Yin Kalle über Drogenkonsum: "Ich mach' das kontrollierter inzwischen"

Kaum ein Rapper der neuen Generation geht offener mit seinem Drogenkonsum um als Yin Kalle. Der Schöneberger hat sich kurz nach dem Drop der mit Produzent KazOnDaBeat entstandenen EP "Kalle X Kaz 2" mit Aria zum Call bei "HYPED Radio" verabredet, um über seinen Lifestyle zu sprechen.

Yin Kalle betrachtet tote US-Stars als Weckruf

In Interviews oder auf Social Media kommt der Berliner Newcomer reichlich verklatscht rüber. Auch in den Lyrics seiner Songs dreht es sich größtenteils um Betäubungsmittel und Designer-Pieces. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dennoch eine Veränderung festzustellen. Auf der Single "Uludag Pourup" heißt es ungewohnterweise: "Money mit Drogen ist dirt". Ganz von den Substanzen ist Yin Kalle deswegen allerdings nicht runter. Er lässt es aber wohl ruhiger angehen:

"Ich musste bisschen chillen. Ich mach das kontrollierter inzwischen. Aber auch vieles noch beim Alten. Ist so 'ne Geschichte mit Drogen: Machen halt Spaß."

Drogenkonsum hat die Karrieren verschiedener US-Rapper gerade in den letzten Jahren viel zu früh beendet. Mac Miller, Lil Peep oder auch Juice WRLD sind auf tragische Art und Weise verstorben. Bringen diese Beispiele aus Übersee Yin Kalle zum Nachdenken? Und wie erklärt er sich überhaupt, dass erfolgreiche Künstler in eine Abhängigkeit schlittern?

"Ich sag so: Man macht sich selber viel Druck. Man pusht sich dazu, das Beste zu machen jeden Tag. Dadurch brauchst du dann mal irgendwie 'nen Ausgleich. Ich kann das bisschen nachvollziehen, dass du da schnell in blöde Süchte gerätst. Was soll ich sagen? 'Weckruf' ist 'n gutes Wort."

Das aktuelle Video von Yin Kalle und KazOnDaBeat zu "Uludag Pourup" kannst du hier auschecken:

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Yin Kalle veröffentlicht Statement zu den Vorwürfen sexualisierter Gewalt

Yin Kalle veröffentlicht Statement zu den Vorwürfen sexualisierter Gewalt

Von Clark Senger am 27.09.2021 - 16:09

Trigger Warnung: Der folgende Artikel beschäftigt sich mit einem konkreten Vorwurf sexualisierter Gewalt. Das kann unter anderem belastend und retraumatisierend wirken.

 

Der Berliner Rapper Yin Kalle hat auf Instagram ein Statement geteilt, in dem er auf einen Vorwurf reagiert, der Anfang August über Twitter ins Netz geraten ist. Beim anfangs einvernehmlichen Sex habe er ihren Ausführungen zufolge trotz eines klaren Neins eine Grenze überschritten und anschließend Aufnahmen davon im Internet geteilt. Zu dem konkreten Vorwurf bezieht er in seinem Statement keine Stellung, er zeigt sich allerdings bereit, zu lernen und an sich zu arbeiten.

Harte Vorwürfe: Yin Kalle reagiert nach anderthalb Monaten

Er habe im Rahmen der Debatte um #deutschrapmetoo gemerkt, dass er "hier als Mensch und Künstler viel lernen kann". Er äußere sich nicht zum aktuellen Vorwurf, "um alle Beteiligten zu schützen".

"Ich will auch nicht verursachen, dass in irgendeiner Richtung in irgendeiner Weise weiterhin Hass geschürt wird. Das schreibe ich nicht um den Vorwurf der gegen mich im Raum steht tot zu schweigen, sondern weil ich mich der Auseinandersetzung mit mir selbst stelle." [sic]

Zur Aufarbeitung sei das Internet nicht der richtige Ort für ihn. Er habe stattdessen Kontakt zu einer Psychologin aufgenommen und zur Berliner Agentur misc, die sich Vielfalt, Empowerment und (Weiter-)Bildung in der Kultur verschrieben hat.

Was war vorher passiert? Auf Twitter teilte eine Userin Anfang August unter anderem Chatverläufe mit Yin Kalle, der sich bereits in Voicemails an das Opfer schuldbewusst zeigte. Sie schrieb, es sei "anscheinend kein Einzelfall" und sie selbst sei kurzzeitig in psychiatrischer Behandlung gewesen. Im geleakten Verlauf sprach der Rapper davon, sich in Entzug begeben zu wollen und sich professionelle Hilfe zu suchen. 

Zuvor hatte die Debatte über sexualisierte Gewalt deutschsprachiger Rapper im Rahmen der Vorwürfe von Nika Irani gegen Samra im Juni Fahrt aufgenommen. Viele Akteur*innen der Szene äußerten sich zu dem Thema, in Form von @deutschrapmetoo wurde eine Plattform gegründet, bei der Opfer anonym von ihren Geschichten berichten können, um potenzielle Opfer sowie Täter für die Problematik zu sensibilisieren.

Deutschrap reagiert auf aktuelle Missbrauchsvorwürfe

Es stehen schwerwiegende Anschuldigungen im Raum: Einem bekannten deutschen Rapper wird von einer Frau sexualisierte Gewalt vorgeworfen. Auch die Namen weiterer Künstler geistern in diesem Zusammenhang durchs Netz.

Die Debatte darüber entglitt einige Zeit später, als #deutschrapmetoo für manche Rapper zu einem Feindbild wurde. Es bildete sich eine Gegenseite zur Aufklärung über die Problematik, zu deren Kritikpunkten gehört, dass die Debatte ein deutschrap-internes Problem suggerieren würde und damit explizit gegen Deutschrap arbeiten würde. Visa Vie, seit jeher auch Ziel sexistischer Kommentare im Internet, sprach in diesem Zusammenhang von einem "neue[n] Grausamkeits-Level". Stellvertretend für die beiden Positionen innerhalb der Szene entbrannte Anfang August ein öffentlicher Streit zwischen LGoony und MC Bogy.

MC Bogy vs. LGoony: Berlin-Verbot & Beef wegen #deutschrapmetoo

Der Streit zwischen LGoony und MC Bogy zieht inzwischen weite Kreise bis über die Lager beider Seiten hinaus.

Frauen, die Missbrauch erlebt haben oder noch erleben, finden auf hilfetelefon.de verschiedene Beratungs- und Hilfsangebote. Außerdem gibt es entsprechende Notfallnummern, bei denen Betroffene und Angehörige sich melden können.

Bundesweites Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 0800/0116 016

Hilfe- und Beratungsstelle der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: 030/18 555 1865

Hilfetelefon sexueller Missbrauch: 0800-22 55 530


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