Ja, wir sind voll drauf reingefallen, indem wir berichten. "Genau das wollen die von HTC doch!" – bestimmt. Wir wurden nicht mal dafür bezahlt. Korrupt und trotzdem broke, wie tief kann man sinken?

Die großen Firmen sind ja eh alles mickrige Großkapitalisten. Und jetzt klauen sie auch noch unsere schöne Kultur und machen sie zu einem Instrument ihrer wirtschaftlichen Interessen. Schämen sollten die sich!

Hier ein Auszug aus der HTC Marketing-Abteilung: 

"Wie können wir unser Produkt voll interessant machen?"

"Scheiß auf's Produkt, du Amateur! Wir brauchen Image!"

"Hey, ist Rap auf Trap-Beats nicht im Moment der coolste Scheiß überhaupt?"

"Ja Mann. Ich hab sogar 'nen Kollegen, der nicht nur rappt, seine Cousins waren sogar mal auf Platz Eins der Charts [P.M. Dawn - Set Adrift on Memory Bliss, 1991, Anm.d.Red.]. Ich frag den mal, ob der Bock hat, sich zum Affen zu machen. Dann lass uns für Promo noch ein bisschen Apple und Samsung dissen. So läuft das im Rap Game. Dann verkauft man mehr."

Die Lines gegen die Konkurrenz finden sich hier und da im Track. Selbstglorifizierung und ein Anflug von Wortspiel – Doc G hat dieses Hiphop wohl studiert: "More than a few clowns stole what we originated / we own the universe, your Galaxy is overrated.

Auch genial, dass der Titel des Tracks Hold The Crown abgekürzt HTC bedeutet. Toll!

Ich bin hin und her gerissen. Es gab schon viel schlechtere Versuche, Rap für Werbung zu nutzen. HTC verarscht sich mit seinem, auf virale Verbreitung getrimmten, Content Marketing natürlich ein bisschen selbst. Der Background-tanzende HTC-Mitarbeiter zeigt allein schon durch seine unkredibile Hautfarbe: "Wir wissen, dass wir eigentlich nichts mit Rap zu tun haben!"  Und sie verarschen natürlich ein bisschen Hiphop. Also, liebe Zielgruppe, kaufen wir jetzt ein HTC, weil man dort die Jugend verstanden hat? Oder kaufen wir beim hippen Apple oder dem rebellischen Samsung, weil HTC unsere Kultur für kommerzielle Interessen missbraucht? Oder benutzen wir aus Protest gar keine Smart Phones mehr und pumpen antikapitalistische Hymnen wie Jay Zs Big Pimpin durch die Beats by Dre-Kopfhörer?

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

Vallahhh yaaa ich bin seit Jahren  htc  fan kenne Keine andern Handys hab das htc desire eye und das m8 einfach nur stabil

htc is schon geill mag aber auch samsung
apple is was für *****s

jedem iclown seine icloud

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

"Kinder werden kriminalisiert": Sugar MMFK, Serious Klein & Idil Baydar über Rassismus in Deutschland

"Kinder werden kriminalisiert": Sugar MMFK, Serious Klein & Idil Baydar über Rassismus in Deutschland

Von Alina Amin am 17.12.2020 - 15:45

Dieses Jahr hat die Black Lives Matter Bewegung weltweit so viel Aufmerksamkeit erregt wie noch nie und auch in Deutschland ist die Diskussion um Polizeigewalt und systematischen Rassismus größer geworden. Passend dazu hat sich Aria in dem neuen Format HYPED-Sessions mit Serious Klein, Sugar MMFK und Idil Baydar a.k.a Jilet Ayşe getroffen, um über Rassismus, Ungerechtigkeit und die individuellen Erfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund zu sprechen. 

"Wir müssen Bewusstsein schaffen": Sugar MMFK, Serious Klein & Idil Baydar über Rassismus

Zu Beginn diskutieren sie die Ungerechtigkeiten im Bildungssystem. Sugar MMFK berichtet von den negativen Erfahrungen in der Schule und wie sie ihn für die Zukunft prägten. Idil Baydar erklärt, dass das Schulsystem Kinder mit Migrationshintergrund oft in die Hauptschule aussondern würde. Die Kinder dort seien hochintelligent, wären aber vom System zusammengepfercht, "wie in einem Zoo". Junge Menschen würden so kaum gefördert. Serious Klein erklärt, dass er schon immer anders behandelt wurde als seine Mitschüler.

Im weiteren Verlauf diskutieren sie über systematischen Rassismus. Auch die Diskussion um das N-Wort wird aufgegriffen. Seri erläutert, das Schwarze Menschen unter sich ausmachen sollten, wer das Wort benutzen dürfe oder nicht.

"Jeder Künstler, der das Wort sagt oder nicht sagt. Am Ende des Tages ist es aus seiner Perspektive geschrieben. Ich muss nicht mit dir non black person diskutieren, ob du es sagen kannst oder nicht, damit du mich respektierst."

Ferner sprechen sie auch über die Personen, die aufklären. Baydar ist der Meinung, dass viele Menschen nicht damit klar kämen, Rassismus von marginalisierten Gruppen erklärt zu bekommen.

"Die Leute kommen nicht klar, wenn einer von unten dir sagt, was Phase ist. Das merke ich an meiner Rolle. Ich bin ja auch 'der Kanacke'. Wenn ich mit Almans rede und denen sage, guck mal Bruder. Die fangen an zu heulen."

Wieso dieses Thema besonders mit der Hiphop-Community verknüpft ist, erklärt Aria im Verlauf des Gesprächs:

"Eins, was wir vier alle gemeinsam haben, ist das wir sehr, sehr nah sind an der Hiphop-Kultur. Hiphop basiert auf Schwarzer Kultur. Unser Talk, die ganze Plattform. Alles, was uns umgibt. Trotzdem macht es halt den starken Anschein, viele Leute würden Schwarze Kultur lieben, aber nicht Schwarze Menschen."

Das Format HYPED-Sessions beschäftigt sich mit gesellschaftlich und kulturell relevanten Themen, die mit Künstler*innen und Content Creators in einem Talk diskutiert werden.

Die gesamte erste Folge könnt ihr euch auf dem YouTube-Kanal von "Beats by Dre" anschauen:


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)