Jay-Z & Beyoncé: Wieso ihre Tour mehr ist als Geldmacherei

Sie geben das wohl bekannteste Ehepaar der Musikbranche ab. Das Vermögen von Jay-Z und seiner Frau Beyoncé wird zusammengerechnet auf über eine Milliarde Dollar geschätzt. Obwohl es in ihrer Beziehung einige Tiefen gab, ist es nun offiziell: Jay-Z und Beyoncé gehen ab Juni gemeinsam auf Welttournee. Die Meldung gab Queen Bey am Montag (12. März) in Form eines Instagram-Videos bekannt. Mit diesem Schritt zeigt das Künstlerduo nicht nur, dass es seine Probleme der letzten Jahre überstanden hat und auf der Mission ist, noch mehr Geld zu verdienen. Hinter der "On the Run II"-Tour verstecken sich noch andere Bedeutungen, die nicht von kultureller Irrelevanz sind. 

Das ankündigende Schwarz-Weiß-Video ist ein Zusammenschnitt aus Momenten, die Jay-Z und seine Ehefrau gemeinsam erlebten. Sowohl privat als auch beruflich haben die beiden schon einiges durchmachen müssen. Nicht einmal Jay-Zs Affäre führte zu einer Scheidung, obwohl sich das Paar Gedanken darüber machte. Passend zu der überstandenen Krise läuft im Hintergrund des Kurzfilms "I'm Still In Love With You" von Alton Ellis.

Instagram post by Beyoncé * Mar 12, 2018 at 1:55pm UTC

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Musik als Ehetherapie

Die Fassade einer scheinbaren Muster-Ehe des Paares fing bereits 2013 an zu bröckeln. Nachdem etliche Gerüchte um Jay-Zs Untreue im Netz kursierten, bestätigte der Rapper und Musikproduzent sein Fremdgehen im vergangenen Jahr offiziell in Interviews. Der Familienvater gestand sich seinen Fehler ein und hat versprach seiner Frau, sich zu bessern. Mit seinem Soloalbum "4:44" setzte er dann ein klares Zeichen pro Feminismus und beerdigt, laut Musikexpress, seine Männlichkeit.

Es war die einsichtige Antwort auf Beyoncés "Lemonade", auf dem sie ihren Ehemann der Treulosigkeit beschuldigte und ihre Rolle der schwarzen, erfolgreichen Frau in der Gesellschaft in Frage stellte. Beyoncés Album erzählt eine Geschichte davon, wie sich im Laufe der Zeit ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein entwickelten. Damit gelang es der Pop-Ikone nicht nur, sich selbst zu therapieren. Viele Fans, vor allem aber Frauen und junge Mädchen, wurden durch das Gesamtwerk dazu motiviert, sich selbst wertzuschätzen.

Die 36-Jährige und ihr 48-jähriger Lebensgefährte haben die Musik aber vor allem als Ehetherapie gesehen und planten deshalb sogar, ein gemeinsames Album aufzunehmen. Ein solches erschien allerdings nie. Stattdessen verschlägt es das Ehepaar nun in 36 verschiedene Städte, wo es seine künstlerischen Fähigkeiten zum Besten geben wird. Ein halbes Jahr werden die beiden insgesamt mit ihren drei Kindern Blue Ivy, Rumi und Sir in den USA und Europa unterwegs sein. Die Tour verlegten sie extra in die Sommerferien ihrer ältesten Tochter, berichtet Daily Mail. Fans hoffen seitdem darauf, dass die 6-jährige Blue Ivy von ihren Eltern mit auf die Bühne genommen wird.

Kulturelle Bedeutung des Tour-Posters

Jeder, der sich genauer mit dem erfolgreichen Pärchen auseinander setzt, bemerkt, dass hinter nahezu jedem Albumcover, jedem Outfit und jedem Video eine tiefere Bedeutung steckt. Auch wenn diese nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. 

Zu ihrer "On the Run II"-Tour postete Bey zwei Promo-Poster auf Instagram. Eins davon zeigt sie und ihren Ehemann auf einem Motorrad, dessen Frontlicht von dem Schädel eines Hirschs geziert wird. Fans erkannten schnell, dass es sich bei dem Poster nicht um eine eigene Idee des Paares handelt. Eine Fanseite von Beyoncé postete auf Twitter, dass es auffällige Ähnlichkeiten zwischen dem Werbeplakat und einer Sequenz aus dem senegalesischen Film "Touki Bouki" aus dem Jahr 1973 geben würde. 

Der Film, bei dem Djibril Diop Mambéty Regie führte, erzählt die Geschichte von zwei verliebten jungen Erwachsenen: Mory und Anta. Sie haben den Plan, ihre Heimat Dakar zu verlassen, um in Paris ein glamouröseres Leben zu beginnen. Das Pärchen erlebt eine Bonnie und Clyde-artige Charakterisierung, als es eine große Menge Geld klauen will, um sich den französischen Traum erfüllen zu können. Wie von Beyoncé und Jay nachgestellt, fahren auch Mory und Anta mit einem Motorrad durch die Gegend, das ein Geweih auf dem Lenker trägt. Die gesamte Story um die Turteltäubchen wurde zu einem afrikanischen Filmklassiker.

BEYONCÉ LEGION on Twitter

OTRII tour poster references "Touki Bouki," a 1973 Senegalese film about two lovers who steal money and clothing, then book passage to Paris to start new lives. It's considered an African cinema classic.

