Schweizer Rapper auf dem OAF 2019: Diese Acts solltest du auf dem Schirm haben

Du fährst zum Openair Frauenfeld 2019? Gut für dich, dann kannst du dir Future, Cardi B, Young Thug, Stormzy, Trettmann, Azet, Zuna, Juju, OG Keemo und viele mehr live anschauen. Aber das war natürlich noch lange nicht alles: Wie gewohnt gibt es auf dem Festival in der Nähe von Zürich auch in diesem Jahr wieder diverse Acts zu sehen, für die der Auftritt eine Art Heimspiel wird. Hier stellen wir die Acts aus der Schweiz vor, die sich dieses Jahr auf dem Openair Frauenfeld die Ehre geben.

Slimka

Slimka rappt und freestylt auf Französisch. Der junge Rapper stammt aus Genf und gehört eigentlich schon gar nicht mehr zu den Geheimtipps. In Deutschland fliegt Slimka allerdings immer noch unter dem Radar der meisten. Dabei hat er sich mit "Self Made" schon vor zwei Jahren in einer Colors-Show bewiesen. Hier findest du ihn auf Spotify, hier auf Instagram und hier kannst du dir direkt einen Eindruck verschaffen:

KT Gorique

KT Gorique rappt, singt und produziert auch selbst. Dabei hat sie keinerlei Berührungsängste mit unterschiedlichsten Genres, Vibes und Stilen. Das zeigt unter anderem ihr "Kunta Kinta"-Release. Darauf geht es mal eher ruhig zu, mal werden Doubletime-Passagen gespittet. Aber du findest dort auch Songs wie den Titeltrack, der eher an Reggae-Riddims erinnert. Das dürfte live ziemlich großartig funktionieren. Abchecken:

Manillio

Manillio liefert Rap auf Schweizerdeutsch, der meist eher sphärisch, verspielt und luftig wirkt. Zumindest soundtechnisch, inhaltlich werden auch eher nachdenkliche Töne angeschlagen. Manillios Album "Plus Minus" ist letzten Herbst erschienen und hier findet ihr den Rapper auf Instagram, hier seine Spotify-Seite. Für 180 km/h hat er sich mit Cobee zusammen getan, der auch auf dem OAF 2019 auftritt.

Lcone

Der Schweizer Rapper Lcone beweist nicht nur Wortgewandtheit, sondern in der Regel auch viel Humor. Dementsprechend kurios ist auch das, was Lcone auf seinem Instagram-Account präsentiert. Beim Openair Frauenfeld 2019 kannst du den Rapper am Samstag, den 13. Juli um 14 Uhr sehen. Lcone tritt auf der Soul City-Stage auf.

Cobee

Cobee könnte Style- und Sound-technisch als eine Art Schweizer Pendant zu Yung Hurn, (Sierra) Kidd oder auch Ufo durchgehen. Die Musik ist emotional, energiegeladen sowie brachial und trotzdem feinfühlig. Da dürfte der Live-Turnup vorprogrammiert sein. Am OAF-Freitag um 12:45 Uhr auf der Soul City Stage!

Didi

Didi stammt aus Zürich und mischt die Schweizer-Rapszene mittlerweile auch schon eine ganze Weile auf. Dabei zeigt er nicht nur Herz und Köpfchen sowie eine bemerkenswerte Stimme, sondern ebenfalls ein Händchen für Melodien. Das dürfte live auch ordentlich knallen. Direkt nach Cobee um 14 Uhr auf der Soul City Stage. Nicht verpassen!

Luuk

Rapper Luuk und Produzent DavïdM bilden eine Einheit wie OG Keemo und Funkvater Frank oder Madlib und Freddie Gibbs. Das Duo orientiert sich dann auch eher an rumpeligen Sample-Beats und liefert trotzdem modernen Kopfnicker-Sound. Das klingt dann so oder so ähnlich. Für alle, die es eher klassisch mögen und sich vielleicht ein bisschen Abwechslung wünschen.

Pronto

Bei Pronto trifft Dancehall beziehungsweise Reggaeton auf Mumble-Rap und Mundart. Hier geht es nicht nur multikulturell, sondern auch multilingual zu. Der Schweizer Rapper stammt aus Solothurn und gibt sich beim Openair Frauenfeld 2019 ebenfalls die Ehre. Der Sound macht live mit Sicherheit einiges her und kann am Freitag ab 18 Uhr auf der Soul City-Stage genossen werden.

