Der erste Rückblick des Jahres: Die 15 meistgeklickten Videos im Januar

Nein, es ist nie zu früh für einen Rückblick – höchstens zu spät! Wir starten direkt im Januar mit der Bestenliste der erfolgreichsten Clips der Szene auf YouTube. Ende 2017 hatten wir 30 Videos, die mindestens 11,9 Millionen Aufrufe zu bieten hatten, und der Spitzenreiter stand bei 66,5 Millionen. Während wir auf die ersten Songs aus den neuen Alben von Ufo361 und Gzuz warten, gehen wir die Sache heute erstmal etwas gemächlicher an und starten unter der Millionenmarke.

15. Luciano - Jeden Tag (0,61 Mio | 24. Januar)

Luciano nimmt den Buzz von 2017 direkt mit ins nächste Jahr. Er promotet – passend zur Jahreszeit – weiterhin sein Debütalbum "Eiskalt", das bereits im November erschienen ist. Bei "Jeden Tag" treffen Grime-Anleihen im Beat auf Lucianos melodiös geflowte Parts. Dazu Turnup im Kiosk mit den Jungs wie jeden Tag. Verdiente Video-Auskopplung!

14. Kalim - Kodex (0,66 Mio | 14. Januar)

Ebenfalls nachträglich ausgekoppelt wurde dieser Clip zu "Kodex" von Kalims Album "Thronfolger". Im "Peeky Blinders"-Flair mit dem Charme des frühen 20. Jahrhunderts widmet der Hamburger damit einem der beliebtesten Songs seines Albums noch eine würdige Visualisierung.

13. Animus ft. MoTrip - Der stärkste Mensch (0,73 Mio | 13. Januar)

Zu den Gewinnern des Januars zählt zweifelsohne Animus. Schon im Dezember startete der Neue bei Bozz Muzik die Promophase zu seinem kommenden Album "Beastmode 3" und macht jetzt weiter reden von sich. "Der stärkste Mensch" richtet sich an die Mütter da draußen und hier kann Animus seine lyrischen Stärken natürlich wunderbar ausspielen. Auch der Clip dazu ist durchaus sehenswert und führt aus der Ich-Perspektive durch das Leben eines Jungen, der auf die schiefe Bahn gerät.

12. Olexesh - Pisdapüt (0,80 Mio | 12. Januar)

Fünf Jahre nach seinem ersten "HDF"-Video ist Olexesh für die Promophase zu "Rolexesh" wieder an den Ort des Geschehens zurückgekehrt. Die gleiche Passage, vor dem gleichen Hochhaus, mit dem gleichen Kerl. Aber jetzt ist die Rolex echt!

11. Animus - 4 Minuten Exclusive (JamFM) (0,82 Mio | 11. Januar)

Mehr Welle als mit seinen Songs konnte Animus mit seinen viralen Exclusives und Video-Statements machen. Manchen soll ja zwischen den ganzen Beefereien der letzten Jahre entgangen sein, dass sich hinter dem mittlerweile massiven Bart und den oft relativ harten Texten ein kluger und eloquenter Kerl verbirgt. Für "Beastmode 3" hat Animus sich wohl vorgenommen, das richtigzustellen. Das und viele andere Dinge!

10. Payy ft. Ardian Bujupi - Handschellen (0,89 Mio | 19. Januar)

Nachdem es mit Payy und Almaz Musiq nicht richtig geklappt hat, ist das ehemalige Kurdo-Signing jetzt auf eigene Faust unterwegs. Und das klappt offenbar ganz gut, denn die Zahlen auf YouTube und Spotify können sich sehen lassen. Anders als bei den vorherigen Auskopplungen aus "Zero" gibt es hier kaum gerappte Passagen, sondern fast ausschließlich Gesang – da hat Payy sich wohl seinem Gast angepasst, um ein rundes Ergebnis zu bekommen wie schon bei "Nur Bargeld" mit Nate57 und Remoe.

9. 18 Karat - Versace (0,94 Mio | 26. Januar)

Unmittelbar nach seinem Dortmunder Homie ist mit 18 Karat der nächste aus der Banger-Familie am Zug mit seinem neuen Release. Sein zweites Album über Farids Label hört auf den Titel "Geld Gold Gras", der hält, was er verspricht. 18 Karat bleibt seiner harten Straßenrap-Linie und der goldenen Optik treu.

