Biene, Biggie, Gangsterboss: 10 deutsche Rapper als Synchronsprecher

Jeder Rapper hat zwangsläufig mit Sprache zu tun. Nicht umsonst bezeichnet Farid Bang seine Künstler-Kollegen gerne liebevoll als „Sprechgesangsartisten“. Dabei muss die Stimme nicht zwingend ausschließlich für Songs, Hooks und Strophen herhalten. Immer wieder probieren sich deutsche Rapper auch anderweitig aus. Beispielsweise schlüpfen sie als Synchronsprecher in Rollen, die sich mal mehr und mal überhaupt nicht mit dem eigentlichen Rapper-Image decken. Einige der interessantesten Ausflüge in die etwas andere Aufnahmesituation haben wir hier zusammengestellt.

Prinz Pi

Den Anfang macht das Berliner Multitalent, das nicht nur am Soundtrack von Planet der Affen mitgewirkt hat, sondern darüber hinaus auch einem Affen seine menschliche Stimme leiht. Im Zuge der Promo für sein aktuelles Album Nichts war umsonst stellte Pi auch Einsichten in die Arbeit im Tonstudio zur Verfügung.

Jan Delay

Ein alter Hase im Geschäft ist Jan Delay. Seine Vita umfasst inzwischen diverse Sprecherrollen für vorwiegend Kinder-Animations-Filme. Bei der Stimmlage ist es schon beinahe ein Muss: Der Beginner spricht den Willi in einem Biene Maja-Kinofilm. Außerdem stand er bereits für mehrere Teile von Der kleine Rabe Socke zur Verfügung. Im ersten Teil von Ich – einfach unverbesserlich leiht er dem mathematisch begabten Bösewicht Vektor seine Stimme. Seine Premiere in dieser Position feiert das Hamburger Rap-Urgestein als Japeth die Ziege in die Rotkäppchenverschwörung. Dort wird er auch musikalisch aktiv:

Sido

Ebenso hat Sido seine Vorliebe für Bienenvölker entdeckt. Das R-Volk ist die Kolonie seines Hörspiel-Helds Rudi. In der ersten Episode Harte Luft wirken sowohl prominente deutsche Schauspieler wie Christoph Maria Herbst und Martina Hill als auch er selbst mit. Schaut man sich das Cover der Serie an, dann dürfte der Charakter der Wildbiene Onkel Siggi dem Berliner wie auf den Leib geschneidert sein.

Farid Bang, KC Rebell & Kollegah

Weitaus weniger kinderfreundlich sind die Figuren, denen Farid Bang, KC Rebell und Kollegah schon Leben eingehaucht haben. In den Videospielen Ghost Recon Wildlands und Battlefield Hardline verewigten sich die Gold-Rapper. Ihre Rollen in den Shootern erstrecken sich von Kartell-Mitgliedern bis hin zum Gangsterboss. Farid Bang bringt es als Antonio auf das Niveau eines Zwischen-Bosses. KC Rebell ist zumindest Mitglied des dazugehörigen Santa Blanca-Kartells. Zum Release Von Ghost Recon Wildlands steuerten die beiden Banger Musik-Künstler sogar einen eigenen Song bei:


Kollegahs Wirken wird vor allem im Mehrspieler-Modus von Battlefield Hardline relevant. Er mimt dort ein Gangster-Oberhaupt. Aber auch in der Solo-Kampagne leiht er mehreren Figuren die gewisse Portion Bosshaftigkeit.

Kool Savas

Eine fast schon legendäre Synchronisationsleistung lieferte Kool Savas anno 2007 ab. Er nahm sich in der South Park-Episode Die Hölle auf Erden dem Geist von The Notorious BIG an.

Smudo & Michi Beck

Noch weiter zurück liegen die Anfänge der folgenden Herrschaften. Anfang der Neunziger haben die Fantastischen Vier familienfreundlichen Party-Rap geprägt. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass sich die Mitglieder der Fantas in bunten Unterhaltungsfilmen austoben. Vor allem Smudo sticht hervor. Als Privat ist er ein Teil des beliebten Pinguin-Quartetts aus Madagaskar. In der Verfilmung Angry Birds übernimmt er die Rolle als Mächtiger Adler. Band-Kollege Michi Beck ist kaum weniger aktiv und spricht ebenso einen Pinguin in Madagaskar. Er ist die deutsche Stimme von Skipper.