Buds Penseur

Buds Penseur rappt auf Französisch, ist in Biel aufgewachsen, hat aber auch einige Jahre in Brasilien gelebt. In seinem Sound lassen sich Inspirationen aus den 1990er Jahren ausmachen, aber noch viel mehr. Die geballte kreative Kraft bricht sich in mehreren Projekten Bahn: Buds Penseur bildet mit Nativ auch noch das Kollektiv psycho'n'odds. Außerdem gehört er zur Crew La Base.

davey6000

Der Sound von davey6000 stellt ungefähr das genaue Gegenteil von dem dar, was Buds Penseur macht. Auch auf die Gefahr hin, beiden nicht gerecht zu werden: davey6000 gibt sich voll und ganz einem modernen Klangbild hin. Ab 16:50 Uhr tritt der Rapper am Donnerstag auf der Soul City Stage auf.

Monet192

Last, but not least: Monet192 aus St. Gallen zählt wahrscheinlich gleichzeitig zu den bekanntesten und vielversprechendsten Rappern aus der Schweiz. Wer sich live von seinen Fähigkeiten überzeugen will, kann das beim Openair Frauenfeld 2019 direkt am Donnerstag um 12:45 Uhr auf der Soul City Stage tun.

Wie gut kennst du das Openair Frauenfeld? Check dein Wissen im Quiz!

Vom 11. bis zum 13. Juli geht das Openair Frauenfeld, Europas größtes Rapfestival, in die nächste Runde. Um uns und die Besucher schon mal in Stimmung zu bringen...

Openair Frauenfeld 2019

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Ein kleiner Moment Openair Frauenfeld 2020 trotz Corona

Ein kleiner Moment Openair Frauenfeld 2020 trotz Corona

Von Clark Senger am 15.07.2020 - 16:42

Die einen haben Rock Am Ring, die anderen das Summerjam, Wacken, Hurricane oder was auch immer. Für manchen Leser*innen dürfte es das Splash! sein. Für die Hiphop.de-Crew ist das Openair Frauenfeld jedes Jahr das Highlight der Festival-Saison. Im Summer of Coroni ist aber alles anders.

Es ist Donnerstag Nachmittag. Eigentlich würde grade Jamule oder ein ähnliches Kaliber die ersten Gäste auf das Gelände vor der riesigen Skyline Stage locken. Bei 29° und praller Sonne spielen ein paar unfair gut trainierte Dudes vorm SNIPES Store Basketball. Leute stehen Schlange für frisches Bier, das diesjährige Frauenfeld-Merch und kaltes Wasser aus den Zapfstationen, die überall über das Gelände verteilt sind. Endlich geht's wieder los!

Ich schlendere vorbei an Gruppen, die auf dem Boden sitzen und Joints durch die Runde wandern lassen. Ein Kerl sieht für diesen frühen Zeitpunkt des Tages und Festivals schon eindeutig zu rot aus. Ein anderer ext das zweite 0,5er Piwo in Folge. Für beide wird es morgen ein böses Erwachen geben.

Während meine Kollegen entweder ausgeschwärmt sind, um Interviews mit Fans für unsere Insta Story zu machen oder ihre Laptops aufbauen, um News und Artikel übers Festival zu schreiben, bilde ich mir ein, mein Eröffnungsspaziergang sei Vorbereitung auf "Release Friday". Dann erschüttern aus den Boxen eines Standes diese gefährlichen 808 Slides den Boden, die man aktuell jeden Freitag bei einem neuen Rapper hört.

"She like the way that I dance, she like the way that I move" – 2018 stand XXXTentacion wenige Wochen nach seinem Tod im Fokus vieler DJs und Artists beim Frauenfeld, dieses Jahr werden Pop Smokes und Juice WRLDs Geister über vielen Sets und Moshpits schweben. Pop Smoke wäre sogar leibhaftig hier gewesen, sein Slot war für Freitag geplant und wie gemacht für einen dieser legendären Abrisse in der La Fabrik Area.

Ein Blick in die OAF App: Vor A$AP Rocky und seinem Homie Ferg sind gleich noch DaBaby, Royce Da 5'9'' und Saint JHN am Start, die ich aus unterschiedlichen Gründen sehen möchte. Generell hat das wie gewohnt prominente Lineup 2020 einige Volltreffer für mich parat. Kendrick Lamar, Meek Mill, Apache 207, die Earthgang, Ski Mask The Slump God, Rico Nasty, IDK und Maxo Kream – alle kenne ich mehr oder weniger gut von Spotify, aber noch nicht in natura. Das will korrigiert werden.

Besonders gespannt dürfte nicht nur ich auf das Konzert von PNL sein. Die französischen Gebrüder Andrieu schaffen es, dass selbst fünf Jahre nach ihrem Debütalbum "Le Monde Chico" noch ein mysteriöser Schleier über ihrem Schaffen hängt. "Deux frères" war 2019 eins der besten Alben, auch wenn ich kein Wort verstanden habe.

