Girl joins rapper in the subway for an impromptu jam session (INFIDELIX ft. EllandM)

Bei der spontanen Jam Session der relativ unbekannten Sängerin EllandM und des aus Texas stammenden Straßenrappers Infidelix in einer Berliner U-Bahn-Station merkt man schnell: Das ist Rap, der straight aus dem Herzen kommt. Ziemlich echte Musik.

Beide packen eine nicht zu überhörende Portion Leidenschaft in ihren Gesang/Rap. Innerhalb weniger Minuten versammelt sich eine kleine Crowd, die das merkt und feiert.

Infidelix hat so mancher Berliner vielleicht schon zuvor auf dem Instrumental von Phantograms When I'm Small (hier mit Freestyle von A$AP Rocky) gehört. Der Mann, der sogar Audio88s Ansprüchen für wirklich echten Straßenrap entspricht, ist dort kein Unbekannter und offenbar ein herzensguter Kerl:

Das Phantom von der Warschauer Brücke

Bryan Rodecker als Infidelix Foto: Alexander Kleis Vor dem U-Bahnhof in der Berliner Warschauer Straße drängeln sich zwanzig, dreißig Leute um Maximilian Liesegang, der als Freestyle- Rapper Mielian mit dem Beat und seinen Reimen alles andere übertönt. Die vorbeifahrende Straßenbahn, die vorbeieilenden Passanten. Es riecht nach Tabak und Gras, der Asphalt ist übersät mit Kronkorken.

"Ich will nicht in vier Wänden gefangen sein. Das reale Leben spielt sich hier draußen auf der Straße ab." – As street rap as it gets.

UPDATE NOVEMBER: Infidelix macht sein neues Album Busk Life zum Crowdfunding-Projekt. Hier kannst du ihn unterstützen:

KEEP INFIDELIX INDEPENDENT!!

My name is Infidelix. I am a street rapper here in Berlin. My new album is coming out soon and I want to do the most I can with it. I need help. Lets make his new album 'BUSK LIFE' a success!

INFIDELIX: Rapmusik von Houston nach Berlin (zqnce)

INFIDELIX hat sich aus Texas auf den Weg gemacht, um seine Musik zu den Menschen zu bringen. Inzwischen ist er in Berlin gestrandet und seine Rap-Musik wird an der Warschauer Straße, am Kotti oder im Mauerpark zu zwischenmenschlichen Begegnungen. Ein Portrait von Alex Macek and Sophie Colfer exklusiv bei zqnce.

06.09.2016 - 16:54

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Kommentare

Geiles ding, besonders der gesang!
Was ist das noch gleich für ein beat?!

phantogram - when i'm small

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"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte

Von Till Hesterbrink am 18.10.2020 - 13:37

Der YouTube-Kanal History of Berlin macht seinem Namen alle Ehre und hat ein Interview mit Maxim aus dem Jahre 2001 veröffentlicht. Attila Murat Aydın, wie Maxim mit bürgerlichem Namen hieß, war einer der Hiphop-Pioniere der Hauptstadt. Er gründete zahlreiche Breaker-, Sprayer- und MC-Crews und war einer der ersten, die Hiphop in Deutschland nach amerikanischem Vorbild verstanden hatten.

Maxim nimmt HoB mit auf eine Zeitreise

In dem Interview erzählt Maxim von seinen Anfängen und wie er zum Breaken und Beatboxen gekommen ist und wie sich die Hiphop-Szene in Berlin mit den Jahren veränderte. Die Faszination begann für Aydın mit 12 Jahren, als ein bodenturnender Cousin aus Manchester ihn besuchte und ihm die ersten Moves zeigte. Nachdem er dann den Film "Wildstyle" gesehen hatte, war er endgültig begeistert. Neben dem Breaken entdeckte Maxim schnell auch das Beatboxen und Malen für sich und begann, sich einen Namen in Berlin zu machen.

Mit den Jahren galt Maxim als einer der Ersten, der den West-Berlin-Hiphop-Style etabliert hat und wurde so zu einer der bekanntesten Figuren in der Hauptstadt. Er war zwar Breaker, Sprayer, Beatboxer und Rapper, doch sein größtes Talent scheint das connecten von Leuten gewesen zu sein. So schreibt History of Berlin über ihn:

"Das wahre Talent von Maxim, war allerdings das vernetzen und verknüpfen von Leuten aus der Hip Hop Szene, denn er kannte wirklich jeden aktiven Tänzer und jeden relevanten Berliner Sprüher persönlich."

Aydın gründete Ende der 80er Jahre die legendäre Berliner Crew 36 Boys, welcher unter anderem auch der heutige Starkoch Tim Raue angehörte. Wie vieles, was Maxim machte, gelten die 36 Boys mittlerweile als Vorreiter für Crews und Gangs der nachfolgenden Generationen.

Auch die Glorious Five Artists wurden von Maxim gegründet, welche von der Backspin als eine der besten Writer Crews Europas bezeichnet wurde. Der Tagesspiegel nannte die GFA mal "die bekannteste deutsche Writer Verbindung".

Maxim: Viel zu früh gestorben

Wohl am Tag dieser Videoaufnahmen, seinem 33. Geburtstag, starb Maxim, als er einen Streit zwischen seiner Ehefrau und einem Rentner klären wollte. Der 76-Jährige zog jedoch ein Messer und erstach Aydın. Maxim hatte sich zeit seines Lebens gegen Gewalt eingesetzt und war ein berühmter Streitschlichter.

Auf der Aggro Ansage Nr.4 widmeten Fler, Sido und B-Tight der Straßen-Legende mit "Maxim ist King" einen ganzen Song.

"Der erste Beatboxer, erste Writer, erste B-Boy, er war die erste Eins" (Fler auf "Maxim ist King")

Des Weiteren wurde der "Maxim Memorial Day" ins Leben gerufen, bei welchem viele Berliner Künstler dem Verstorbenen ihren Respekt zollten. Außerdem erschien der "Maxim Memorial Sampler", auf dem unter anderem Kool Savas, Eko Fresh, Fler, Sido, Taktloss und B-Tight vertreten waren.

Bis heute findet Maxim immer wieder Erwähnungen in deutschen Raptexten:

"Wenn ich sterbe, ist das hier mein Vermächtnis (meine Legacy)/
Hoff', ich bleibe der Straße im Gedächtnis (so wie Maxim)" (Fler auf "Vermächtnis")


Maxim (Zeitreise 1982-2001) Hip Hop Legende, Graffiti, Break Dance, Beatbox - HISTORY OF BERLIN

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