US-Rapper dreht Video im Gerichtssaal – mit Erlaubnis vom Richter

Es kommt nicht oft vor, dass Rapper Musikvideos in Räumen der Polizei oder eines Gerichts drehen dürfen – und wenn doch, gibt es meistens trotzdem Ärger.

Wie es jetzt auch wieder mit Lil Cray gelaufen ist: Der US-Rapper hatte die offizielle Erlaubnis, während einer Anhörung im Gerichtssaal Teile seines Indicted-Musikvideos zu drehen.

Im Nachhinein sorgte das für sehr viel Wirbel und insbesondere der Richter, der das Ganze erlaubt hat, sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.

In einem Interview gibt er dann auch zu, dass er das wohl nicht noch einmal so zulassen würde. Zu seiner Verteidigung erklärt er, nicht gewusst zu haben, dass Lil Cray an dem Videodreh beteiligt sein würde, der sich unter anderem den Vorwürfen von Gang-Kriminalität ausgesetzt sieht.

Der Richter hatte die Erlaubnis laut eigener Aussage eigentlich nur einem Musikproduzenten erteilt, mit dem ihn eine Freundschaft verbinde.

Medienberichte zitieren den Verantwortlichen wie folgt:

"Als ich zum letzten Mal die Verfassung gecheckt habe, sind alle solange unschuldig, bis ihnen ihre Schuld nachgewiesen werden kann."

Er habe lediglich helfen wollen:

"Ich bin immer dafür, jungen Leuten zu helfen, erst recht, wenn ich sehe, dass sie vielversprechend sind, dass sie Talent haben."

Nichtsdestotrotz sei es wohl nicht gerade die beste Idee gewesen:

"Wahrscheinlich keine der besseren Entscheidungen, die ich getroffen habe, aber ich habe nur versucht, zu helfen."

Hier kannst du dir das Ganze nochmal als Video ansehen:

Rapper Lil Cray, who is facing charges, uses courtroom for video shoot

CLEVELAND - A Cleveland judge has caused a stir by allowing a local rapper to use his courtroom to shoot part of a music video - even as that rapper is facing serious criminal charges, according to WJW. The shoot took place in the courtroom of Judge Michael Ryan at the Cuyahoga County Juvenile Justice Center.

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Bushido sorgt mit Aussagen über Samra, Shindy & Arafat für Verwirrung vor Gericht

Bushido sorgt mit Aussagen über Samra, Shindy & Arafat für Verwirrung vor Gericht

Von David Molke am 09.02.2021 - 18:33

Bushido und sein ehemaliger Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker stehen sich immer noch vor Gericht gegenüber. Dabei gab es am mittlerweile schon 22. Verhandlungstag gestern offenbar jede Menge Verwirrung wegen verschiedener Aussagen zu Shindy oder Samra und ein bisschen allgemeine Belustigung, weil Bushido den neuesten eigenen Track lieber nicht vor Gericht hören wollte.

Bushido und Arafat verhandeln immer noch vor Gericht

Darum geht's: Seit einer kleinen Ewigkeit dauert der juristische Konflikt zwischen Arafat und Bushido nun schon an. In erster Linie dreht sich die Verhandlung um die Künstlerverträge der Rapper, die beim gemeinsamen Label der beiden Geschäftsmänner unter Vertrag standen. Genauer gesagt: Um Shindy, Samra, Laas Unltd, Ali Bumaye und AK Ausserkontrolle.

Angeblich soll Arafat hohe Millionen-Beträge von Bushido gefordert haben, weil der die Geschäftsbeziehung auflösen wollte. Arafat Abou-Chaker habe das nicht hinnehmen wollen und soll laut Bushido auch zu härteren Maßnahmen gegriffen haben. Bushido klagt an, er sei von Arafat und dessen Brüdern bedroht worden. Sie sollen ihn sogar festgehalten und angegriffen haben.

Um Shindy und Laas Unltd sowie Ali Bumaye ging es bei bisherigen Prozesstagen schon öfter. Mehr dazu findet ihr unter anderem hier:

Bushido vor Gericht: Shindy soll von Arafat Abou-Chaker bedroht worden sein

21. Prozesstag: Bushido saß zum 15. Mal im Zeugenstand, um vor dem Berliner Landgericht gegen Arafat Abou-Chaker auszusagen...