8. RIN - Data Love (1,0 Mio | 15. Januar)

RIN widmet sich währenddessen wieder seiner emotionalen Seite. "Data Love" ist kein Turnup-Material, sondern ein Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen in der digitalen Welt – das Feuilleton kann wieder studieren und versuchen, zu verstehen, wie die Jugend tickt.

7. Yonii - Lampedusa (1,1 Mio | 26. Januar)

Yonii und Producer Lucry machen einfach da weiter, wo sie 2017 aufgehört haben, und liefern gemeinsam starke Musik, für die die Rap-Schublade nicht groß genug ist. Außer Bausa (der sich für "FML" explizit von Rap gelöst hat) kommt in Deutschland niemand an das Level heran, auf dem der Stuttgarter den Begriff Sprechgesang wortwörtlich umsetzt. Zu viele Talente in einem Körper.

6. Fard - Die Besten sterben jung (1,2 Mio | 5. Januar)

Für den Nachfolger von "Alter Ego" (2010) hat Fard sich der Herausforderung gestellt, an das alte Album anzuknüpfen, ohne dabei zu altbacken wirken zu wollen. Zum Ergebnis gehört auch, dass er mit neuen Storytellern seine vielleicht größte Stärke erneut ausspielt und die Lieblingsgeschichten seiner Fans fortführt. "Peter Pan" bekommt bald einen zweiten Teil und "Die Besten sterben jung" ist ein Brief von Rashid aus "Rashid & Jamal", den er an seinen verstorbenen Freund in den Himmel schickt.

5. 18 Karat - Hustla (1,2 Mio | 12. Januar)

In der Tradition von Cassidys "I'm A Hustla" samplen 18 Karat und Juh-Dee Jiggas "Dirt Off My Shoulder". Thematisch bewegt der Banger-Musiker sich auch hier im gewohnten Metier mit Fokus auf seine kriminelle Laufbahn, die er schon in junge Jahren startete, wie er hier fast schon stolz erzählt. Die Fans feiern es offenkundig.

4. Olexesh - Gopnik (1,8 Mio | 26. Januar)

Eins der dicksten Bretter des Januars kommt definitiv von OL und Bazzazian. Zu einem Beat, der die Vorfreude aus "Russisch Roulette 2" direkt wieder explodieren lässt, wippt Olexesh in der Hocke an der Konsti. Mit dem Titel "Gopnik" bezieht der in der Ukraine geborene Bratan sich auf den Lebensstil der desillusionierten Jugend im russischsprachigen Raum, die nur zum Zeitvertreib diverse Gesetze bricht.

3. Eno - Wäwä (2,2 Mio | 19. Januar)

Auch wenn das Kapitel Kopfticker Records relativ schnell wieder geschlossen war, kann Eno weiter auf den Support von Xatar zählen. Für den Soundtrack zu "Nur Gott kann mich richten" spittet der Wiesbadener auf ein Instrumental zwischen EDM und Afrotrap, als hätte er nie etwas anderes getan. Von der wachsenden Fanbase wird das mal wieder mit Klickzahlen in Millionenhöhe belohnt. Auf Enos erstes richtiges Studioalbum und seine neue Label-Situation darf man 2018 definitiv gespannt sein.

2. Azet - 9 Milly (3,6 Mio | 12. Januar)

Auf Azets Debütalbum warten Fans schon, seit der KMN-Hype 2016 richtig Fahrt aufgenommen hat. Ein Gefängnisaufenthalt machte ihm zwischenzeitlich einen Strich durch die Rechnung, aber nun ist es Ende März so weit. Die bisherigen Singles liefern das, was Anhänger sich gewünscht haben: Melodiöse Ohrwürmer mit harten Verses und der gewohnten Dosis Autotune, mit der Azet sich am wohlsten fühlt. Bei "9 Milly" sorgt DJ A-Boom mit dem markanten Flöten-Sample dafür, dass schon der Beat alleine verraten würde, dass das hier offenbar ein Azet-Song ist. Die größeren Hits aus "Fast Life" sind aber die ersten Auskopplungen "Gjynah" und "Qa Bone" mit RAF Camora.

