Kool Savas reagiert auf Favorites Schrei nach Aufmerksamkeit

Es dürfte Fans und Freunden grade schwerfallen, Favorite bei seinem aktuellen Output zu begleiten. Nach dem 50.000-Euro-Crowdfunding-Plan und seinem Hilferuf an Kollegah hat der Essener vorgestern einen Song veröffentlicht, der sich wie ein Schrei nach Aufmerksamkeit anfühlt.

Kool Savas reagiert auf Favorites Provokation

Wir hatten uns zunächst dagegen entschieden, über das Machwerk namens "Ich box Michael Jackson" zu berichten. Neben Fronts an Rapper wie Apache 207, Farid Bang und Kool Savas – Battle-Gedanke, alles cool und so – drückt Fav nämlich diverse Trigger, droppt die N-Bombe unter anderem gegen Barack Obama und behauptet, dass er nur noch mit Nazis rumhängen würde. Man bekommt das Gefühl, er wollte geradezu die entsprechenden Headlines provozieren.

Den Punchlines fehlt im Gegensatz zum alten Fav leider jeglicher Witz und obendrein lässt auch die musikalische Performance erahnen, wie viel Arbeit Selfmade in die letzten Alben des Esseners gesteckt haben muss, damit sie kein allzu großer Fleck auf der Diskografie des Labels wurden. Sein Talent ist nach den Schicksalsschlägen, von denen man weiß und denen, die man erahnen kann, kaum noch etwas zu hören.

Eine Karriere am Tiefpunkt: Favorites Absturz in die Versenkung

Es ist keine Ewigkeit her, da befand sich Favorite auf einem Level mit Kollegah. 2019 stellen sich die Verhältnisse komplett anders dar.

Sein Front gegen Essah und Melbeatz hat jetzt jedoch bei Savas eine Reaktion provoziert. Savas hatte sich schon Ende 2018 nicht die rassistischen Respektlosigkeiten gefallen lassen.

"Zigaretten und Gras, mit N**gas rappen im Park / Melbeatz in den A*sch f**ken, Fresse Savas", lautet seine neue Line, die symptomatisch für gleich mehrere Punkte der belastenden Situation zu sein scheint, in der Fav festsitzt. In der Gegenwart ist Savas nämlich schon seit knapp zwei Dekaden nicht mehr mit Melbeatz zusammen, wie er in seiner Story erklärt.

Auf den Battle-Gedanken, den man mit sehr viel Wohlwollen hinter dem Song und den Lines vermuten kann, hat Savas auch eine Antwort. Erstens wünscht er sich, dass Fav keine ihm nahezu gänzlich fremden Menschen angreift, die ihn noch nie in seinem Leben gesehen hätten. Die Beschreibung passt nicht nur auf Melbeatz, sondern unbeabsichtigerweise auch auf Apache, den Favorite laut seiner Zeile im neuen Song "boxen" will.

Zweitens sieht er null Reiz darin, in ein Battle mit diesem uninspirierten Pipikaka-Humor einzusteigen. Er schreibt, dass er "angewidert" ist und erinnert alle implizit an "Das Urteil" und andere Disstracks, die er einst seinen Rivalen widmete.

Es mag optimistisch oder naiv wirken, aber wir möchten dennoch mit einem Appell verbleiben, den auch die letzten und äußerst leiderprobten Fav-Fans ständig an ihn richten: Konfrontiere dich mit dir selbst und such dir professionelle Hilfe! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Kommentare

übelst whack, was fav da liefert!
Und genau Zeitgleich kommt Shiml mit "IMMER SO" mit seinem stabilsten Track seit 15 Jahren.
2 Selfmade Comebacks, eines zum Fremdschämen, eines ein zukünftiger All-Time Klassiker.

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"Das geht auch an KC": PA Sports mit abschließendem Statement zum Streit mit Manuellsen

"Das geht auch an KC": PA Sports mit abschließendem Statement zum Streit mit Manuellsen

Von Till Hesterbrink am 24.11.2020 - 13:37

Es wurden wieder Ansagen gedroppt und gelöscht. Nachdem PA Sports am Sonntag zu einem halbstündigen Rundumschlag gegen Manuellsen ausgeholt hatte, löschte er sein Statement nun wieder und schlug versöhnlichere Töne an. Er wolle seine Zeit jetzt nicht mit Streit verschwenden und sich stattdessen auf sein anstehendes Album "Streben nach Glück" konzentrieren.

