Die Playstation-Parallelwelt auf dem Openair Frauenfeld

In Deutschland gibt es zigtausend Menschen, die jedes Jahr der Festival-Saison entgegenfiebern. Sie marschieren mit ihren Camping-Utensilien zu den verschiedenen Openairs und freuen sich auf Musik, Sonne und Party Nonstop. Fernab davon gibt es aber an großen Festivals auch eine beinahe unerforschte Parallelwelt, in die wir im Rahmen dieses Artikels nun eintauchen möchten.

Wir befinden uns an diesem sonnigen Tag bei 24°C auf dem Gelände von Europas größtem Hiphop-Festival. Es ist 17:30, Casper stürmt gerade die Bühne des Openair Frauenfelds, um Kollegah bei dessen Auftritt zu unterstützen. Immer wieder feuern frenetische Festival-Besucher mit Wasserpistolen in die Luft und nur mit Bikinis bekleidete Mädchen tanzen euphorisch zur Musik des Bosses. Scheinbar möchte kein Festival-Besucher dieses Ereignis verpassen. Oder etwa doch?

Währenddessen geht es lediglich 200 Meter Luftlinie deutlich ruhiger zu. Wir schreiten durch den Eingang des Playstation Domes, eine große Räumlichkeit, in der Festivalbesucher die Möglichkeit haben an unzähligen Konsolen teils unveröffentlichte Spiele anzuzocken.

Vorsichtig und nicht wissend was uns erwarten wird, begeben wir uns in die Räumlichkeit, um uns dort etwas umzusehen. Dicht gedrängt stehen hier durch die Hitze des Tages verschwitzte Körper, die sich aneinander pressen und undefinierbare Laute der Freude beziehungsweise der Enttäuschung von sich geben. Kinder, die scheinbar deutlich zu jung sind, um ein Festival zu besuchen, manövrieren digitale Karossen so präzise durch virtuelle Straßen, als hätten sie bereits seit Jahrzenten den Führerschein. So gut fahre ich mit Sicherheit nicht.

Unweit davon schreit ein breitgebauter, FIFA spielender Mann einen halben Meter neben uns den Monitor an und reißt unsere Blicke somit vom Fahrkönnen des Jungen. Er hat sich gerade ein Gegentor aus 30 Meter gefangen und wirft wutentbrannt seinen Controller in die Verankerung der Konsole. Eine Erklärung hat der Heißsporn ebenfalls sofort zur Hand und betont, dass der Controller kaputt sei – gar nicht so unwahrscheinlich, wenn jeder damit so umgehen sollte. Wir gehen vorsichtshalber mal auf Abstand und hoffen, dass niemand zu Schaden kommt.

Wir kämpfen uns durch die Schlange, die sich hinter den FIFA-Ständen gebildet hat und entdecken zwei Menschen, die sich vor einer großen Leinwand einem Tanz-Battle widmen. Besonders der Mann beweist, dass er einiges an Rhythmus im Blut hat und schwingt seine Hüften zum Beat. Ich könnte das näher beschreiben aber seht selbst.

Haha, da hat jemand Spaß #openairfrauenfeld

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Zwei jungen Mädels ist das jedoch komplett egal, da sie völlig vertieft in einer Singstar-Box einen Hit von Kylie Minogue trällern. Die beiden machen das überraschenderweise dermaßen gut, dass man beinahe vermuten könnte, dass ihre Namen nächstes Jahr ebenfalls das Lineup des Festivals schmücken. Zumindest wenn sie weiter mit einer solchen Energie am Ball bleiben. Die Nachwuchs-Künstlerinnen bemerken, dass wir ihnen bei ihrer Darbietung zuschauen und wir drehen uns unauffällig zur Seite. Der Blick fällt so direkt auf ein unschlagbares Angebot. Wer sich Assasins Creed Syndicate vorbestellt darf direkt eine Taschenuhr mitnehmen. Eine Taschenuhr. Mir fällt kein Gegenstand ein, den ich auf einem Festival weniger gebrauchen könnte.

Plötzlich reißt  mich der Bass der Hauptbühne aus meinen Gedanken. Mir wird schlagartig wieder klar, dass wir uns auf auf einem Hiphop-Festival befinden. An diesem bizarren Ort könnte man das leicht vergessen.

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Kommentare

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Hahahaaa ja man teilen per Email.
Todeslachflash

gibt leute die sind auserhalb der NSA verfolgbarkeit weil vil criminal oder einfach vorsichtig ;)

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Morten, Plusmacher, Sinan-G, Booz & mehr im Deutschrap-Update

Morten, Plusmacher, Sinan-G, Booz & mehr im Deutschrap-Update

Von HHRedaktion am 07.02.2020 - 13:58

Wie jeden Freitag findet ihr auch heute wieder eine bunte Palette an Neuzugängen, die heute in der deutschsprachigen Rapwelt gelandet sind. Mit dabei sind unter anderem der Plusmacher, Morten (3x), Money Boy, Farid Bang mit Kollegah und Fler, Greeny mit OG Keemo, Sero El Mero und viele mehr:

Allen voran steht natürlich das Trio im Fokus, das vor ein paar Jahren noch undenkbar war: Farid Bang versammelt erstmals Kollegah und Fler auf einem Song. Der Beat von Kyree und Deats lässt allen drei Rappern Platz, ihre eigene Note in den Song zu bringen und geht ordentlich nach vorne.

Die gleiche Marschrichtung – allerdings in einem ganz anderen Sound-Gewand – gibt es heute beim Hamburger Booz mit "Drip Check". Material, zu dem man bestens durch den Moshpit bouncen kann. Unser Tipp des Tages. Zeitgemäßen Abriss machen außerdem Greeny und OG Keemo mit ihrer neuen Nummer "Schwör ma" möglich.

Bei Sinan-G und dem jungen Künstler Milano gibt es währenddessen eine Mischung aus Rap und Pop, aus Deutsch und Französisch, die mit modernem Westcoast-Vibe von Rocks inszeniert wird. In eine ähnliche Kerbe schlägt der neue Plusmacher-Song "Wo sind meine Fische", der auf französische und poppige Einflüsse verzichtet, aber dafür umso mehr die Nackenmuskulatur stimuliert.

Der Wochenbeste ist Morten, aus dessen neuem Tape "Escape The City (Level 1)" wir gleich drei Songs in unserer Playlist platziert haben. Bei "Frio" hat er den Kölner Lugatti an Bord, mit "Violett" liefert er solo tanzbar-verträumten Sound und in "Hartz V" mit Opti Mane trifft 90er Dirty South auf Berlin 2020.

Apropos 90er: Bei Benyo51 von der Schälsick gibt es heute Boombap auf EP-Länge mit jeder Menge kölschem Humor. Für authentischen Rap von der Straße sorgen aber auch Bangs von der Army Of Brothers mit Ulysse ("Das Selbe"), Jaill ("24 Tanquerays") oder Erabi und Jam ("Unter Druck").

Soweit der wöchentliche Sneak Peek in unser Playlist-Update. Neben den genannten gibt es noch einige andere Songs zu entdecken, also pickt hier euren Streaming-Anbieter und checkt die gesamt "Groove Attack" ab!


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