Fans spekulieren bereits, was der optische Vergleich für die "On the Run II"-Tour bedeuten könnte. Andere sehen einfach nur Ähnlichkeiten der Carters zu den Hauptcharakteren aus "Touki Bouki". Was auch immer die Inszenierung bedeuten mag: Wer könnte uns besser an den Ruhm des afrikanischen Films erinnern als Beyoncé und Jay-Z? In einer teilweise noch immer unterdrückten Generation kann Beyoncé mit ihrem großen Einfluss und dem gleichzeitigen Einsatz für Gleichberechtigung besonders viel bewegen. Auch Jay-Z zeigte sich in der Vergangenheit kulturell engagiert und ging mit gutem Beispiel voran, indem er auf Rassismus und Diskriminierung aufmerksam machte.

Wir sehen die gemeinsame Tour von Jay-Z und Beyoncé deshalb nicht nur als pure Geldmacherei, sondern als ein weiteres Zeichen für Zusammenhalt – egal, ob in einer Liebesbeziehung, innerhalb der Familie oder einer gesamten Kultur. 

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Kommentare

Netter Text. Leider lässt er va in Abetracht der Überschrift doch die Hauptfrage unbeantwortet.
Solange die Tickets trotzdem in der untersten Kategorie 90-100 Euro kosten und nur große Arenen vollgemacht werden, geht es zu einem großen Teil wohl doch sehr wohl um "Geldmacherei" - kann man verwerflich finden, muss man aber nicht. Die Frage ist dann ob und wie deutlich ein "Zeichen für Zusammenhalt" hier gesetzt wird oder bei einem genaueren Blick dieses nicht doch nur als Deckmantel der Kommerzialisierung ausgenutzt und verraten wird.

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Nach Line gegen ihre Schwester: Beyoncé konfrontiert Fabolous persönlich

Nach Line gegen ihre Schwester: Beyoncé konfrontiert Fabolous persönlich

Von David Molke am 25.01.2020 - 15:19

Fabolous überlegt sich mittlerweile besser, was er über wen rappt. Das liegt daran, dass er von Beyoncé höchstpersönlich eine wertvolle Lektion erteilt bekommen hat. Die Künstlerin hat den Rapper nämlich einfach direkt auf eine Line angesprochen, die Fabolous über ihre Schwester Solange gerappt hat. Im Gespräch mit dem Breakfast Club erklärt der Rapper, dass er nie gedacht hätte, dass die Zeile überhaupt jemals bei Beyoncé oder ihrer Schwester ankommen würde und er ihr sehr dankbar sei.

Beyoncé hat Fabolous persönlich auf eine Line gegen Solange angesprochen

Darum geht's: Fabolous rappt auf dem Song "For The Money" (mit Nicki Minaj, vom 2010 erschienenen "The Funeral Service: There Is No Competition 2") eine Line, in der er sich ziemlich respektlos über Solange Knowles äußert. Er vergleicht Beyoncés Schwester mit ihr, und zwar auf die folgende Art und Weise:

"I never do the bronze 'cause if you could have Beyoncé, would you take Solange?"

Solange und Beyoncé hätten diese Zeile dann offenbar tatsächlich gehört, während sie in einem Club waren, wo der Track gespielt wurde. Das berichtet jedenfalls  Fabolous unter Berufung auf Beyoncé. Die Zeile habe sie und ihre Schwester jedenfalls aufhorchen lassen und einigermaßen stutzig gemacht.

Beyoncé wäre aber nun mal nicht die Queen, wenn sie daraufhin einfach untätig geblieben wäre. Sie hat stattdessen das Gegenteil gemacht und Fabolous wohl einfach persönlich darauf angesprochen. Der sei davon extrem überrascht gewesen, weil er die Zeile ohne groß darüber nachzudenken gerappt hatte.

Dass sie wirklich bei Beyoncé beziehungsweise Solange ankommen könnte, habe er noch viel weniger erwartet. Erst durch die Ansage von Beyoncé sei ihm quasi klar geworden, dass er mit seiner gedankenlosen Line die Gefühle einer echten und tatsächlich existierenden person verletzt haben könnte.

The Breakfast Club on Twitter

Expect nothing less from the Queen https://t.co/GqSLajcsYh

Fabolous denkt mittlerweile zweimal über solche Punchlines nach

Bis zu dem Punkt, an dem sich Beyoncé mit ihrer Ansage direkt an Fabolous gewendet hat, habe Fabolous sich eigentlich gar keine Gedanken über derartige Lines gemacht. Er habe "in einem Rap alles gesagt, was irgendwie catchy" oder witzig war und sich als Punchline geeignet habe.

"Manchmal rappt man einfach irgendwelche Punchlines und weiß vielleicht gar nicht, was sich dahinter für eine Ernsthaftigkeit verbergen kann."

Er habe die Verbindung zu den echten Personen, die er vielleicht beleidigt, nie wirklich hergestellt. Aber Beyoncé habe ihn dahingehend gewissermaßen wachgerüttelt und er verstehe das jetzt. Fabolous habe ihr dann auch direkt versprochen, sich bei Solange für die Line zu entschuldigen und das auch getan.

"Sie hat gesagt 'die Zunge ist mächtig und wenn du etwas sagst – insbesondere jemand mit deinem Status – dann stell sicher, dass es das ist, was du sagen willst. Weil du jemanden damit verletzen könntest, ohne es überhaupt mitzubekommen.'"

Beyoncé macht aktuell richitg Welle mit ihrer neuen Ivy Park-Kollektion.

Beyoncé und Adidas droppen geschlechtsneutrale Kollektion

Von Jesse Schumacher am 08.12.2019 - 12:47 Das amerikanische Magazin Forbes veröffentlicht jedes Jahr ein Ranking, in dem die 40 bestverdienensten Musiker*innen gelistet sind. Natürlich spielen auch einige Rapper*innen in der Tabelle ganz oben mit. Mit 150 Millionen US-Dollar ist Kanye West der Hiphop-Act, der im Jahr 2019 die meiste Kohle gescheffelt hat.


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