Wie Biggie auf Trap reagiert hätte: "Er wäre immer noch der Größte!"

Es ist wohl eine der am häufigsten gestellten Fragen, die im Zusammenhang mit Hiphop fällt: 2Pac oder Biggie? Unabhängig von der persönlichen Antwort auf diese ewige Diskussion kann man sagen, dass beide Ikonen ihrer Zeit waren und bis heute sind. Ihr Einfluss auf das Hier und Jetzt ist weiterhin riesig. Das lädt zu Gedankenexperimenten ein. Nehmen wir einmal an, The Notorious B.I.G. wäre noch am Leben. Wie würde die Brooklyn-Legende auf den aktuellen Sound und die gegenwärtigen Strömungen reagieren?

Das Format "Deconstructed" der Kollegen von Genius liefert mögliche Anhaltspunkte. Producer Anthony Best, der unter dem Namen Buckwild bekannt sein dürfte, erzählt von Sessions mit Biggie. Seine Einschätzung zum New Yorker Schwergewicht fällt eindeutig aus. Wenn dieser noch lebendig wäre, würde er unbestreitbar der Größte sein. Neue Musik-Styles? Kein Problem:

Genius

"If Big was alive today, he would still be the greatest. Hands down. He would explore new music." Producer Buckwild remembers producing The Notorious B.I.G.'s classic "I Got A Story To Tell" ...

"If Big was alive today, he would still be the greatest. Hands down. He would explore new music."

Sich offen zu zeigen und letztendlich Neues wirklich zuzulassen, sind zunächst zwei verschiedene Paar Schuhe. Buckwild geht aber noch ein Stück weiter und erklärt, dass er sicher sei, dass B.I.G. nicht auf dem New York-Film hängen geblieben wäre. Seiner Einschätzung nach hätte eine Orientierung gen Süden und der Trap-Kultur stattgefunden:

"I'm sure he would have made a trap record"

Biggie habe sich immer mit den Artists beschäftigt, die auf einem Top-Level abliefern würden. Als Producer für The Notorious im Turn Up-Modus bringt er Mike Will Made It ins hypothetische Spiel. Weitere Künstler aus Atlanta, die wie wohl kaum jemand anderes die Trap-Bewegung repräsentieren, sind die Migos. Laut Buckwild hätte sich Mr. Smalls definitiv mit dem Trio umgeben und auch mit den Spezialisten des Südstaaten-Sounds zusammengearbeitet.

Dazu passt, dass Biggie eine Haltung vertreten haben soll, die sehr viel von dem vorweggenommen hat, was heute aus dem musikalischen Hiphop-Spektrum kommt. Rapper kämen demnach auf einer Produktion als zusätzliches Instrument zum Einsatz. In Anbetracht der Mumble- und Adlip-Welle, die Rap überrollt hat, war der Stimmeinsatz der heutigen Generation wohl selten näher an einem begleitenden Klang als an einem lyrischen Manifest. Ausnahmeerscheinungen wie Kendrick Lamar schaffen es, sowohl Inhalt als auch Vibe zu transportieren. An ihm hätte sich The Notorious B.I.G. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenso orientiert. Als Referenz für die große Straßenpoesie bemüht Buckwild allerdings Talib Kweli als Beispiel.

Bleibt noch die Frage, was der Brooklyn-MC aus einem 808-Gewitter rausgeholt hätte. Darauf geht Buckwild nicht weiter ein, aber zum Glück gibt es ja das Internet. East Coast-Flavour und Beats vom allgegenwärtigen Metro Boomin kommen in der 30 Minuten langen Projektarbeit "Ready To Boom" zum Tragen:

"Suicidal Thoughts" aus dem Jahr 1994 verliert im Trap-Remix auch nicht wirklich an Überzeugungskraft:

Diese und weitere Experimente unterstützten die Thesen von Buckwild. Ähnliche Remixe wurden selbstredend genauso für Westcoast-Übervater 2Pac angefertigt:

Beide Legenden fügen sich erstaunlich mühelos ins aktuelle Soundbild ein. Sodass schlussendlich auch hier die Frage aufgeworfen werden kann: 2Pac oder Biggie?

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Kommentare

müll

ja biggie mit facetattoo, röhrenjeans und bunten haaren wie er dann vor seinen auto tanzt, wooohow hot!!

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Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Von Michael Rubach am 07.08.2019 - 11:36

Im Rahmen einer Pressetour von FX Networks sind erste inhaltliche Details über die bevorstehende 2Pac-Doku des "The Defiant Ones" Regisseurs Allen Hughes veröffentlicht worden. Das vorher noch unbetitelte Projekt wird "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" heißen und auf dem eingangs erwähnten Pay-TV-Sender zu sehen sein.

"Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" erzählt eine Mutter-Sohn-Geschichte

Die Pressemitteilung spricht von der Doku als "filmreifes Fernsehereignis", das uns da bevorsteht. Die fünfteilige Serie beleuchtet nicht nur das Leben von 2Pac, sondern schaut ebenso auf die bewegte Geschichte seiner Mutter Afeni, die als Bürgerrechtlerin und in der Black Panther Party aktiv war. Menschen, die sowohl Afeni als auch Tupac Shakur nahegestanden haben, sollen in der Doku zu Wort kommen und intime Einblicke zu Tage fördern.

"'Outlaw [...] ist ein Porträt des inspirierendsten und gefährlichsten Mutter-Sohn-Duos in der amerikanischen Geschichte, dessen vereinte Botschaft zu Freiheit, Gleichheit, Verfolgung und Gerechtigkeit heute wichtiger ist als je zuvor"

Allen Hughes hat mit 2Pacs kompletten Nachlass gearbeitet

Regisseur Allen Hughes zeigte in "The Defiant Ones", dass er es versteht, besondere Beziehungen aufzuarbeiten. Sein preisgekröntes Werk erzählt von der Partnerschaft und Freundschaft zwischen Dr. Dre und Jimmy Iovine. Hughes kann darüber hinaus auf persönliche Erfahrungen mit 2Pac zurückblicken. So stammt etwa das Musikvideo zu Pacs "Brenda's Got A Baby" von ihm.

Die ungefilterte Vision von Allen Hughes bleibt der Öffentlichkeit aber wohl vorenthalten. In einem Interview mit The Wrap erklärte er, dass das Verhältnis mit den Nachlassverwaltern von 2Pac freundschaftlich sei und vermutlich noch einige Änderungswünsche in die endgültige Version einfließen werden. Der Regisseur hatte dafür erstmalig Zugriff auf den kompletten Nachlass von 2Pac.

Der Ausstrahlungstermin für "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" soll in den nächsten Monaten bekanntgegeben werden.


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