US-Rapper dreht Video im Gerichtssaal – mit Erlaubnis vom Richter

Es kommt nicht oft vor, dass Rapper Musikvideos in Räumen der Polizei oder eines Gerichts drehen dürfen – und wenn doch, gibt es meistens trotzdem Ärger.

Wie es jetzt auch wieder mit Lil Cray gelaufen ist: Der US-Rapper hatte die offizielle Erlaubnis, während einer Anhörung im Gerichtssaal Teile seines Indicted-Musikvideos zu drehen.

Im Nachhinein sorgte das für sehr viel Wirbel und insbesondere der Richter, der das Ganze erlaubt hat, sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.

In einem Interview gibt er dann auch zu, dass er das wohl nicht noch einmal so zulassen würde. Zu seiner Verteidigung erklärt er, nicht gewusst zu haben, dass Lil Cray an dem Videodreh beteiligt sein würde, der sich unter anderem den Vorwürfen von Gang-Kriminalität ausgesetzt sieht.

Der Richter hatte die Erlaubnis laut eigener Aussage eigentlich nur einem Musikproduzenten erteilt, mit dem ihn eine Freundschaft verbinde.

Medienberichte zitieren den Verantwortlichen wie folgt:

"Als ich zum letzten Mal die Verfassung gecheckt habe, sind alle solange unschuldig, bis ihnen ihre Schuld nachgewiesen werden kann."

Er habe lediglich helfen wollen:

"Ich bin immer dafür, jungen Leuten zu helfen, erst recht, wenn ich sehe, dass sie vielversprechend sind, dass sie Talent haben."

Nichtsdestotrotz sei es wohl nicht gerade die beste Idee gewesen:

"Wahrscheinlich keine der besseren Entscheidungen, die ich getroffen habe, aber ich habe nur versucht, zu helfen."

Hier kannst du dir das Ganze nochmal als Video ansehen:

Rapper Lil Cray, who is facing charges, uses courtroom for video shoot

CLEVELAND - A Cleveland judge has caused a stir by allowing a local rapper to use his courtroom to shoot part of a music video - even as that rapper is facing serious criminal charges, according to WJW. The shoot took place in the courtroom of Judge Michael Ryan at the Cuyahoga County Juvenile Justice Center.

Ähnlich kurios:

US-Rapper muss für 117 Jahre ins Gefängnis

Er wandert für unglaubliche 117 Jahre ins Gefängnis. Vorgeworfen wurde ihm unter anderem Waffenbesitz, versuchter Mord und noch sehr viel mehr, in insgesamt 23 Fällen.

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Bushido soll angeblich vor Gericht gelogen haben

Bushido soll angeblich vor Gericht gelogen haben

Von David Molke am 14.10.2020 - 19:17

Bushido und Arafat Abou-Chaker streiten sich seit geraumer Zeit vor Gericht. Am 11. Verhandlungstag, der am Montag stattgefunden hat, ging es wohl vor allem um eine Razzia auf dem sagenumwobenen Grundstück in Kleinmachnow – und darum, wer wann und wie genau von dieser Durchsuchung Wind bekommen hat.

Arafat Abou-Chaker vs Bushido vor Gericht: Verteidigung wirft Bushido wohl Falschaussage vor

Darum geht's: Bushido und Arafat Abou-Chaker haben bekanntermaßen lange Zeit gemeinsam auf einem Grundstück in Kleinmachnow gewohnt, bevor sich die beiden Parteien zerstritten haben. Einige Zeit später gab es dort dann eine Razzia, bei der der Anwalt von Bushido wohl recht früh zur Stelle war. Wie es dazu kommen konnte, ist jetzt anscheinend Thema vor Gericht, wie unter anderem Spiegel Online schreibt.

Falschaussage von Bushido? Am Montag ging es um die Frage, wie Bushido eigentlich genau von der Razzia in Kleinmachnow erfahren hat. Beziehungsweise wann das der Fall war: Bushido könnte im Zusammenhang mit dieser Thematik möglicherweise eine Falschaussage vor Gericht getätigt haben. Das wird ihm jedenfalls von der Verteidigung Arafat Abou-Chakers vorgeworfen.

Bushido hat offenbar erklärt, er habe aus der Presse von der Razzia erfahren und dann seinem Anwalt Bescheid gesagt, woraufhin der nach Kleinmachnow gefahren sei. Zeitlich soll das aber nicht ganz hinhauen, weil die ersten Berichte angeblich erst nach Eintreffen des Anwalts von Bushido veröffentlicht wurden.

Die Argumentation der Verteidigung scheint in die Richtung zu gehen, dass Bushido und sein Anwalt durch irgendwelche Interna frühzeitig über die Razzia informiert wurden. Diese könnten sie womöglich von einem Bild-Mitarbeiter zugespielt bekommen haben, der mit Bushido offenbar befreundet ist.

Was wiederum zu der Frage führt, woher der die Informationen hatte und ob sie eventuell von der Polizei stammen. Das würde dann allerdings bedeuten, dass da jemand Dienstgeheimnisse ausgeplaudert hätte, was natürlich nicht erlaubt ist. Mehr zu Bushidos möglicher Bild-Connection gibt es auch von Fler:

Exklusives Statement: Fler über Bushido, das LKA und die Bild

Gestern berichteten wir bereits über den Konflikt zwischen Fler, dem Bild-Reporter Peter Rossberg und den Spiegel-Journalisten Claas Meyer Heuer und Thomas Heise. Wir haben sowohl Fler als auch Peter Rossberg um eine Stellungnahme gebeten. Fler war so freundlich, einige unserer Fragen zu beantworten. Peter Rossberg hat bis jetzt nicht auf unsere Anfrage reagiert.

Wieso ist das wichtig? Sollte es tatsächlich der Fall sein, dass Bushido gelogen hat, könnte das seine Glaubwürdigkeit in Frage stellen. Und die dürfte in den aktuell laufenden Gerichtsverfahren von enormer Wichtigkeit für den Rapper sein. Vor allem, weil er der Einzige zu sein scheint, der über bestimmte Dinge aussagen will, die wohl hinter verschlossenen Türen stattgefunden haben.

Aktuell befindet Bushido sich gleich doppelt im Rechtsstreit mit Arafat Abou-Chaker. Mehr dazu findet ihr hier:

Bushido & Arafat Abou-Chaker führen weiteren Gerichtsprozess in Frankfurt (Oder)

Bushido und Arafat Abou-Chaker vor Gericht: Das inzwischen fast gewohnte Setting ist nicht nur Berlin vorbehalten. Auch in Frankfurt (Oder) in Brandenburg trafen nun die beiden ehemaligen Geschäftspartner in einem Gerichtssaal aufeinander.

Das Ganze bleibt also vorerst höchst kompliziert, juristisch einigermaßen undurchdringlich und mystisch. Wie es weitergeht, erfahren wir wohl frühestens am 26. Oktober, dann soll die Verhandlung laut dem Tagesspiegel fortgeführt werden.


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