Zerstörung der 5 Pointz-Graffiti war illegal: Künstler erringen ersten juristischen Sieg

Graffiti-Künstler in New York konnten gestern einen für die Szene wichtigen juristischen Sieg erringen: Dabei geht es um den ehemaligen Graffiti-Spot 5 Pointz in einer Industrieanlage in Queens. 21 Maler hatten einen Immobilieninvestor verklagt, der einen Großteil der Graffiti übermalen ließ. Eine Jury entschied nun, dass die Zerstörung der Bilder illegal gewesen sei und empfiehlt dem zuständigen Richter, die Künstler zu entschädigen.

Mehr als 20 Jahre lang hatte der Investor Jerry Wolkoff eine Reihe von Lagerhäusern für die Maler zur Verfügung gestellt – was mehr und mehr Künstler aus aller Welt anzog. Im Jahr 2013 ließ Wolkoff ohne Vorwarnung einen Großteil der Bilder mit weißer Farbe übermalen, 2014 wurde schließlich der gesamte Komplex abgerissen. Somit nahm der Investor den Künstlern jegliche Chance, ihre Werke vorher zu dokumentieren, was ein Hauptargument der Kläger darstellt.

5Pointz-Sprecherin Marie Flageul äußerte gegenüber dem Magazin Hyperallergic:

"Die Botschaft, die die Jury mit ihrer Entscheidung sendet, ist, dass die Übermalung unserer Kunst eine grausame und boshafte Tat war. Das beratende Urteil ist eine große Errungenschaft für die Rechte von bildenden Künstlern in diesem Land und weltweit."

Mehrere Jahre juristischer Auseinandersetzungen liegen mittlerweile hinter dem Investor und den Malern. Im Jahr 2013 reichten mehrere Künstler zunächst eine einstweilige Verfügung ein, um das Abreißen der 5 Pointz-Gebäude zu verhindern. Die Verfügung wurde abgelehnt und es hieß, Wolkoff habe als Eigentümer der Anlage das Recht, diese abreißen zu lassen.

Gleichzeitig äußerte der Richter bei dem damaligen Verfahren, dass den Künstlern Schadenersatz zugesprochen werden könne, wenn ihre Arbeiten nachweislich von "anerkanntem Format" gewesen seien. Daraufhin legten mehrere Maler eine Folgeklage ein.

Die Entscheidung der Jury lautet nun also, dass mehr als die Hälfte der 49 zerstörten Bilder einen anerkannten Rang als Kunst gehabt haben. Das letzte Wort liegt jetzt zwar bei Richter Frederick Block, sollte dieser der Jury aber zustimmen, hätten die Kläger einen denkwürdigen Fall gewonnen, der einen Präzedenzfall für die Rechte von Street Artists und den juristischen Schutz von Street Art darstellen würde.

Die traurige Zerstörung der 5 Pointz kannst du hier sehen:

Looking Down on 5 Pointz with a "Drone"

On Monday, we flew our remote controlled flying camera - call sign ANIMAL Three (RIP ANIMAL One RIP ANIMAL Two) - over 5Pointz to take one last look at the mammoth aerosol complex where graffiti artists have been painting legally for over 20 years, before it's reduced to rubble.

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Gzuz wegen Drogen & Waffen vor Gericht: Zeugen entlasten ihn

Gzuz wegen Drogen & Waffen vor Gericht: Zeugen entlasten ihn

Von HHRedaktion am 07.07.2020 - 16:20

Dritter Verhandlungstag für Gzuz: Das 187 Strassenbande-Mitglied hatte heute erneut ein Gastspiel vorm Amtsgericht Hamburg. Dabei sorgten zwei ungeladene Zeugen für ordentlich Wirbel, wie Tag24 berichtet. Der Richter fühlte sich gar wie "bei RTL2".

Drogen- & Waffenbesitz: Zeugen sagen für Gzuz aus

Was wird Gzuz vorgeworfen? Einiges. Verstöße gegen das Waffengesetz, Besitz von Betäubungsmitteln, versuchter Diebstahl und Körperverletzung stehen unter anderem auf der Seite der Tatbestände, die juristisch geklärt werden müssen. Gzuz drohen mehrere Jahre Haft.

Am heutigen Prozesstag ging es auch um ein Video, das Gzuz dabei zeigt, wie er in der Silvesternacht 2018/19 mit einer Schreckschusswaffe in den Himmel schießt. Das Material lud er auf Instagram. Das Problem: Gegen Gzuz wurde 2018 ein generelles Waffenbesitzverbot erlassen. Dieses schließt Schreckschusswaffen mit ein.

An dieser Stelle kam der Vater von Gzuz damaliger Lebensgefährtin ins Spiel. Dieser behauptete, dass es sich bei besagter Waffe um seine handeln würde. Er habe sie nach Angaben von Tag24 im Haus seiner Tochter vergessen. In der Bild ist zu lesen, dass die Waffe der Verteidigung gedient haben soll, da es in der Gegend schon mehrfach zu Einbrüchen gekommen sei. Ursprünglich will der Zeuge die Waffe vor langer Zeit auf einem Dachboden gefunden haben. Der Richter äußerte Zweifel an diesen Ausführungen. Ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde eingeleitet.

Drogenbesitz, Körperverletzung & mehr: Gzuz mal wieder vor Gericht

Die Strassenbande sitzt mal wieder im Gerichtssaal, zumindest einer von ihnen. Nachdem Anfang des Monats Maxwell dran war, musste sich gestern Gzuz vor dem Amtsgericht in Hamburg verantworten. Allerdings ein wenig verspätet, denn der Prozess sollte eigentlich schon im Februar beginnen.

Als nächster unvorhersehbarer Zeuge trat Euniques Freund auf, der zugleich für die Fitness der 187 Strassenbande zuständig ist. Er sagte aus, dass Drogen, die 2018 bei einer Hausdurchsuchung in einer Wohnung von Gzuz gefunden worden sind, ihm zuzuordnen seien. Er habe dort für ein paar Monate gelebt. Dabei bezeichnete er sich als "leidenschaftlicher Kiffer". Anschließend verweigerte er die Aussage und wurde mit einem Ordnungsgeld belegt.

Der Prozess zieht sich jetzt schon länger als ursprünglich angedacht. Das hat auch mit dem Vorgehen von Gzuz' Anwalt zu tun. Dieser hatte allein vier Befangenheitsanträge gegen den Amtsrichter gestellt. Alle wurden abgelehnt. Es stehen wohl mindestens zwei weitere Verhandlungstage bevor. Bei 187-Kollege Maxwell ging die Sache vor Gericht deutlich schneller.

Gerichtsurteil: Maxwell von der 187 Strassenbande muss 20.000 € zahlen

187-Mitglied Maxwell ist vom Amtsgericht St. Georg in Hamburg zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt worden. Der 27-jährigen Rapper wurde wegen Waffen- und Drogenbesitz angeklagt. Die Stuttgarter Nachrichten berichten, dass die Richterin sämtliche Vorwürfe im Wesentlichen bestätigt sehe. Hintergrund: Im April 2018 wurde Maxwells Wohnung - nachdem ein Verdacht auf gewerbsmäßigen Drogenhandel bestand - von Polizisten gestürmt.


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