Streaming-Rekord und Randale: Wie der Tod von XXXTentacion nachwirkt

Der Mord an XXXTentacion erschüttert weiterhin die Musikwelt. Nicht unberührt vom Tod des kontroversen Rappers bleibt sein musikalisches Vermächtnis.

Sein Song "Sad!" aus dem US-Nummer-1-Album "?" brach kurz nach seinem Ableben einen Streaming-Rekord. Der Track wurde laut den Spotify-Charts am 19. Juni über 10,4 Millionen Mal abgespielt und erzielte somit mehr Plays innerhalb eines Tages als Taylor Swift mit ihrer Comeback-Single "Look what you made me do" vom 25. August. 2017 (zum damaligen Zeitpunkt kam die Sängerin auf 10,1 Millionen Streams).

SAD!

SAD!, a song by XXXTENTACION on Spotify

Dass ausgerechnet der Künstler, der zusammen mit R. Kelly zwischenzeitlich von der Plattform nicht mehr promotet wurde, nun für einen Rekord sorgt, ist wohl die Ironie an der Geschichte. Nicht nur bei Spotify konnte XXXTentacions Musik schlagartig eine enorme Hörerschaft erschließen. Seine Absatzzahlen gingen bei sämtlichen Musikanbietern steil nach oben. Gemäß verschiedener Medienberichte konnte unter anderem sein Debütalbum "17" ein Verkaufsplus auf Amazon von 9000 % verzeichnen.

Wie viele Menschen, die Musik des jungen Künstlers bewegt, zeigen Bilder einer Gedenkkundgebung. Hunderte Fans kamen in den Straßen von Los Angeles zusammen, um XXXTentacion die letzte Ehre zu erweisen. Es blieb dort nicht ausschließlich bei stiller Anteilnahme. Die Trauernden stimmten Sprechchöre an und sangen Songs des verstorbenen 20-Jährigen:

XXXtentacion Memorial turns into a Riot

Xxxtentacion was murdered Monday in Florida. We held a memorial for him on Melrose outside our store and thousands of people came through. RIP X, you were a great friend and one of the most legendary artists we have ever been blessed enough to know. ---- CHECK OUT OUR NEW ONLINE STORE!!!

Neben diesen Bildern existieren auch Aufnahmen, die Jugendliche zeigen, wie sie von Autodächern springen und sich in Moshpits aufreiben. Ein Polizeiaufgebot probiert daraufhin, die unübersichtliche Lage unter Kontrolle zu bekommen. Es sollen Gummi- und Pfeffergeschosse zum Einsatz gekommen sein, um den Mob zur Ordnung zu bringen.

Eric Diep on Twitter

Some are still jumping though https://t.co/fgUdWB7U0W

Eric Diep on Twitter

Now a mosh pit has broken out to honor X https://t.co/yygyTulxTz

Die Radikalität, die den Künstler XXXTentacion ausgemacht hat, reicht also bis in die Zeit nach seinem Ableben herein. In dem konkreten Mordfall sind die Ermittlungen inzwischen weit vorangeschritten. Wie TMZ berichtet, ist ein potenzieller Täter festgenommen worden.

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Corona-Krise: Spotify will $10 Millionen für Artists locker machen

Corona-Krise: Spotify will $10 Millionen für Artists locker machen

Von Michael Rubach am 26.03.2020 - 12:02

Spotify hat das Projekt Covid-19 Music Relief gestartet. Damit möchte der Streaming-Riese dazu beitragen, den wirtschaftlichen Schaden in der Kreativindustrie zumindest einzudämmen. Bei dem Projekt greift das Unternehmen auch in die eigene Tasche und stellt in Aussicht, bis zu 10 Millionen Dollar zu spenden.

Spotify reagiert mit Hilfsprogramm auf Coronakrise

Wer als Musiker oder Musikerin nicht auftreten kann, verdient auch weniger Geld. Für viele kommt ein Großteil der Einnahmen schließlich durch Auftritte rein. Da gefühlt die ganze Welt dazu angehalten ist, zu Hause zu bleiben, brechen hier fest eingeplante Einkünfte weg.

Spotify erklärt nun, dass man eine Partnerschaft mit mehreren Charity-Organisationen eingegangen ist, um Artists in finanzieller Not zur Seite zu stehen. Für jeden Dollar, der auf diese Weise gespendet wird, werde man selbst einen Dollar dazulegen. Das hat jedoch eine Grenze: Bis zu 10 Millionen Dollar will man so zur Verfügung stellen.

Erst einmal sind drei Organisationen als Spendenziele auserkoren worden: MusiCares, PRS Foundation und Help Musicians. Weitere sollen noch folgen.

Spotify will neues Feature zum Spendensammeln einführen

Das schwedische Unternehmen macht sich zudem darüber Gedanken, wie betroffene Künstler und Künstlerinnen selbst direkt mit potenziellen Spendern connecten können. So arbeite man zurzeit an einem Feature, das Artists erlaubt, auf ihrem Profil für Unterstützung zu werben.

Die Artists sollen nach Einführung der Funktion, die Möglichkeit bekommen, auf ihrem Profil Links zu entsprechenden Pages zu setzen. So könnten sie gezielt auf ihre eigene Situation, die Probleme anderer Künstler und Künstlerinnen oder auf größere Hilfsprojekte aufmerksam machen.

Vor Kurzem sah sich Spotify noch Kritik ausgesetzt: In einer Petition wurde gefordert, die Ausschüttungen während der Coronakrise zu verdreifachen.

Verlässliche sowie hilfreiche Informationen zu Corona und COVID-19 stellen zum Beispiel die WHO oder die Webseite der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung. Aktuelle Entwicklungen und Daten finden sich zudem auf der Page vom Robert Koch Institut.


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