1. Fler ft. Farid Bang - AMG (4,5 Mio | 11. Januar)

Wenn man jetzt schon einen Song des Jahres küren müsste, wäre "AMG" nicht nur aufgrund der meisten Klicks ein Topkandidat – die Geschichte hinter der Konstellation ist einfach zu groß, um diese Nummer zu ignorieren. Farid Bang und Fler, jahrelang erbitterte Feinde, haben zueinander gefunden und sind jetzt dicke Freunde. Dass die Vorgeschichte im ersten gemeinsamen Song kaum Erwähnung findet, kann man kritisieren oder feiern, weil so die Musik im Mittelpunkt steht.

Aussagekräftiger wird die Liste der meistgeklickten Clips sicher im Februar, wenn wir die ersten Auskopplungen aus anderen der am heißesten erwarteten Platten des Jahres serviert bekommen haben. Auf dem Plan steht so einiges:

15 Alben, die Deutschrap 2018 dominieren werden

Wir blicken voraus: Über welche Alben wird man Ende des Jahres sprechen, wenn 2018 zusammengefasst wird? Oder andersrum: Auf welche Alben kann man sich in den nächsten zwölf Monaten am meisten freuen?

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Fler kündigt Karriereende mit "CCN3" an
Ccn

Fler kündigt Karriereende mit "CCN3" an

Von Renée Diehl am 01.05.2021 - 14:54

Fler gibt im Twitch-Livestream mit Rooz bekannt, dass er seine Karriere mit einem letzten Kollabo-Album mit Bass Sultan Hengzt beenden will. Es soll als drittes und letztes Album der "CCN"-Reihe nicht nur unter diese musikalische Ära einen Schlusstrich ziehen, sondern auch unter seine Laufbahn als Rapper.

Fler gibt beiläufig Karriereende bekannt

Bereits Mitte April hatte Fler die Info, zusammen mit Bass Sultan Hengzt an "CCN3" zu arbeiten, in einem Interview mit 16 Bars gedroppt. Von einem Karriere-Aus aber war damals noch nicht die Rede – vielmehr sprach er zu dem Zeitpunkt noch von neuen Projekten. Seine Meinung scheint er inzwischen geändert zu haben. Im Telefongespräche mit Rooz, das live auf dessen Twitch-Account ausgestrahlt wurde, sagt er:

"Ich mache jetzt noch ein Album. CCN3 mit Bass Sultan Hengzt Ende des Jahres, danach bin ich fertig mit Deutschrap. Bass Sultan Hengzt und Frank White. Ich geb euch noch einmal dieses Album. Und es wird keine Musik sein, es wird einfach nur Krieg sein. Ich mach das nicht, weil ich im Studio sitze und sage, 'Boah, das ist ja geile Musik'. Nein, ich bin mit CCN gekommen, ich werd mit CCN gehen. Ihr habt alle immer gesagt 'Fler, bring wieder, bring wieder'. Den paar Fans, die es sich so sehr wünschen da draußen, sozusagen der Hardcore-Fanbase, gebe ich das noch. Danach bin ich weg, Alter."

Fler ist Rapper – aber was kommt danach?

Wie ernst es Fler mit seinem Karriereende wirklich ist, weiß nur er selbst. Was er danach vorhaben könnte, verrät er aber schon mal:

 "Ihr bekommt euer 'Carlo Cokxx N*tten', danach ist Feierabend. Danach mach ich Champagner." 

Auch das könnte nur eine Anspielung darauf sein, was seine US-Rapper-Kollegen, unter anderem Jay-Z, sich an Businesses neben oder nach dem Rap aufgebaut haben. Wobei bekanntlich kaum ein Rapper jemals die Finger komplett von der Musik lassen kann. Wie das Ganze bei Fler ausgeht, bleibt abzuwarten. 

Claim auf Titel „CCN“ umstritten 

Falls Fler das Album mit Bass Sultan Hengzt tatsächlich mit dem Titel "CCN3" rausbringen möchte, wird dies natürlich ein weiteres Kapitel im Konflikt mit Busido werden. Bisher hatte Bushido nämlich unter dem Trademark weitere Kollabo-Alben mit anderen Rappern releast. Mehr zu dem Thema findet ihr hier:

"CCN" im Streaming: Fler will Bushido stoppen

Bushido will nach und nach sein Frühwerk auf den Streaming-Markt bringen. Ob die Gangstarap-Blaupause "CCN" auch bald auf Apple, Spotify und Co zur Verfügung steht, ist jedoch zumindest fragwürdig. Bushidos damaliger Kollabopartner Fler hat in einem neuen Interview bei 16 Bars erklärt, dass er das nicht zulassen werde.


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