragon Ball Z-Universum zeigte Farid auch schon 2013 auf dem Track "Super Saiyajin" mit den Banger Musik-Signins Majoe und Jaskoe. Dass Farid nicht nur Dragon Ball Z verfolgt hat, sondern auch andere Anime-Reihen im Blick hat, demonstriert er auf "Ching Ching Ching". Die gesamte Gang kommt dort auf dem Schiff zusammen – so wie die Piratenbande eines nicht weniger bekannten Mangas von Eiichirō Oda.

"Auf dem Schiff, Palm Beach / Mit der Gang, One Piece"

Farid Bang - Ching Ching Ching [Video]

Bei Farid Bang macht es nur noch "Ching Ching Ching".


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