Juju & Capital Bra – so entstand "Melodien"

Mit Capital Bra und "Melodien" gelang Juju nicht nur ihr erster Nummer-1-Song in den Charts, sondern für viele Fans einer der Sommerhits 2018. Dass es dazu gar keine großartigen Planungen braucht, merkt man im Interview mit Aria, wenn die Rapperin über die spontane Entstehung des Songs spricht.

09.05.2019 - 12:06

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Von Sektenmuzik zu "Berlin Lebt 2": Greckoes außergewöhnlicher Karriereweg

Von Sektenmuzik zu "Berlin Lebt 2": Greckoes außergewöhnlicher Karriereweg

Von Robin Schmidt am 21.09.2019 - 12:18

Im Rampenlicht zu stehen, war nie das ganz große Ding von Konstantinos Tzikas. Auch wenn er seine Zeit an der Seite von Sido, B-Tight oder Alpa Gun genoss, zählte für ihn immer nur eins: die Liebe zur Musik. Und die zieht sich durch seine Karriere. Egal ob in den 2000er-Jahren als Rapper auf dem Label Sektenmuzik oder heute als Producer und Songwriter in einem Team mit Samra und Lukas Piano: Konstantinos Tzikas sieht sich nicht an der Speerspitze einer Bewegung, er sieht die Bewegung als Ganzes. Wir trafen den Mann mit der außergewöhnlichen Karriere in Berlin zum Gespräch über die gute alte und die gute neue Zeit sowie den Hustle, der sich dazwischen abspielte.

Er sei ein „relativ introvertierter Typ“ und habe schon damals gemerkt, dass er von seinem Naturell her „nicht ganz so der Durchdreher wie die anderen Jungs“ sei. Wenn Tzikas von damals spricht, meint er die Blütezeit von Aggro Berlin.

Das Label mit dem Sägeblatt, das von 2001-2009 aktiv war, drehte deutschen Hiphop ab spätestens 2004 komplett auf links und machte Straßenrap hierzulande mainstreamtauglich. Gute zwei Jahre nach seinem Durchbruch mit „Maske“ gründete Sido mit seinem Kumpel B-Tight parallel das eigene Label Sektenmuzik. Einer der ersten Künstler, die dort unter Vertrag genommen wurden, war Konstantinos Tzikas, besser bekannt als: Greckoe.

Aggro Berlin & Sektenmuzik: Erfolge für die Labels, aber nicht für Greckoe

Greckoe gibt in der Folge bei Auftritten den Back-up für Alpa Gun, übt sich nebenbei am Produzieren und schreibt fleißig Texte. Auf dem ersten Sektenmuzik-Sampler stellt er sich 2007 erstmals einer breiteren Masse vor.

GRECKOE, SIDO, ALPA GUN "SO MACHEN WIR DAS" HQ

http://www.sektenmuzik.net http://www.sektenmuzik-shop.de AUS DEM ALBUM "SEKTENMUZIK - DER SAMPLER NR II" REGIE: sido KAMERA: WANJA WOTSCHACK PRODUKTION: CHEBACKA

Nach seinem ersten Mixtape „Ein Level weiter“ im selben Jahr folgt im Oktober 2008 das Debütalbum „Typisch Griechisch“. Darauf lernt man nicht nur den lebensfrohen Griechen in ihm kennen – auch seine nachdenkliche, reflektierte Seite kommt zum Vorschein. Er spricht Themen wie seine Schlaflosigkeit, Vorurteile und Probleme mit Frauen ehrlich an, wie beispielweise in dem Song „Kein Wort“:

 „Jetzt ist sie weg und ich bin wieder allein, allein / Ich sag dir, es gibt keine miesere Schweinerei / Ich hab‘ es rausgekriegt und bin dann ausgetickt / Denn sie hat damit nicht nur ihn, sondern mich auch gef*ckt“

Greckoe - Kein Wort

geil

 Ehrlichkeit währt ja bekanntlich am längsten, allerdings nicht am erfolgreichsten. Das Album steigt nicht in die Charts ein und so zieht Greckoe heute dementsprechend ein nüchternes Fazit:

 „Ich hatte immer den Eindruck, dass es gut ankommt, was ich mache. Erfolg ist ja in der Regel immer eine Sache von Quantität. Klar, ich wurde gefeiert und das Feedback war positiv. Aber es hat von der Masse her nicht gereicht.“

Zur selben Zeit bröckelt das Mutterlabel Aggro Berlin langsam auseinander. Auch wenn die Auflösung erst ein halbes Jahr später erfolgt, ist die Zusammenarbeit während der Aufnahmen zur „Ansage 8“ „nicht mehr so stimmig“, wie uns B-Tight im Hiphop.de-Interview erzählt. Die Labelschließung wirkt sich auch auf die Zukunft von Sektenmuzik aus. Greckoe releast mit „Mein Hiphop, das Business & Ich“ noch eine kostenlose EP. Dann ist Schluss. 2011 verlässt er das Label gemeinsam mit Alpa Gun, Grüne Medizin und Fuhrmann & Bendt. 

