Sollten Verkaufszahlen öffentlich sein? Das ist die Meinung der Fans!

Verkaufszahlen sind seit Ewigkeiten ein Streitthema in der Musikindustrie. Insbesondere im Rap veröffentlichen die Künstler gerne ihre angeblichen Zahlen. Prüfen kann das allerdings nur, wer einen GfK-Account hat, denn Verkaufszahlen sind in Deutschland nach wie vor nicht öffentlich einsehbar. Wir wollten von euch bei Facebook wissen, ob sich das ändern sollte.

Viele Leute sprechen sich dagegen aus. Das immer wiederkehrende Kernargument ist dabei, dass Musik mit Qualität und nicht mit kommerziellem Erfolg überzeugen soll. Der Top-Kommentar liefert ein legitimes Statement:

"Wozu? Was interessiert die Leute, was wann und wieviel verkauft wurde. Du sollst die Musik hören, weil sie dir gefällt und nicht, weil 100k andere sie auch hören. Geht doch keinem was an, wer was verkauft. Firmen, Supermärkte etc. legen doch auch nicht offen, wieviel Kaffe, pullover oder Nudeln sie verkauft haben. Interessiert ebenfalls keine Sau." [sic]

Eine weitere Userin schließt sich dem an. Wenn sie ein Lied feiere, dann, weil es ihren Geschmack treffe und nicht, weil es gut verkauft wird.

"Die leute sollen anfangen wieder Musik zu hören und sich darauf konzentrieren als auf das Geschäft ! Es werden ja auch nicht die Kontoauszüge eines Kochs öffentlich gemacht .. völlig unnötig !" [sic], ist ebenfalls zu lesen. Zudem findet sich die Anmerkung, dass Fans dann nur noch bekannte Artists pumpen würden.

Allerdings gibt es auch einige Supporter, die für eine Offenlegung der Verkaufszahlen sind: 

"Definitiv ja! Mir geht dieses rumgew*chse der jeweiligen Fanbases extrem aufn Sack & Künstler machen sich oft auch größer als sie sind - in Frankreich veröffentlichen die Rapper die Verkaufszahlen nach der 1. Woche direkt ohne Beschönigung." [sic]

Ein User bringt das Streaming-Zeitalter ins Spiel. Angesichts des kaum noch zu durchblickenden Mixes aus physischen und digitalen Verkäufen sowie Streams wäre es gut, alle Zahlen zu veröffentlichen. Das sieht ein anderer User ebenso:

"Die Musiker können unter untereinander auch alles einsehen. Unternehmen müssen doch auch ihre Bilanzen offenlegen. Würde mal ein wenig Transparenz ins Business bringen. Vorallem seit dem Streaming." [sic]

Zudem sollten die Charts einem weiteren Fan zufolge nicht mehr nach Umsatz, sondern nach öffentlich einsehbaren Einheiten gewertet werden.

In Deutschland werden Verkaufszahlen nach wie vor nur dann bekannt, wenn die Marken für Gold- oder Platinplatten geknackt werden. Bei Alben entspricht das 100.000 (Gold) beziehungsweise 200.000 Einheiten (Platin). Bei Singles sind es sogar 200.000 Einheiten für Gold und 400.000 für Platin.

Seit Streamingzahlen einberechnet werden, sind diese Auszeichnungen jedoch immer weniger transparent. So gingen in den vergangenen Monaten unzählige Deutschrapper mit ihren Singles  vor allem dank Spotify und Co. Gold oder gar Platin.

Wie stehst du zu der Thematik? Schreib es uns in die Kommentare!

Hier findest du die komplette Diskussion bei Facebook und die neueste "On Point"-Folge, in der es um die Auswirkungen von Streaming auf die Charts geht:

Hiphop.de

Was spricht dafür und was dagegen?

Streaming? Wie RAF Camora seit 2016 komplett die Charts kontrolliert - On Point

On Point zur Late Night Time heute! Aria bespricht mit euch die aktuellen Aussagen von RAF Camora zum Streaming-Zeitalter und macht mit Zahlen und Fakten deutlich, wie sehr ...