Ihr legendäres Bühnenbild, das RAF und Bonez inspiriert haben dürfte, werden sie wohl kaum mitgebracht haben. Ich frage mich trotzdem, wie die riesige Bühne bei den beiden Perfektionisten aussehen wird. Und wie geben sie sich im Backstage? Kommen sie mit einer Armee an Securitys oder ist die Devise eher Understatement? Vermutlich werden sie – wie Busta Rhymes damals beim Out4Fame in Hünxe – mit dem Auto direkt an die Bühne gebracht und sind dann so schnell wieder weg, wie sie gekommen sind.

Dass außerdem die Kölner Homeboys Lugatti & 9ine dieses Wochenende auf Europas größtem Rapfestival auftreten, fühlt sich fast wie ein persönlicher Sieg an. Der Weg von wilden Gigs im Kölner AZ oder im Grüngürtel bei Yelms Bday Bash bis hin zum millimetergenau geplanten Openair hier in der Schweiz war lang, der heutige Spot der beiden ist mehr als verdient.

Als ich mir grade im Kopf ein paar Smalltalk-Fragen zurechtlege, mit denen man in ein Festival-Interview einsteigen könnte, reißt mich ein Anruf aus den Gedanken. Toxik. Aria soll einen Ami interviewen und unserem Backstage-Team fehlt jemand für den Ton. Jetzt!

Erst widerwillig trabend, dann immer schneller manövriere ich mich an sehr vielen sehr schönen Menschen vorbei und fühle mich wie Ezio Auditore. Ohne die Waffen, versteht sich. Ausweichen, beschleunigen, abbremsen, Kopftuch nass machen, wieder beschleunigen, Backstage-Pass für die Securitys aus dem Hemd friemeln, freundlich lächeln, aber nicht anhalten.

Diese sportlichen Einlagen gehören genauso zum Frauenfeld wie die Suche nach jemandem, der die Rückfahrt zum Hotel übernehmen kann. Für andere Leute gibt es andere Momente, in denen die monatelange Vorfreude zur Gewissheit wird, endlich wieder angekommen zu sein: Zum Beispiel das erste Bier nach dem Zeltaufbau.

Für die Besucher bedeutet so ein Festival: Drei Tage Urlaub, die vor einem liegen und sowohl schnell vergessene als auch unvergessliche Momente mit sich bringen werden. Neue Menschen, die man kennenlernt. Neue Künstler, die man entdeckt. Diese Vorfreude auf den beginnenden Trip in eine andere Welt – und da lasse ich gerne mit mir diskutieren – ist der beste Moment auf so einem Festival.

Am portablen Nachbau des Tischs aus unserem Büro sitzt Aria neben einem Kerl, der mit (vermutlich teurer) Sonnenbrille auf der Nase und Dior-Seidentuch auf dem Kopf in sein Handy guckt. Zwei Securitys, die breiter als hoch sind, lassen die Umgebung ihres Schützlings nicht aus den Augen.

"You're the audio guy, right?", sagt die unverwechselbare Stimme unter dem Seidentuch, die ich grade noch irgendwo gehört habe. Seinem mäßig überzeugenden "Let's go" lässt er schnell ein aufrichtiges "Woo!" folgen, mit dem er sich motiviert und mich aus meinem Gedankekonstrukt reißt.

Das passt nicht. Der Mann ist eigentlich tot und eigentlich sollten die Leute auf dem Gelände auch gar nicht so eng aneinander stehen.

Diesen Sommer versuchen wir vergeblich, etwas zu ersetzen, das man sich nicht so einfach mit einem Artikel herbeischreiben kann. Uns fehlen die Festivals, den Festivals fehlen die Einnahmen, den Künstlern fehlen ebenfalls die Festivals. Ja, für die meisten von uns hat Corona größere Probleme mit sich gebracht als den Verzicht auf einen Kurzurlaub mit Musik und Exzess. Wer sich aber irgendwo in diesen Zeilen wiedergefunden hat, wird unterschreiben: Die Festivals sind vielleicht die Highlights jeden Sommer. Sie fehlen!

(Wer von Covid-19 getroffenen Unternehmen der Kulturbranche helfen will, behält bestenfalls seine Tickets. Auch große Festivals wie das Openair Frauenfeld sehen sich in dieser Krise existenziellen Gefahren ausgesetzt. Wie du in dieser Situation aktiv werden und supporten kannst, haben wir in diesem Artikel erklärt. Das Openair Frauenfeld beispielsweise geht 2021 einen Tag länger – mit dem #OAForever-Upgrade kann man ein bestehendes Ticket auf diese Dauer erweitern und den Veranstaltern des Festivals (finanzielle) Planungssicherheit geben.)


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