Veränderter Musikmarkt zwingt Greckoe zum Umdenken

Doch der Junge, der einfach nur Musik machen will, gibt nicht auf. Kurz darauf erscheint Greckoes zweites Soloalbum „Scheinwelt“ aus der Not heraus über ein Berliner Untergrund-Label. Darauf präsentiert er sich thematisch noch vielseitiger. Mal rechnet er mit oberflächlichen Freunden ab, mal versetzt er sich in die Lage eines Berufssoldaten, mal reißt er die Entstehungsgeschichte eines Amoklaufs an. Doch die Platte erweist sich als Schnellschuss. Nicht nur, dass er in seinem Umfeld den falschen Leuten vertraut, verarscht wird und somit praktisch nichts an der LP verdient: auch der Wandel des Musikmarkts begleitet Greckoe weiterhin. Erfolgstechnisch bleibt „Scheinwelt“ deutlich unter seinen Möglichkeiten. Ein herber Schlag für den Berliner:

„Wir waren bei Sektenmuzik alle in dieser Umbruchzeit damals. MTV ging tot, YouTube kam gerade erst so langsam ins Rollen. Man checkt erst heute, wie sich der Musikmarkt verändert hat. Für uns alle war das voll schwierig, damit umzugehen. Man wusste nicht mehr wohin. Ich hatte in dieser Zeit fast schon keinen Bock mehr auf Musik und habe erstmal deutlich weniger gemacht.“

Greckoe versucht, Abstand zur Szene zu gewinnen und beginnt zunächst eine Ausbildung. Doch das Leben ohne Musik stimmt ihn auf Dauer auch nicht glücklich. Greckoe startet einen weiteren Versuch. Langsam fängt er wieder an, Beats zu produzieren. Gleichzeitig findet auch ein musikalisches Umdenken bei ihm statt:

„Irgendwann habe ich angefangen, mal komplett losgelöst von allem, darüber nachzudenken, was jetzt Hiphop sein muss oder wie ich als Rapper von außen wahrgenommen werde. Ich wollte dann einfach die Musik machen, die ich fühle.“

Mit „Kiss“ kommt nach vier Jahren Pause ein poplastiges Album heraus, auf dem Greckoe sich monothematisch den Damen der Schöpfung widmet. Aber auch dieses Werk erzielt nicht den gewünschten Erfolg. Der Entschluss, der daraus 2015 folgt, fällt schonungslos, aber ehrlich aus:

„Für mich hat sich da gezeigt, dass ich das nicht mehr so machen will, sondern dass mein Weg einfach ein anderer ist. Irgendwann musst du halt auch gucken, wo du bleibst.“

Greckoe fokussiert sich aufs Songwriting & Producing

Fortan ist Greckoe als Songwriter und Producer aktiv. Betrachtet man seine Karriere, ist das eine logische Konsequenz. Auch wenn er in der ersten Reihe vielleicht nicht immer die Aufmerksamkeit bekommen hat, die er sich gewünscht hätte, kann er im Hintergrund an Musik basteln und seiner Kreativität trotzdem Ausdruck verleihen. Sich diesen vermeintlichen Schritt zurück einzugestehen, fiel Greckoe dennoch nicht leicht:

„Ich habe das schon relativ früh bei mir erkannt. Aber trotzdem hat man ja selbst noch Ambitionen. Gerade als Rapper ist es vielleicht auch mit einem längeren Prozess verbunden, zu erkennen, dass du dafür vielleicht nicht so gemacht bist.“

Samra, Lukas Piano & Greckoe sind die neue Gang

Die neu gewonnene Energie steckt Greckoe mittlerweile in ein neues Kollektiv – bestehend aus Samra, Lukas Piano und ihm:

„Wenn wir drei in einem Raum sind, entsteht eine ganz besondere Energie. Jeder ist sehr talentiert und absoluter Profi, das Niveau und unser Anspruch an Musik sind enorm hoch. Wir haben keine geheimen Rezepte, bis auf unser brüderliches Verhältnis vielleicht. In erster Linie sind wir richtig gute Freunde, die gemeinsam Musik machen und dabei große Visionen teilen.“

Greckoe kennt Samra, seit der junge Berliner 2016 an Alpa Guns Seite erstmals auf sich aufmerksam macht. Durch die Arbeit mit Samra hat er 2018 zunächst in einer wilden Zeit Bushido begleitet. Greckoe war in Japan dabei, als Bushidos sein Album „Mythos“ aufnahm.



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Eine durchaus kuriose Konstellation: Zu Zeiten Aggro Berlins wäre eine Zusammenarbeit kaum denkbar gewesen, da Bushido kein gutes Verhältnis zu seiner ehemaligen Labelheimat pflegte.

Nach Samras Trennung von Ersguterjunge gehört aber auch Greckoes Zusammenarbeit mit Bushido der Vergangenheit an. Die volle Konzentration liegt nun auf den musikalischen Projekten von Samra. Ihm blüht eine große Zukunft, wenn es nach Greckoe geht:

„Seine Stimme, die Präsenz, seine Aura sind nicht von dieser Welt.“

"Auf einmal wieder mitten im Game"

Im gemeinsamen Team fühlt Greckoe sich zu Hause: „Die Jungs sprudeln alle vor Ideen und sind ein bisschen wie ein Jungbrunnen für mich. Klar bringe ich auch eine gewisse Erfahrung mit ein, aber ich lerne jeden Tag von denen. Das ergänzt sich einfach sehr gut.“

Verpassten musikalischen Gelegenheiten nachzutrauern, ist nicht das Ding von Konstantinos Tzikas. Für Greckoe zählt weiterhin nur eins: die Liebe zur Musik. Aktuell kann er diese Liebe in einem größeren Rahmen teilen: Am Kollaboprojekt „Berlin Lebt 2“ arbeiten neben Capital Bra und Samra ebenso Lukas Piano wie auch Beatzarre und Djorkaeff mit. Greckoe scheint angekommen zu sein – in der Musik und im Leben.

„Ich bin jetzt auf einmal wieder mitten im Game, wenn auch in einem ganz anderen Segment. So wie es gerade ist, macht es mir sehr viel Spaß. Es ist gerade nicht meine erste Intention, selbst im Rampenlicht zu stehen.“



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Tokyo in trouble #hades

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