MC Fitti

Zu guter Letzt noch zu MC Fitti: Die personifizierte Modeerscheinung mit dem Rauschebart hat sich für die ein recht faules Tier entschieden. Er intoniert den Koala NomNom in der Cartoon-Serie We Bare Bears – Bären wie wir, die sich komplett um das Leben von – genau – Bären dreht. Zum Abschluss ein kurzer Clip mit NomNom im typischen Montagsmodus:

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Rassismus & Sexismus im Rap: Prinz Pi reagiert auf Kritik & erntet noch mehr Gegenwind

Rassismus & Sexismus im Rap: Prinz Pi reagiert auf Kritik & erntet noch mehr Gegenwind

Von David Molke am 13.11.2019 - 18:24

Prinz Pi steht aktuell in der Kritik. Mit seinen Aussagen über Rassismus und Sexismus im Rap im Rahmen der Diskussion beim New Fall Forum macht er sich wenig Freunde. Stattdessen wird er von vielen Seiten aufs Schärfste kritisiert. Da hilft auch seine ausführliche Reaktion nichts – im Gegenteil. Danach hagelt es eigentlich nur noch mehr Kritik. Hier findest du eine Zusammenfassung der Ereignisse und einen Überblick über die Diskussion.

Prinz Pi kann keinen Sexismus & Rassismus erkennen

Darum geht's: Auslöser der erneuten Debatte sind Aussagen, die Prinz Pi im Rahmen einer Panel-Diskussion beim New Fall-Forum getätigt hat. Eigentlich sollte es darum gehen, welche Hiphop-Werte es gibt. Im Zuge dessen hat Prinz Pi erklärt, er habe in seinen über 20 Jahren in der deutschsprachigen Hiphop-Szene keine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder ähnlichem erlebt.

Das wirkt angesichts der vielen Gegenbeispiele ziemlich unglaublich und weltfremd, mindestens aber betriebsblind oder naiv. Selbst die von Prinz Pi als Positiv-Beispiel angeführte Shirin David hat vor Kurzem noch über Sexismus und Diskriminierung von Frauen im deutschsprachigen Rap und der dazugehörigen Szene geklagt. Sie ist nicht die Einzige. Mit Manuellsen sitzt ein Rapper in der Runde, der immer wieder Rassismus und Diskriminierung anprangert. Manuellsen ist damit ebenfalls nicht allein.

Die Kritik an Prinz Pi: Mangelnde Sensibilität & Ignoranz

Seine Worte sorgen dafür, dass Prinz Pi von sehr vielen Menschen kritisiert wird, die das ganz anders sehen. Sie werfen Prinz Pi unter anderem vor, sich nicht seiner Privilegien bewusst zu sein und den Betroffenen ihre Erfahrungen abzusprechen. Nach dem Motto: Nur weil Prinz Pi das angeblich nicht erlebt hat, heißt es nicht, dass es das nicht gibt.

"Falls ihr euch fragt, was check your privilege ist, das ist es nicht"

Jan Kawelke on Twitter

„Ich hab das nie erlebt, dass in dieser HipHop-Szene jemand diskriminiert wurde, wegen seinem Geschlecht oder wegen seiner Herkunft oder sowas." kann mich nur wiederholen: Falls ihr euch fragt, was check your privilege ist, das ist es nicht https://t.co/7E4ITfzcsF

Mine findet einen viele Aussagen Prinz Pis schlichtweg absurd. Die Rapperin hat ihre Kritik zunächst in einer Insta Story veröffentlicht, die Videos mittlerweile aber nochmal veröffentlicht. Unter anderem wirft sie Prinz Pi vor, dass er es eigentlich besser wissen müsste. Sie erklärt ihm auch, dass "das ist einfach so" kein gutes Argument ist. Abschließend gibt sie noch zu bedenken, dass das Aussehen bei Frauen im Rap immer (noch) eine größere Rolle spielt als bei Männern.

"Und von Homophobie und Transphobie im Deutschrap will ich erst gar nicht anfangen. [...] Das gehört nämlich auch zur Diskriminierung. Aber da kann wirklich keiner leugnen, dass es das gibt. Hoffe ich zumindest."