Bushido-Doku "Unzensiert": Einer der Verteidiger von Arafat soll gefordert haben, die angekündigte Bushido-Doku "Unzensiert" bereits vor Veröffentlichung ansehen zu dürfen. Laut Watson habe die Staatsanwältin das sehr skeptisch gesehen. Was aus dem Antrag geworden ist, bleibt im Bericht aber leider unklar.

Große Verwirrung rund um Aussagen Bushidos über Samra & Shindy

Samras Vertrags-Auflösung: Bushido hat einer Vertragsauflösung von Samra zugestimmt. Obwohl dieser der zweiterfolgreichste Rapper des Labels hätte werden sollen. Vier Alben seien im Vertrag festgelegt worden, von denen letztlich keines erschienen ist. Das sorgte wohl für Verwunderung bei der Verteidigung, die Bushido fragt, wieso er der Vertragsauflösung ohne große Umschweife und recht zügig zugestimmt habe.

"Geld ist nicht alles": Laut Bushido könne kein Künstler dazu gezwungen werden, Musik zu machen, wenn der nicht wolle. Geld sei außerdem nicht alles – eine Aussage, die ebenfalls für einiges an Überraschung unter den Anwesenden gesorgt haben soll.

Auch die von Bushido selbst offenbar so eingestandene Tatsache, dass er Samra über Arafat kennengelernt habe, sorgte für Verwirrung. Immerhin habe Bushido ansonsten eher davon gesprochen, dass Arafat keinen allzu großen Einfluss auf die musikalischen Geschicke des Labels gehabt hätte.

Nur ein "Soldat"? Bushido erklärt stattdessen wohl, dass es Arafat bei Samra nur darum gegangen sei, einen Gegenpol zu Kollegah und Farid Bang in Stellung bringen zu können. Bushido drückt das vor Gericht offenbar so aus:

"Es ging Arafat nur darum, einen Soldaten zu rekrutieren, den er gegen Farid Bang und Kollegah schicken konnte."

Bushido packt vor Gericht über Schwarzgeld & "Mafiafilme" aus

Bevor Bushido aus dem Zeugenstand heraus erzählt, wie er von seinem ehemaligen Geschäftspartner womöglich beleidigt, bedroht, eingesperrt und angegriffen worden ist, ging es um die Vorgeschichte...

Treffen mit Shindy: Für noch mehr Verwirrung sorgten offenbar Bushidos Aussagen darüber, wer jetzt wann genau bei welchem Treffen und vor allem für wen mit dabei war. Der Verteidigung war anscheinend auch nicht klar, ob bestimmte Personen wie Ashraf R. und Veysel K. nun Samra oder Bushido zuzuordnen seien.

Bushido hatte offenbar erklärt, dass beide bei einem Treffen mit Shindy als seine eigenen Begleiter mit von der Partie waren. Bei einem Treffen mit Samra hätten sie allerdings als dessen Begleitung fungiert. Auf eine diesbezügliche Nachfrage soll Bushido laut Watson ausweichend geantwortet haben.

Die Rolle der beiden Personen bleibt dem Bericht zufolge unklar. Bushido habe für noch mehr Verwirrung gesorgt, weil er erklärt haben soll, Shindy habe sich von Arafat bei einem Treffen bedroht gefühlt, bei dem der aber wohl gar nicht anwesend war. Shindy soll bei dem entsprechenden Treffen Menschen aus der Rockerszene mitgebracht haben.

Zu guter Letzt gab es wohl noch einige Lacher, weil Bushido seinen eigenen Song nicht hören wollte. Einer der Verteidiger soll vorgeschlagen haben, den "EGJ"-Track mit Baba Saad und Animus vor Gericht zu hören, woraufhin Bushido offenbar ein "Bitte nicht!" herausgerutscht ist, was laut Watson "für Heiterkeit im Saal sorgte". Die Verhandlung geht kommenden Mittwoch weiter.

Bushidos "Leben und Tod des Kenneth Glöckler": 5 Lines, die heute ganz anders klingen

Wer, wenn nicht Bushido weiß: " Zeiten ändern dich" - und so wirkt der vermeintliche Realtalk auf früheren Disstracks einige Jahre später gar nicht mehr so real. Mit "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" zog Bushido 2013 gefühlt die komplette Szene auf seine Seite.


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