Am 24. Mai fand das Koblenz Brennt-Festival auf dem Campus der Hochschule statt. Die Veranstalter hatten ein vielversprechendes Line-Up auf die Beine gestellt und so konnte man sich unter anderem freuen auf: Olli Banjo, Afrob, Taktloss, Nico Suave, Chefket, Amewu, Weekend, Edgar Wasser, Umse, Huss & Hodn, Jeru The Damaja und viele mehr.

Das Eintagesfestival begann mittags bei schönem Wetter und brachte vorerst weitgehend unbekannte MCs auf die zwei Bühnen. Was sich schon anfangs androhte, zog sich weiterhin durch; die Soundqualität ließ, um es nett auszudrücken, leider sehr zu wünschen übrig.

So konnten beispielsweise Paranoid Media und der Hiphop.de-Contest-Gewinner Cengiz durchaus starke Performances zeigen - leider ließ der schlechte und leider auch sehr leise Sound vorerst nur schwerfällig eine euphorische Stimmung aufkommen. Später stellte sich heraus, dass durch die Unwetter der letzten Tage Material beschädigt wurde und es so zu logistischen Problemen kam. Dazu kamen Ordnungshüter, die mit Messgeräten bewaffnet rund um das Gelände die Lautstärkepegel gemessen haben – deutsche Tugenden eben...

Die Stimmung war von Anfang an sehr gut, was sicherlich am Wetter, aber vor allem an der Vorfreude auf fette Live-Gigs lag. So füllten sich die Flächen vor den Stages gegen Nachmittag dann auch endlich, nachdem es eher bescheiden ruhig anfing. Als Umse mit seinem Backup und Produzenten Deckah die Underground Stage betrat, war es schon deutlich voller und man konnte durchaus erstaunt sein über die wachsende Fanbase des symphatischen jungen Mannes.

Leider konnte auch das nicht über den Sound hinwegtäuschen, der seinen negativen Höhepunkt beim wirklich starken Auftritt von Edgar Wasser fand. Der Beat war kaum zu hören und so entwickelte sich das Festival unfreiwillig zu noch mehr Hiphop. Denn die schlechte Soundqualität führte dazu, dass es überdurchnittlich viele Freestyle- und Acapellaeinlagen gab. So wurde Chefkets Auftritt zu einem Impro-Hiphop-Programm, bei dem fast nur gefreestylt und von der Chrowd spontan gebreakt wurde.

Da fühlte man sich einfach wohl, umgeben von der Hiphop-Kultur. Für die Soundprobleme fand vorher schon Amewu eine Lösung. Er brachte einfach seinen eigenen Live-Drummer mit auf die Bühne und konnte vielleicht auch deswegen einen der besten Auftritte des Tages abliefern.

Am späteren Abend schien es, als hätte man den Sound etwas verbessert. Afrob, Olli Banjo und Taktloss zeigten sich in Höchstform, ein kleines Highlight gab's noch beim Gig von Nico Suave. Seine Spielzeit wurde zwar wegen zeitlichen Problemen drastisch gekürzt (auch wegen mehr als 30 Minuten Soundcheck), doch nutzte er diese mehr als sinnvoll. Am Ende holte er Beatbox-Urgestein und den Gewinner der westdeutschen Meisterschaft Rocko auf die Bühne. Der legte unfassbar geile Beatboxes hin und Suave stieg später dazu ein und rappte. Die Menge war völlig hin und weg und neben mir hörte ich deutlich den Satz "das ist Hiphop, wie er sein sollte".

Es war kaum zu übersehen, dass beim Koblenz Brennt auch Hörer aus anderen Genres anwesend waren. Trotzdem fühlte man sich gegen Ende des Tages mehr und mehr umgeben von Hiphop-Elementen. Am Ende wurde wieder mal klar, dass keine Künstler eines anderen Genres so gut mit so schlechter Soundqualität klarkommt. Einfach, weil die Bereitschaft der Rapper, Spaß mit der Crowd zu haben, größer ist als die Erwartungen an eine einwandfreie Bühnenshow.

Die meisten der aufgetretenen Rapper sind also trotz wachsendem Fame doch noch sehr nah am Boden geblieben. Hut ab an dieser Stelle...

Hier kannst du dir im Übrigen Bilder von Koblenz Brennt anschauen.

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