Rap-Pionier Jimmy Spicer verstorben: Sein Einfluss in 5 Songs

Hiphop-Ikone James Bromley Spicer ist am Freitag in einem Krankenhaus in New York im Alter von 61 Jahren verstorben. Wie die New York Times berichtet, sagt seine Tochter, dass sein Lungenkrebs und ein Hirntumor die Todesursachen waren. Der MC mit dem Künstlernamen Jimmy Spicer ist ein Hiphop-Urgestein und gilt als ein einflussreicher Gestalter des in den frühen 80ern noch sehr jungen Rap Games.

Als Spicer 1980 seine Debüt-Single "Adventure Of Super Rhyme (Rap)" veröffentlichte, war ihm vermutlich noch nicht klar, was für einen Einfluss der Song haben würde. Das 15-minütige (!) Lied wird von vielen als erster Storytelling-Track seiner Art angesehen. Außerdem behauptet LL Cool J, seines Zeichens selbst ein einflussreicher MC, wegen Spicer mit dem Rappen begonnen zu haben.

Zu den wichtigsten Songs des New Yorkers zählen neben "Adventures Of Super Rhyme" auch "The Bubble Bunch" und der Song, dessen Titel "Money (Dollar Bill Y'all)" bereits Assoziationen bei vielen Lesern wecken dürfte.  

Nicht nur dieser Track brannte sich in die Köpfe bekannter Rapper und Produzenten ein. Wer genau hinhört, findet viele Song-Schnipsel von Jimmy Spicer als Sample in Tracks von Acts wie dem Wu-Tang Clan, Kanye West, Busta Rhymes, den Beastie Boys, Warren G oder The D.O.C.

Wu-Tang, N.W.A, Kanye West: Jimmy Spicers Einfluss in 5 Beispielen

Im Track "Eyes Closed" von Kanye West mit Snoop Dogg und John Legend ist das dominierende Sample aus "Money (Dollar Bill Y’all)" aus 1982 zu hören. Der originale Beat ist deutlich schneller, trotzdem ist auf Kanyes Song die Synthesizer-Melodie deutlich herauszuhören.

Auch das bekannte Voice-Sample ("Dollar Dollar Bill Y’all") auf Wu-Tangs "C.R.E.A.M." entspringt aus dem gleichen Track von Jimmy Spicer.

Busta Rhymes hat sich ebenfalls einen Spicer-Song geschnappt und als Sample in seinem Beat verbaut. Der originale Track heißt "The Bubble Bunch", stammt aus 1982 und wurde von Russell Simmons produziert. Der Def Jam-Gründer nahm Spicer als einen der ersten Artists in seinem Management-Unternehmen Rush Productions auf.

Eine weitere bekannte Single von Spicer findet sich im N.W.A-Track "Approach To Danger" von 1991 wieder. Ungefähr bei der 2-Minuten-Marke hört man die titelgebende Phrase aus Spicers Song "This Is It". 

In ihrem Storyteller über "Poor Georgie" hat außerdem MC Lyte den Beat von "The Bubble Bunch" aufgegriffen. Im Song hört ihr ab etwa 2:20 Minuten das elektronische Klimpern auf dem Track von Spicer.

Nicht nur die gelisteten Songs zeigen den großen Einfluss von Jimmy Spicer. Der Rapper war seit der Geburtsstunde von Hiphop am Start und prägte seine ersten Entwicklungen intensiv.

Er hinterlässt eine Frau, vier Töchter, einen Sohn und fünf Großkinder. RIP.

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Wu-Tang Clans 2. Generation: Söhne von Method Man, ODB & Co werden zur Rap-Crew

Wu-Tang Clans 2. Generation: Söhne von Method Man, ODB & Co werden zur Rap-Crew

Von Clark Senger am 14.11.2019 - 18:03

"Wu-Tang is for the children" – Daran ließ Ol' Dirty Bastard durch seine kuriose Rede bei den Grammys 1998 keine Zweifel. Dass es sich bei dem legendären Zitat um mehr als einen Slogan handelt, beweisen jetzt die Söhne einiger Wu-Tang-Clan-Mitglieder. Sie haben sich zusammengeschlossen, um unter dem Crew-Namen 2nd Generation Wu das Vermächtnis ihrer Väter fortzuführen.

Die zweite Generation des Wu-Tang Clans

Namentlich sind es Intell (U-Gods Sohn), Pxwer (Method Mans Sohn), Sun God (Ghostface Killahs Sohn) und Young Dirty Bastard (dreimal dürft ihr raten, wer sein Vater war), die mit "7.O.D." kürzlich ihre erste Single veröffentlicht haben. Jeder der vier MCs rappt einen Verse, Pxwer übernimmt zusätzlich die Hook:

"God made everything around me / forget about the money / none of it is real y'all"

Der erste Song arbeitet viel mit Anspielungen auf Klassiker der ersten Generation. Die Hook bezieht sich mit Sample und Lyrics auf "C.R.E.A.M.", Pxwers Einstieg ist an Inspectah Decks erste Line auf dem Song angelehnt und in YDBs Part wird kurz das ikonische Piano-Sample aus ODBs "Shimmy Shimmy Ya" angeteast.

Als Einstieg ganz nett für die neue Crew, aber den kompromisslosen Hunger, die unausweichliche Energie und die Innovationskraft ihrer Dads in den frühen 90ern lassen die vier beim Debüt noch vermissen. Es würde auch fast an ein Wunder grenzen, wenn die zweite Generation die Erfolge und die Attitude der ersten einfach so wiederholen könnte. Tatsächlich ist das auch nicht der Plan von Yung Meth, Yung U-God und Co, wie Intell gegenüber SIlive erklärt.

"Beim Aufwachsen hatte ich immer die Einstellung: 'Ich bin, wer ich bin, und mein Vater ist, wer er ist.' [...] Wir haben alle unseren eigenen, einzigartigen Sound und wir sind bereit, ihn gemeinsam zu teilen."

("Growing up, I’ve always had the mindset of 'I am who I am, my father is who he is.' [...] We all have our own unique sound and we’re ready to share that together.")

Natürlich wollen die Jungs ihren eigenen Weg gehen. Ein Musikvideo zu "7.O.D." soll noch 2019 erscheinen und ein gemeinsames Album ist für die "nahe Zukunft" geplant. Ein ambitioniertes Unterfangen. Auf Grundlage der ersten Single lässt sich nicht unbedingt der ganz große Erfolg prognostizieren – 2nd Generation Wu klingt eher nach Nischenrap für Fans, die mit den aktuellen Strömungen der Szene nicht viel anfangen können.

Aber um die bunten Scheine geht es dem Quartett offenbar ohnehin nicht. Vergiss das Geld, none of it is real y'all!


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