Was diese Woche lief: Meine 7 Lieblingstracks #2

 

Ich meine irgendwo schrieb ein 187-Member zu Ebbe & Flut "unerwartet knallt am dollsten" oder etwas in der Art. Viel besser hätte man es kaum formulieren können. Es hatte sich schon angedeutet, dass Xatar irgendwie irgendwo irgendwann mit der Strassenbande gemeinsame Sache machen würde und dann hat Ebbe & Flut am Donnerstag richtig mies eingeschlagen. Die Gzuz-Soloplatte kann kommen!

Abgesehen von der Tatsache, dass jeder Part und die Hook extrem feierbar sind und man allen drei Rappern den Hunger anmerkt, killt Jambeatz mit dem bösen, brachialen Instrumental einfach alles. Ich freu mich schon, wenn ich den Song zum ersten Mal im Club höre! 550.000 Views auf YouTube in 3 Tagen sind vollkommen legitim.

Fazit: Kandidat für meinen persönlichen Song des Jahres. Auch sonst war diese Woche wieder gut was los. Check auf den nächsten Seiten einige Empfehlungen ab!

Wenn du denkst, du hast alles im Hiphop gesehen, kommt ein estnischer Trap-Rapper um die Ecke und zersäbelt ein absurd geiles, Electro-Instrumental von einer russischen Rap-Rave-Band. Little Big ft. Tommy Cash - Give Me Your Money – ein ganz normaler Mittwoch.

Dann gibt's obendrauf noch ein dermaßen verrücktes Video, dass man nicht mal weiß, welche bekloppten Szenen man erwähnen muss. Die kleinwüchsige nackte Dame, die sich in einer Badewanne mit Kleingeld berieseln lässt? Die dicken, verschwitzten Leute in der Saune? Das Twerking auf der Kuhweide? Die Panzerfahrt im Wald? Such dir was aus!

Die russische Band Little Big ist – schwer zu übersehen – das russische Äquivalent zu Die Antwoord. Wenn du dich also bei irgendwem dafür bedanken oder beschweren möchtest, dass es solche Sachen gibt, dann wende dich an Yolandi, Ninja und DJ Hi-Tek!

Seit Schoolboy Q 2009 bei Top Dawg Entertainment unterschrieb und Black Hippy mit ihm, Kendrick Lamar, Ab-Soul und Jay Rock gegründet wurde, haben insbesondere die Platten von K-Dot und Q der Szene unwiderruflich ihren Stempel aufgedrückt. Für Vice City von seinem frisch erschienenen Album 90059 hat Jay Rock jetzt die komplette Truppe zusammengetrommelt und das Ergebnis ist erwartungsgemäß großartig.

Der Diskografie von Black Hippy fehlt noch ein gemeinsames Projekt in voller Länge. Der Musikwelt fehlt ebenfalls noch ein gemeinsames Black Hippy-Projekt in voller Länge. Kendrick hat mal gesagt, dass die Gruppe sich nicht auflösen wird, bevor es diese Platte gibt. Vorfreude auf unbestimmte Zeit ist also angesagt.

Ich dachte eigentlich, Fatoni ist mehr so der lustiger Typ, der sich über alles und jeden und besonders gern auch sich selbst lustig macht. Wahrscheinlich ist er das, aber diese Woche hat er gezeigt, dass er auch anders kann, nämlich ernst.

Der Sound von Schlafentzug von der aktuellen C'MON EP fängt wunderbar das Gefühl von mitten in der Nacht ein, wenn man aus unterschiedlichsten Gründen nicht schlafen will, obwohl man sollte. Die Tanke im Video und die merkwürdigen Dinge, die dort abgehen, (Regie: Ferdinand Arthuber) sind mit ihrer Tristesse die ideale Szenerie zum Song. Runde Sache!

Die EP von dicken Toni gibt's hier – gratis und so, doowayst! Das extreme Kontrastprogramm zu Schlafentzug wurde mit C'mon das geht auch klüger bereits geliefert.

OL bereitet aktuell fleißig das Release seines Mixtapes Strassencocktail (VÖ 25.9.) vor. Diese Woche gab es neben Ich komm allein auch ein Video zu Distrikt Sis Kat.

Ich feier die Nummer hier mehr. Das herrlich psychedelische Instrumental von PzY entfaltet sich so richtig gut im Kontrast zu Olexeshs aggressiver Vortragsweise. Obwohl er sich grundsätzlich von MCs ernährt und dementsprechend genug Futter parat haben dürfte, merkt man ihm den Hunger an. Dickes Ding!

Audio-URL

Dieses Social Media ist schon eine spannende Sache. Die Selbstwahrnehmung, die Wahrnehmung anderer Leute, die Art, wie Konzerne sich präsentieren – die Folgen von Facebook und Co kann man wohl erst in einigen Jahren wirklich reflektiert betrachten. Eine ganz konkrete Folge konntest du beispielweise auf diversen Festivals diesen Sommer sehen: Selfiesticks.

Wenn die Leute lieber mitsamt der kompletten Crew im Rücken die in die Luft gereckten GoPros und iPhones anglotzen, anstatt dem Menschen auf der Bühne die Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn einmal geguckte Videos von einem Auftritt auf der Festplatte wichtiger zu sein scheinen als eine Erinnerung in deinem Kopf, dann weißt du, es ist 2015 und Tracks wie No Social Media von den Homies Wiz Khalifa und Snoop Dogg sind Gold wert:

"Don't keep going on your phone, I'm starting to get upset / 'cause you wouldn't be shit without the internet / I don't give a f*ck 'bout how many likes you get / f*ck a selfiestick, eat a healthy dick"

Vielleicht sehe ich auch nicht die weltbewegenden Vorteile von Selfies und den dazugehörigen Sticks und bin einfach verbittert und alt wie Clint Eastwood in Gran Torino. Soll mir auch recht sein – der ist cool!

Den Track werden die meisten nicht auf der Rechnung gehabt haben, aber das muss ja nichts heißen. Du kennst Der Plot noch nicht? Kein Problem, ein Klick aufs Video wirkt Wunder.

Das grandiose Zusammenspiel aus Beat, Text und Video in Colossus ergibt eine beängstigende dystopische Science-Fiction-Vision davon, was auf die Menschheit zukommt. Beängstigend auch deshalb, weil viele Aspekte auch heute schon zu beobachten sind. Funktionieren, funktionieren, funktionieren.

Der textliche und musikalische Leckerbissen stammt von taufrischen Album Interrobang von der Band um die Rapper Conny und elmäx.

Was abgesehen von meinen persönlichen Lieblingen diese Woche so lief, kannst du hier abchecken. Was wäre noch in deiner Liste vertreten? Die Liste der letzten Woche mit SSIO, Kolle & Co findest du hier.

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