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Kommentare

Ich finde es lächerlich das die Verkaufszahlen nicht veröffentlicht werden. Das sorgt nur dafür, dass Rapper auf Instagram etc. Den Fans vorgaukeln können sie seien erfolgreicher als sie es in Wirklichkeit sind. Ist ja ja kein Zufall, dass die Rapper die wirklich erfolgreich sind ihre Verkaufszahlen "freiwillig" veröffentlichen, während die Rapper die eher floppen nur schreiben: "Danke für Platz 18.".

Wenn die eigene Geilheit und der kommerzielle Erfolg maßgeblicher Inhalt der Texte und des gesamten Images sind, sollte man dies realtalkenderweise nachprüfen können. Es wäre auch schön, wenn die ganzen Insta-AMGs mit Kaufvertrag präsentiert würden. Auf Nacken von Label oder Management lässt sich so'ne Karre easy leasen, oder eben von Oma, dann ist auch die Versicherung nicht so hoch. Denn wenn das alles so geile Geschäftsmänner sind, wären sie ja dumm, wenn sie sich so Autos kaufen würden, abgesehen davon, daß sie die eh nicht fahren dürfen/können/sollten.

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Niemand hat 2018 mehr Alben als Eminem verkauft

Niemand hat 2018 mehr Alben als Eminem verkauft

Von Michael Rubach am 08.01.2019 - 14:20

Nicht Drake, nicht Travis Scott, nicht Post Malone, sondern Eminem hat 2018 so viele Alben wie kein anderer Künstler in Amerika verkauft. Das geht aus einem Report von BuzzAngle-Music hervor. Abseits des Streaming-Marktes spielt Eminem in seiner eigenen Liga.

"Kamikaze" allein reicht noch nicht

Schaut man allein auf die Verkaufszahlen von "Kamikaze" liegt Eminem zunächst nicht an der Spitze. Hinter zwei Film-Soundtracks ("The Greatest Showman" und "A Star is Born") sowie Justin Timberlakes Album "Man of the Woods" rangiert Eminems Szene-Rundumschlag auf Platz #4. Demnach wurden 373.067 Einheiten abgesetzt.

An die Spitze mit dem Back-Katalog

Da Eminem nicht erst seit gestern Musik macht, hat er natürlich weitaus mehr anzubieten als ein Album. Auch die Verkäufe der anderen Alben aus der langen Diskografie Eminems fließen in die Zählung mit ein. Ende 2017 veröffentlichte Eminem bekanntlich das Album "Revival", das sich 2018 noch gut verkauft haben dürfte.

Die Summe aus sämtlichen Albumverkäufen Eminems liegt im letzten Jahr bei 755.027. In einer ähnlichen Region bewegen sich nur noch Künstler aus anderen Genres. Auf den weiteren Plätzen folgen nämlich keine Rapkünstler, sondern die K-Pop-Band BTS (603.307) sowie Singer-Songwriter Chris Stapleton (577.287).

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Drake dominiert das Streaming

Unter einer anderen Berechnungsgrundlage befindet sich Eminem jedoch nicht mehr auf der #1. Insofern nicht ausschließlich die tatsächlichen Verkäufe zählen, sondern die Streaming-Ergebnisse mit einbezogen werden, sind die üblichen Verdächtigen auf dem Treppchen zu finden.

Drake thront hier über allem und auch Post Malone sowie XXXTentacion haben insgesamt mehr Einheiten ihrer Musik absetzen können als Eminem. Die drei erstgenannten Künstler bedienen dabei vorrangig ein Publikum, das zu Streaming ein natürliches Verhältnis hat. Viele Fans von Eminem scheinen hingegen noch zum Kauf einer traditionellen CD oder zum Download zu tendieren.

Auch Eminem ist ein Freund klassischen Materials und gab jüngst eine Liste mit seinen Lieblings-Disstracks bekannt:

"12 Days of Diss-Mas": Eminem nennt die größten Disstracks aller Zeiten

Eminem ist ein Großmeister des Dissens. Das braucht er niemanden mehr zu beweisen. Allein sein letztes Album " Kamikaze" war ein einziger großer Mittelfinger an die Szene. Auch der " Killshot" gegen Machine Gun Kelly zeigte Eminems Liebe für das musikalische Austeilen. Welche Disstracks Slim Shady als Rapfan feiert, erzählte er nun auf seinem hauseigenen Radiosender Shade45.


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