marteria cover

Angekündigt sind mittlerweile viele Rap-Alben, ein paar haben schon ein Releasedate und einige Hörproben. Bei einzelnen Werken wissen wir noch nicht viel, nur so viel, dass etwas geplant ist. So sind Veröffentlichungen von Azad, Kool Savas, 3Plusss und MoTrip angekündigt. Darüber hinaus haben wir Bass Sultan Hengzt, der dem Album bereits einen Titel gab (Endlich erwachsen), so auch bei Frank Kubrick (Wie immer), Amar (Amargeddon) und Abroo (Königreich der Angst). Auch bei den jungen Wilden wird es heiß zugehen, so erwarten wir unter anderem Rockstah, 3Plusss, Das W, Kico und Sickless mit neuen Alben. Das liest sich doch schon ganz gut oder?

Als besondere Highlights habe ich persönlich Zum Glück in die Zukunft von Marteria, die Mortis EP, Mit der Concorde über den Atlantik von Der Plot, der zweite Blackbook Teil von Laas Unltd, die Pubertät von Rockstah und das Kollabowerk von Chakuza und RAF Camora ausgemacht. Allerdings gibt es einige Künstler, die vieles davon toppen könnten. Ein Kool Savas Album, bei dem er die Stimmung aus Aura und Inhalte aus den älteren Veröffentlichungen kombiniert. Dann gibt es da noch Olson, der seit seiner EP nichts mehr von sich hören ließ. "Gut Ding will Weile haben" könnte man sagen. Hoffen wir, dass er seinen Stil gefunden hat und endlich zeigt, was er kann. Es gibt nicht viel, was den beiden Veröffentlichungen die Krone aufsetzen könnte. Mir fällt ganz spontan nur ein Name ein und das ist Curse. Nachdem ich ihn auf dem Splash 2012 sowie auf einer Jam live bestaunen konnte und alte Alben immer wieder hören, steigt die Sehnsucht nach einem neuen Album des Altmeisters. Im September 2014 jährt sich sein letztes Album Freiheit zum sechsten Mal. Einige andere würden das Beginner Album nennen, doch hier scheinen wir wohl über 2014 hinaus drauf warten zu müssen.

Wie könnte ein perfektes Rap-Jahr also aussehen? Wenn wir uns das mal als Kochtopf vorstellen, in den wir all das reinwerfen. Wir hätten da also Alben von Kool Savas, Olson und Curse und die erwähnten und bereits angekündigten Veröffentlichungen. Allein damit hätten wir ein zufriedenstellendes Jahr. Allerdings haben wir beispielsweise mit Bass Sultan Hengzt, Marc Reis, Morlockk Dilemma, SAM, Cr7z und dem ein oder anderen Newcomer einige weitere heiße Eisen im Feuer. Bezüglich Newcomer denke ich an die bereits erwähnten Das W, Kico und Sickless, aber auch an Pimf, DLG, Mio Mao, Pewee und KaynBock.

Wenn man sich das vergangene Jahr anschaut, dann sind von einigen Künstlern "nur" EPs oder Mixtape erschienen. Es wäre doch schön, wenn uns auch Chefket, Ali As, Lance Butters, FiST, emkay, Caz und Sierra Kidd mit Alben versorgen würden. Alligatoah, Gerard, Lucky Looks, Chakuza, Weekend, Timeless und vor allem Lakmann dürfen gerne ebenfalls wieder veröffentlichen. Ich beginne zu träumen, widmen wir uns der Kehrseite der Medaille.

Was uns erspart bleiben sollte

Stagnation, unkreativer Müll oder krampfhaft massentaugliche Scheiße - wenige Worte dafür, was uns im Jahr 2014 erspart bleiben sollte. Was meine ich damit? Ich habe schon einige Male in Reviews oder einzelnen Beiträgen darüber geschrieben. Mir kommen die Tränen, wenn ich "Rap"-Veröffentlichungen hören, die nur darauf abzielen zu charten oder massentauglich zu klingen. Vorher den krassen Battlerapper markieren und plötzlich möchte man der zweite Cro sein - ohne es zu können. Das was er macht, ist nicht leicht zu adaptieren. Er mischt unterschiedliche Genre, er kann es, er macht es gut und trifft den Nerv der Zeit. Das auf billige Art und Weise, und vor allem wenig glaubwürdig, zu kopieren ist schwach.  Ähnlich schlimm empfinde ich Stagnation, immer und wieder den selben Stiefel. Immer und immer wieder hört man Vergleiche und total lustige Punchlines und krasse Technik. Von etwas Neuen / Kreativen ist man weit entfernt, lieber ruht man sich auf dem Gekonnten auf. Künstlerische Entwicklung - Fehlanzeige!

Fabian Thomas
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Autoreninfo

Fabian Thomas lebt in Köln und bloggt über Hiphop und Rap aus einer etwas anderen Perspektive. In seinem "JD's Rap Blog" geht es hauptsächlich um Newcomer und Deutschrap.

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Marteria & Green Berlin droppen nachhaltige Back2Green-Kollektion

Marteria & Green Berlin droppen nachhaltige Back2Green-Kollektion

Von Alina Amin am 27.02.2020 - 18:27

Nachhaltigkeit kommt auch in der Rap-Szene an: Am vergangenen Wochenende haben Marteria und Green Berlin ein Zeichen gesetzt und die lange angeteaserte BACK2GREEN Kollektion gedroppt. Mit viel Unterstützung von Szene-Kollegen und einer knapp 20-minütigen Doku – für die Bildung.

BACK2GREEN-Kollektion von Marteria & Green Berlin

Bevor die Kollektion am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, gab es erstmal eine Doku zum Thema Nachhaltigkeit in der Textilproduktion. In der knapp 20-minütigen Doku nimmt uns Marteria mit und zeigt uns die großen Probleme der Textilindustrie auf, die die Umwelt belasten. Wie Green Berlin sich von althergebrachten Produktionsmuster löst, wird natürlich auch erklärt.

Kleidung gemacht aus Plastik

 

Die 17-teilige Kollektion ist vorwiegend aus Recycling-Plastik und Bio-Baumwolle – also Teil eines Werstoffkreislaufs. In den YT-Kommentaren weist das Team aber auch darauf hin, dass es sich dabei natürlich nur um einen Schritt in die richtige Richtung handelt. Noch nachhaltiger wäre es logischerweise, wenn man seine vorhandene Kleidung so lange wie möglich trägt.

 

Erhältlich sind Hoodies, Hosen, ja sogar Windbreaker. Für ein komplettes Outfit sind damit alle Komponenten enthalten. Farblich arbeitet die Kollektion hauptsächlich mit Gelb und Schwarz. Für einen wirklich grünen Drop in Zukunft lässt man sich vorerst alle Türen offen.

Release-Party: Unterstützung durch die Rap-Szene

Dass Umweltschutz und Recycling längst kein Nischenthema mehr sind, zeigte das Line-Up für die Release-Party: Unter anderem waren Nura, SSIO und natürlich Marteria dabei. Es gibt also keine Ausreden mehr dafür, sich nicht mit dem Thema zu befassen. Do your homework, kids!


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