Mine on Twitter

(2/2) meiner Aussage https://t.co/khs0C9CZGr

Johann Voigt wirft Prinz Pi mangelnde Sensibilität und Ignoranz vor. Rapper droppen immer wieder das N-Wort und es gibt sowohl Antisemitismus als auch Antiziganismus, nicht nur in Raptexten. Prinz Pi hätte laut Johann Voigt einfach nur mit Frauen aus der Szene sprechen müssen, um genug über Sexismus zu hören. Auch mit der "romantisierten HipHop-Unity-Erzählung" müsse Schluss sein.

"Ich bin der Meinung, dass es nicht möglich ist, in 20 Jahren in der HipHop-Szene weder Rassismus noch Sexismus zu beobachten, außer man will es nicht sehen."

Johann Voigt on Twitter

Die Aussage von Prinz Pi zeugt von mangelnder Sensibilität gegenüber diesen Themen. Ich bin der Meinung, dass es nicht möglich ist, in 20 Jahren in der HipHop-Szene weder Rassismus noch Sexismus zu beobachten, außer man will es nicht sehen.

Johann Voigt on Twitter

@ToxikKargoll @arianejati @MalcolmOhanwe Letzter Gedanke: Manuellsen singt, macht Schnarchgeräusche, ist ignorant, während eine Frau aus dem Publikum spricht. Beim Typen danach nicht. Prinz Pi hätte, wäre er nicht schon gegangen, live Zeuge von "Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in der HipHop-Szene" werden können

Prinz Pi hat offenbar gar nicht so viel Ahnung von Klassik, wie es scheint. Jedenfalls stimmen seine Aussagen über Bach, Mozart und Verdi wohl nicht mit der Realität überein, auch wenn er sie sehr überzeugend vorgetragen hat.

Giselle Ucar on Twitter

@JanKawelke Auch kompletter Schwachsinn: Pi's Klassik-Rant! Denn: -Bach hat keine Symphonien komponiert -Mozart hat den Adel in seinen Opern wie kein anderer auf die Schippe genommen -Verdi's "Liebesschnulzen" sind voll von Sozial- u. Gesellschaftskritik Ich höre weiter Klassik UND Rap!

Prinz Pi reagiert auf seine Kritiker mit einem Gast-Kommentar

Auch auf rap.de und bei Noizz wurden Prinz Pis Aussagen kritisiert. Einmal heißt es da, dass Prinz Pis Aussagen zur angeblich klassenlosen Hiphop-Gesellschaft ziemlich großer Quatsch sind. Auf der anderen Seite werden jede Menge Beispiele geliefert, die das Sexismus-Problem im deutschsprachigen Rap verdeutlichen.

Prinz Pi entschuldigt sich aber nicht, sondern verfällt in eine Art Selbstverteidigungsmodus. Dabei geht er zum Angriff über, indem er Mine Rassismus vorwirft und inszeniert sich gleichzeitig als Opfer. Von Einsicht oder dem Willen, die Kritik anzunehmen, fehlt jede Spur. Hier könnt ihr euch seinen Kommentar in voller Länge durchlesen.

Prinz Pi antwortet auf die Kritik an seinen Aussagen (Gastkommentar) - rap.de

In einem Artikel unter der Überschrift „Prinz Pi ruft die klassenlose Gesellschaft aus? Einspruch!" kritisierte unser Autor Jonas Heuten kürzlich einige Aussagen, die Pi in einer Diskussionsrunde machte. In einem ausführlichen Gastbeitrag antwortet ihm dieser nun - und bezieht sich dabei auch auf die Kritik von Till Boettcher, die dieser in einem Artikel auf noizz.de geübt hatte sowie auf die Instagram-Stories von Mine (inzwischen leider gelöscht).

Noch mehr Gegenwind: Es hagelt erneut Kritik nach Prinz Pis Antwort

Weil Prinz Pis Reaktion hinter den Erwartungen vieler Kritiker zurück bleibt, gibt es erneut entsprechende Reaktionen. Da wären zum Beispiel diverse Tweets von Künstlern und Künstlerinnen wie 3Plusss, Lady Bitch Ray, Amewu oder Mine. Sie begegnen Prinz Pi in erster Linie mit Argumenten und Gegenbeispielen, aber auch Unverständnis.

