"The Rise of Graffiti-Writing": Wie das ZDF half, Graffiti nach Deutschland zu bringen

Die ersten beiden Folgen der Doku-Serie The Rise of Graffiti-Writing – From New York to Europe sind online. Bereits vergangene Woche hatten wir über den Trailer zur Doku-Serie von Arte berichtet, die fünf Jahrzehnte Graffiti-Writing in zehn Episoden beleuchtet. Die erste Episode dreht sich um die Anfänge im New York der frühen 1970er Jahre, während die zweite beschreibt, wie ausgerechnet das ZDF half, den Film Wild Style auf die Beine zu stellen und so dazu beitrug, Graffiti-Writing auch in Europa groß zu machen.

Es war Ende der 1960er Jahre, als in Philadelphia die ersten Leute damit begannen, ihre Künstlernamen überall in der Stadt anzubringen. Anfang der 1970er Jahre eroberte diese Bewegung dann auch die Viertel New Yorks. Eben da fängt der erste Teil der Doku-Serie an. Verschiedene Pioniere der New Yorker Szene kommen zu Wort und geben Einblicke in die Anfänge.

So erzählt Bio, wie er als kleiner Junge seine Freizeit an Bahnsteigen verbrachte, um dort die Styles der vorbeifahrenden Züge zu bestaunen. BG183 und Nicer schwelgen in Erinnerungen daran, dass Writer-Idole wie Vulcan, Skeme TMT oder Futura 000 für sie das waren, was YouTube- oder Rap-Stars für folgende Generationen darstellen. Bio, BG183 und Nicer gehören zur legendären Tats Cru New York, die als eine der einflussreichsten New Yorker Crews gilt und später sogar Artworks für Rap-Artists wie Nicki Minaj, Missy Elliott, Rick Ross oder Nas entworfen hat. Und auch die bereits erwähnte Legende Futura2000 erzählt, wie er seinen bekannten Break Train malte. Ein Zug, den er 1980 in eine Art Gemälde verwandelte und damit neue Maßstäbe in Sachen Train Writing setzte.

Der zweite Teil setzt sich mit dem Ende der 1970er und den beginnenden 80ern auseinander. Eine Zeit, in der der Film Wild Style entstand, der bis heute als einer der bedeutendsten Filme für die Weiterentwicklung der Graffiti- und damit auch der Hiphop-Szene gilt.

Die Idee zu dem Film, in dem Größen wie Lee Quinones mitspielten, hatte Fab 5 Freddy. Auch er spielte eine Rolle in dem Film, für dessen Finanzierung das ZDF den Anstoß gab. 54.000 Dollar überwies der Mainzer Sender dem Regisseur Charlie Ahearn im Rahmen der Show Das kleine Fernsehspiel damals. Bis dahin hatten Ahearn und sein Team in den USA niemanden überzeugen können, das Projekt zu unterstützen. Erst als amerikanische Sender erfuhren, dass ein deutscher Sender das Projekt unterstützte, zogen sie nach.

Dass ausgerechnet das ZDF einen Anstoß zu einem der bis heute wichtigsten Hiphop-Projekte gab und Hiphop und Graffiti damit maßgeblich unterstützte, überrascht heute sicher viele. Der Streifen wurde damals übrigens sogar vor der offiziellen Premiere im ZDF ausgestrahlt. So geht Bildungsauftrag. Nice!

Weitere Teile der Doku-Serie erscheinen in den nächsten Tagen. Das Versprechen des zweiten Titelteils - From New York to Europe - erfüllt die dritte Episode. Hier wird es unter anderem darum gehen, wie das erste Piece in London entstand. 

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Image of Wild Style
Director:
Starring: George "Lee" Quinones, Sandra "Pink" Fabara, Patty Astor, Andrew "Zephyr" Witten
Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

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"The Rise of Graffiti-Writing": Alle 10 Folgen sind online

"The Rise of Graffiti-Writing": Alle 10 Folgen sind online

Von David Molke am 27.11.2017 - 20:06

Wir haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, jetzt sind alle zehn Folgen online: Arte widmet sich in der Doku-Miniserie The Rise of Graffiti-Writing den Anfängen Graffitis in Europa. In den ersten vier Folgen geht es unter anderem darum, wie das ZDF dabei geholfen hat, Graffiti nach Deutschland zu holen.

Wer für das erste Piece Englands verantwortlich zeichnen soll – und was das mit der legendären Punkband The Clash zu tun hat – kannst du hier nachschauen.

In den späteren Folgen kommen dann nicht nur New Yorker Graffiti-Legenden, sondern auch Pioniere und Veteranen aus Europa zu Wort. Neben den Hotspots London und Amsterdam widmet sich Arte auch dem Siegeszug Graffitis durch Deutschland. Oberhalb dieser Zeilen seht ihr übrigens das offenbar allererste Piece auf einem Zug, das in Deutschland gemalt wurde.

Die komplette Mini-Serie ist extrem sehenswert und verleiht jede Menge ungeahnte Einblicke. Insbesondere die Anekdoten der mittlerweile in die Jahre gekommenen Protagonisten können sich allesamt hören lassen. Dass wir dabei auch noch haufenweise historische Graffitis zu Gesicht bekommen, rundet das Ganze perfekt ab.

Episode 5: The Amsterdam Gallerist

Episode 6: Wildstyle Goes Europe

Episode 7: Britische Pioniere

Episode 8: Crime Time Kings

Episode 9: Deutschland 1983-1986

Episode 10: Deutschland 1986-1988

Die ersten vier Teile:

"The Rise of Graffiti-Writing": Wie das ZDF half, Graffiti nach Deutschland zu bringen

Die ersten beiden Folgen der Doku-Serie The Rise of Graffiti-Writing - From New York to Europe sind online. Bereits vergangene Woche hatten wir über den Trailer zur Doku-Serie von Arte berichtet, die fünf Jahrzehnte Graffiti-Writing in zehn Episoden beleuchtet.

Eine legendäre Punkband ist offenbar für das erste Graffiti Englands verantwortlich

Arte veröffentlicht nach und nach die Doku-Serie The Rise of Graffiti-Writing - From New York to Europe. Die ersten beiden Folgen sind schon online, jetzt gibt es Nachschub. In der dritten Episode dreht sich alles um die Jahre 1980 sowie 1981 und darum, wie Graffiti über den großen Teich gelangt ist.


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