PA Sports: "Als ich dich mit 13 kennengelernt habe, du warst ein Held für mich"

Nachdem PA Sports sich auf seinen kürzlich erschienenen "100 Bars Final Kill" selbst zum König des Ruhrpotts gekrönt hatte, entwickelte sich schnell ein Hin und Her zwischen dem Life is Pain-Boss und Manuellsen. In dieses wurden auch weitere Künstler*innen, wie PAs Signing Rua, verwickelt. Beide Seiten lieferten Livestreams und umfangreiche Statements zur ganzen Geschichte.

PA Sports veröffentlicht "Abrechnung" mit Manuellsen

In PA Sports Augen ist Manuellsen "krank". Der Life is Pain Ceo veröffentlichte ein halbstündiges Video-Statement, in dem er ausführlich über das Verhalten von Manuellsen nach dem Release des Tracks " 100 Bars Final Kill" spricht. PA macht dabei direkt zu Beginn deutlich, dass er nicht ausschließt, zukünftig einen Disstrack gegen Manuellsen zu veröffentlichen.

Nun löschte PA Sports sein knapp 30-minütiges Statement zur Streiterei wieder und richtete "Ein letztes Wort" an Manuellsen. In dem circa fünf Minuten langen Video erklärt der in Essen geborene Rapper, dass er den Konflikt an dieser Stelle beiseitelege. Zwar hätte Manu ihm Grund genug gegeben, die Auseinandersetzung weiter zu verfolgen, doch er wolle keine Energie mehr darein verschwenden. Die Kommunikation zwischen den beiden Camps sei entspannt gewesen. PA bedankt sich in seinem Video dafür, dass Manus Umfeld ihn nicht unter Druck gesetzt habe.

Von Manuellsen selbst sei PA allerdings sehr verletzt. Dieser hatte sich am Vorabend in einem weiteren Livestream zum 30-Minuten-Statement des LiP-Oberhaupts geäußert. Laut PA habe er sich dabei von der Person lenken lassen, die ihm gegenüber seit Längerem "großes Unrecht im Schilde" führe. Bereits zuvor hatte PA anklingen lassen, dass er mit bestimmten Personen im Ruhrpott ein anhaltendes Problem habe. Diese wären es auch gewesen, die das Auto seiner Mutter angezündet hätten und versucht haben sollen, über die Tochter des Rappers Druck auszuüben. Angeblich soll es dabei um Geschehnisse in einer Zeit gehen, in der PA noch kein Geld mit der Musik verdient hätte, für die nun Geld im sechsstelligen Bereich von ihm verlangt würde.

Besonders aufgrund der gemeinsamen Historie der beiden sei PA sehr verletzt dadurch, dass Manuellsen so etwas mit sich machen lassen würde.

"Lasst uns aufhören, uns gegenseitig zu hassen. Das geht auch an KC."

Nicht nur das Verhältnis von PA Sports zu Manuellsen ist belastet, auch das zu KC Rebell litt in den letzten Jahren. 2018 brachte PA einen Disstrack gegen seinen Jugendfreund raus, über den er nun sagt, er sei ihm sehr schwergefallen, da er den "Jungen sehr geliebt" habe.

PA Sports - Guilty 400 (KC Rebell Diss) [Video]

Von Paul Kruppa am 22.11.2020 - 16:14 Wer, wenn nicht Bushido weiß: " Zeiten ändern dich" - und so wirkt der vermeintliche Realtalk auf früheren Disstracks einige Jahre später gar nicht mehr so real. Mit "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" zog Bushido 2013 gefühlt die komplette Szene auf seine Seite.

Bezüglich Manuellsen und des Vorwurfs, PA hätte, anders als KC, alle verraten und sei abgehauen, erinnert PA Sports Manu an den gemeinsamen Track "Thx I Get" aus dem Jahre 2014, den Manu angeblich mit beiden Ruhrpott-Rappern aufnehmen wollte. Er habe sich aus Respekt bereit erklärt, den Song mit Video zu machen, während KC nicht auftauchte.

PA erklärt im weiteren Verlauf, dass er es war, der die Leute, die heutzutage als Hintermänner agieren, in den Vordergrund geholt habe. Als Dank würden eben diese Personen versuchen, Streit mit ihm anzufangen. Manu solle aufhören, darüber nachzudenken, wie er der Straße danken könne und sich fragen, wie die Straße ihm danken könne. "Stabilität auf Straße" sei nichts, was PA noch interessiere.

Als Zeichen des Friedens habe er sein Statement offline genommen. Von Manuellsen erwarte er dafür auch eine Gegenleistung, wobei PA offenlässt, welche das sei. Manu wisse jedoch, was PA sich wünsche.

Sein Video beendet PA mit versöhnlichen Worten an sowohl Manuellsen als auch KC Rebell und Grüßen nach NRW.


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