Prinz Porno: Der Vater der Verschwörungstheorien ist back. Mit neuem Album?

Die Sonne ist fast schon untergegangen, der Platz vor der Hauptbühne gefüllt und die Feuerfontänen zünden in regelmäßigen Abständen, als Prinz Pi sich frühzeitig verabschiedet mit der Ankündigung, er hole nun einen Freund auf die Bühne.

Zwei, drei Minuten später hört man die ersten Takte des Tracks Würfel. Der Sound macht sich auf dem gesamten Splash!-Gelände breit wie die Gänsehaut auf den Armen der Zuschauer. Prinz Porno ist zurück und das bestätigt auch das Bühnenbild. Hinter ihm steht es in weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund. Das O geschrieben, wie der griechische Buchstabe Omega, die Schriftgröße so gigantisch wie der Auftritt selbst. Spätestens, als Keine Liebe ertönt, fühlen sich die Rapfans erster Stunde abgeholt. 

Offiziell stand er nicht auf dem Splash!-Line Up. Sein Kumpel Prinz Pi verriet in einem Interview mit der Juice, darauf habe er "auch keinen Bock". Prinz Porno wolle nicht neben "halbseidenen Wack-Mcs" stehen, um diese "anzupreisen".

Doch wo war er so lange? Der Verschwörungstheoretiker, der Bill Gates unterstellt, er sei nur ein Klon von Pablo Escobar?

Angeblich hat er nie aufgehört Musik zu machen. Alles fing damals, kurz bevor Aggro Berlin das größte Rap-Label Deutschlands war, damit an, das jemand ein Tape von Prinz Porno online stellte, wovon es ursprünglich nur zwölf Kopien gab. Durch Downloads verteilte sich das Werk auf den Rechnern einiger Underground-Rapfans und so verbreiteten sich die Texte des Rappers in den Köpfen der Kiddies wie Viren.

2005 verabschiedete er sich dann erst einmal und verschwand von der Bildfläche wie die Familie von Marty McFly. Gerüchten zufolge hat er aber in den vergangenen neun Jahren nie aufgehört, Musik zu machen. Prinz Pi verrät, dass die Aufnahmen aber lange als "verschollen" galten auf Grund eines Wasserschadens in seinem Studio. Auf geretteten Festplatten fanden sich dann später wohl auch einige unveröffentlichte Prinz Porno-Songs.

Nun ist er wieder da. Ob jemand in die Vergangenheit gereist ist, um die Gegenwart wieder gerade zu rücken, oder er vielleicht einfach Bock hatte, zu seinem alten Freund Prinz Pi auf die Bühne zu springen, weiß niemand. Fakt ist, dass er uns in dem nostalgisch-romantischen Ambiente des größten deutschen Hiphop-Festivals einen nie gehörten Song präsentierte: Chillig. Ein Titel, der die Situation an diesem Abend gleichzeitig perfekt beschrieb.

Wie aber geht es nun weiter mit dem Rapper, der seine Zellen teilte, um auf dem Beat zu viert zu rappen? Wird vielleicht sogar die Beatfabrik ihre Machinen wieder anschmeißen und unseren Hunger mit einem neuen Release stillen?

Von Prinz Pi erfährt man in Bezug auf ein neues Prinz Porno-Album: "Es besteht höchstens die Chance, dass irgendetwas nicht Autorisiertes seinen Weg in die Öffentlichkeit findet".

Aber wie das in der heutigen Zeit nun einmal so ist, es findet vieles seinen Weg in die Onlinewelt, das zunächst nicht dafür bestimmt war. So dürfen wir wohl unsere Hoffnung erneut aufblühen lassen und können uns die Wartezeit ein wenig chillig gestalten. Es lohnt sich auch mal, einen Blick auf andere Mitglieder der Keine Liebe-Gang zu werfen. Da wäre zum Beispiel Olson, dessen Ballonherz ab dem 29. August über die Playlists der Republik fliegen wird. Oder eRRdeKa, der uns am 24. Oktober ins Paradies führt.