Lost Tapes: Prezident mit offenem Visier beim Out4Fame 2017 (Interview) – Toxik trifft

Prezident steppt sein Facebook-Game mit Memes up und weist subtil auf ein Interview hin, das noch in unserer Schublade lag. Beim Out4Fame 2017 fand der leidenschaftliche Misanthrop für eins seiner raren Interviews den Weg in unseren Presseraum und führte ein sehr offenes Gespräch mit Toxik.

Es geht um Hiphopjournalismus, ein noch unveröffentlichtes Prezi-Rant-Album, noch ein zweites unveröffentlichtes Prezi-Album, politische (Pseudo-)Einstellungen, Kool Savas, Feminismus, die Rezeption der Azzlackz und vieles mehr. Ein Gespräch mit offenem Visier, das wir euch dann doch nicht vorenthalten wollen.

Um die Frage zu beantworten, die noch im Raum steht: Nach den Festivals war unser Release-Plan auf YouTube full, das Interview ist unter den Tisch gefallen und irgendwann dachten wir, es wäre zu spät das Ganze noch zu veröffentlichen. Glaubt es oder bombt uns mit Verschwörungstheorien voll, warum denen da oben das Interview ein Dorn im Auge war – wir werden mit beiden Optionen glücklich.

05.06.2018 - 19:12

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Was die Politik von Hiphop lernen kann: Toxik im Stern-Interview

Was die Politik von Hiphop lernen kann: Toxik im Stern-Interview

Von Till Hesterbrink am 13.02.2021 - 13:42

Toxik war kürzlich (virtuell) zu Gast beim Stern. Thema des Interviews: wie Politik mit Hiphop-Kultur interagieren kann, um junge Menschen zu erreichen und positive Veränderungen herbeizuführen.

"Menschen merken, wenn man sie verarschen will"

Zu dem Interview kam es im Zuge der Gründung der Consulting Agency The Ambition, die gesellschaftlichen Akteuren das Potential der Hiphop-Kultur aufzeigen und zugänglich machen will. Ziel ist es dabei, Talenten aus unserer Kultur Zugang zu neuen Betätigungsfeldern zu ermöglichen und die Hiphop-DNA weiter zu tragen.

Der Ansatz zielt auf Nachhaltigkeit ab: Dass Hiphop boomt, ist mittlerweile bekannt. Doch viele ließen ehrliches Interesse vermissen und seien lediglich auf der Suche nach schneller Reichweite, so Toxik. Nachhaltig sei das nicht, weder für die eine, noch für die andere Seite. Denn: "Menschen merken, wenn man sie verarschen will".

Politiker*innen müssten verstehen, dass es sich bei Zusammenarbeiten um ein Wechselspiel handele. Man müsse der Kultur etwas anzubieten haben. In allererster Linie politische Antworten auf die Bedürfnisse der Menschen, die man erreichen will.

Auch die letztlich gescheiterte Zusammenarbeit des einstigen Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel (SPD) mit Farid Bang wurde vom Stern angesprochen. Farid hatte sich im Zuge der Zusammenarbeit 2020 für die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen eingesetzt. Nach starker Kritik zog Geisel das Video zurück. Wohl gegen seinen eigene Willen und mit dem Hinweis, sich nicht für die Kooperation entschuldigen zu wollen – der positive Effekt der Handreichung war aber dahin. Toxik:

"Man hat mit einem Rapper zusammengearbeitet, der in seinen Texten auch provoziert. Und nachdem es dann Kritik gab, ist man wieder von ihm abgerückt, was so ziemlich das falscheste ist, was man machen kann, wenn man authentisch und glaubwürdig mit Menschen kommunizieren will. Ich glaube, wenn man Jugend in Düsseldorf erreichen will, ist man bei Farid Bang absolut richtig."

Das ganze Interview seht ihr hier:

"Menschen merken, wenn man sie verarschen will": Warum unsere Politiker Hip-Hop-Nachhilfe brauchen

Unternehmen und Parteien nähern sich popkulturellen Strömungen oft mit überschaubarem Erfolg. Im stern-Interview erklärt Hip-Hop-Journalist Tobias "Toxik" Kargoll, was die deutsche Politik im Umgang mit der Hip-Hop-Kultur lernen kann - oder besser sollte.

Auch wir hatten damals darüber berichtet und erklärt, warum Farid Bang trotz seiner Lyrics ein Vorbild ist:

Kritik an Corona-Video: Wieso Farid Bang ein Vorbild ist [Kommentar]

Farid Bang hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf ein Video zur Einhaltung der geltenden Corona-Vorschriften gedreht. In dem etwa 40-sekündigen Clip appelliert Farid an die Bürger*innen von Düsseldorf und erklärt: "Haltet euch an die Regeln und bleibt vernünftig". So weit, so gut? Das sieht längst nicht jeder so.


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