"1. Gibt es Rassismus trotz nachweislicher Erfolge von Rapper*innen of Color & Schwarzen Rapper*innen in Deutschland
2. Ist Sexismus im Rap trotz der Erfolge von (wenigen) weiblichen Rapperinnen strukturell"

Lady Bitch Ray on Twitter

Die Behandlung von SEXISMUS in @prinzpi23 s Artikel greift für mich etwas zu kurz: Der Erfolg von Rapperinnen wie Juju, Loredana & S. David ist zwar eine schöne Entwicklung, aber es kann nicht den jahrzehntelang vorherrschenden, strukturellen Sexismus im Deutschrap auslöschen

Lady Bitch Ray on Twitter

amp; zur Kritik von „Mine" in deinem Artikel, lieber @prinzpi23 : Ich denke nicht, dass sie dir deine Meinung absprechen will, sondern Kritik üben an deiner Perspektive als weißer cis hetero-Mann, der Rassismus relativiert (so kommt es in dem 1. Videoausschnitt rüber)

Amewu on Twitter

@mzeeRalle weiß gar nicht warum da so intellektuell diskutiert wird. Sein Abschlusssatz war einfach traurig. Wer in 20 Jahren HipHop-Szene keine Diskriminierung von Frauen mitbekommen hat, den scheint das Thema einfach nicht groß zu interessieren.

Mine on Twitter

(2/4)

Mine on Twitter

(4/4)

Journalist*innen und Autor*innen melden sich ebenfalls erneut mit harscher Kritik zu Wort. Der Grundtenor lautet: Prinz Pi hat offensichtlich keine Ahnung von diesem Thema und anscheinend leider auch kein Interesse, etwas daran zu ändern. Die Erzählung vom angeblichen Rassismus gegen Weiße wird am heftigten zurückgewiesen.

"Könnten wir uns ein für alle mal darauf einigen, dass es keinen umgekehrten Rassismus gibt? Da im Artikel auch gerne mit Buchbeispielen gearbeitet wird, gerne auch hierzu eines: Alice Hasters – Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten"

Miriam Davoudvandi on Twitter

könnten wir uns ein für alle mal darauf einigen, dass es keinen umgekehrten rassismus gibt? da im artikel auch gerne mit buchbeispielen gearbeitet wird, gerne auch hierzu eines: alice hasters - was weiße menschen nicht über rassismus hören wollen, aber wissen sollten https://t.co/wLmvSk35LU

Juri Sternburg on Twitter

Das schlimmste an diesem Text ist nicht der Inhalt. Es ist die gefühlte Überlegenheit des Autors aufgrund des angeeigneten Inhalts einiger der grundlegendsten Bücher der Welt. Für wie unglaublich dumm muss man seine Kritiker und Fans halten, wenn man denkt diese Antwort wäre gut?

Johann Voigt on Twitter

Es geht bei der Kritik an diversen Rappern nicht darum, auf Rap rumzuhacken, sich wichtig zu machen oder "die nächste Sau durchs Dorf zu jagen", sondern darum, gefährlichen und diskriminierenden Aussagen von Rappern zu widersprechen, die sie auf ein riesiges Publikum loslassen.

In einem ausführlichen Artikel fasst Vice die Aussagen Prinz Pis sowie die Kritik daran nochmal zusammen und bescheinigt dem Rapper, total daneben zu liegen. Prinz Pi scheine nicht zu verstehen, dass "die Rapszene kein hermetisch abgeriegelter Raum ist, sondern ein Teil der Gesellschaft, in dem Rassismus präsent ist".

"Dass es keinen sogenannten umgekehrten Rassismus gibt, ist wissenschaftlicher Konsens. Gruppenbezogene Feindlichkeit gegen Weiße, wohlsituierte Friedrichs existiert nicht. Sie sind nicht strukturell benachteiligt, haben aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe nichts zu befürchten, werden nicht unterdrückt, nicht systematisch ausgegrenzt."

"Dass Prinz Pi sich überhaupt geäußert hat, ist gut. Wie er sich geäußert hat, spricht gegen ihn. Wahrscheinlich sollte er andere Bücher lesen. Bücher, die ihm Rassismus erklären. Dann würde er verstehen, dass er ganz sicher nicht das Opfer ist, sondern Teil des Problems."

Wie siehst du die ganze Angelegenheit?

Welche Werte hat Hiphop? Manuellsen, Prinz Pi, Aria & mehr diskutieren (New Fall Forum)

Zurück zum Grundsätzlichen: Was zählt eigentlich zu den Werten der Hiphop-Kultur? Das New Fall Forum beim diesjährigen New Fall Festival gab die Möglichkeit, genau diese Frage zu diskutieren.


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