Wie Facebook den "Straight Outta Compton"-Trailer an deine "ethnische Affinität" anpasst

Facebook erstellt anhand von Angaben und Likes sehr umfangreiche Nutzerprofile. Vor allem zu Werbezwecken: Je nachdem, was dir gefällt, bekommst du andere Werbung zu sehen. Das trifft jetzt auch auf Filmtrailer zu.

Facebook analysiert dein Verhalten und schätzt auf dieser Datengrundlage sogar deine "ethnische Affinität". Dabei handelt es sich im Endeffekt um Racial Profiling: Der Facebook-Werbealgorithmus ordnet alle Nutzer anhand ihres Verhaltens einer ethnischen Gruppe zu.

Straight Outta Compton wurde auf Facebook zum Beispiel mit drei sehr unterschiedlichen Trailern beworben. Einen für "Afro-Americans", einen für "Hispanics" und einen für die "allgemeine Bevölkerung", also den Rest.

Der Trailer für die "allgemeine Bevölkerung" geht einfach davon aus, dass die Zuschauer nicht mir der Gruppe N.W.A. vertraut sind. Für sie sei Ice Cube ein Schauspieler und Dr. Dre das Gesicht einer Kopfhörer-Marke. Straight Outta Compton wirkt in diesem Trailer wie ein ziemlich actionreicher Gangster-Film, eher nicht wie ein Musiker-Biopic:

Die Version für "Afro-Americans" konzentriert sich stattdessen von Anfang an auf die Gruppe N.W.A.. Gewalt kommt erst zum Tragen, nachdem es um Rap als friedlichen Protest ging. In der kürzeren "Hispanics"-Fassung tauchten außerdem spanische Zitate auf. Es wirkt schon sehr befremdlich, so unterschiedliche Trailer für ein- und denselben Film zu sehen:

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Kommentare

Und Rechtsgesinnte bekommen mehr Afd- und NPD-werbung... Ich bin so froh das dieser Facebookfilm an mir vorbeigezogen ist. Amen!

Damn! Facebook denkt ich bin schwarz

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Ice Cube dreht anscheinend durch auf Twitter

Ice Cube dreht anscheinend durch auf Twitter

Von David Molke am 11.06.2020 - 17:16

Ice Cubes Twitter-Grind sorgt aktuell für einiges an Wirbel und Unverständnis. Einerseits gibt der Rapper und Filmstar richtig Gas und supportet die Black Lives Matter-Bewegung ohne Unterlass. Andererseits mischt er leider aber auch sehr viel seltsame Dinge darunter, die dem Ganzen eher nicht zuträglich sind, wie zum Beispiel antisemitische Memes, krude Symbolik und Verschwörungsmythen.

Ice Cubes Twitter-Grind ist seit Kurzem auf einem anderen Level

Ice Cube zeigt sich wenig überraschend solidarisch mit den Black Lives Matter-Demonstrationen. Auf der ganzen Welt protestieren Hunderttausende Menschen gegen (strukturellen, institutionellen, systemischen und persönlichen) Rassismus sowie Polizeigewalt. Das tun sie mittlerweile schon seit mehreren Wochen und ungefähr genau so lange twittert Ice Cube auch schon deutlich mehr als sonst.

Was Ice Cube twittert, ist zum Großteil als sehr positiv zu bewerten. Er stärkt den Demonstrierenden und der gesamten Black Lives Matter-Bewegung den Rücken. Er bekennt sich offen zu den Anliegen, die auf den Protesten vorgebracht werden. Er teilt Videos, um auf Polizeigewalt aufmerksam zu machen, Artikel zum Thema Rassismus und zur Geschichte der Polizei und postet Petitionen.

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Mit einigen Tweets schadet Ice Cube seinen eigenen Bemühungen

Leider schießt Ice Cube im Eifer des Gefechts stellenweise über das Ziel hinaus. Das bedeutet in dem Fall, dass sich einige Memes, Bilder und Posts in seine Posts verirren, deren Bedeutung er vielleicht nicht zu kennen scheint – oder die er anders interpretiert. Jedenfalls gibt es eine Menge Kritik an manchen Tweets.

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Fans machen aufmerksam: Ein paar Ice Cube-Follower weisen den Rapper auf Twitter daraufhin, dass er gleich mehrere ziemlich bekannte antisemitische Memes postet. Die basieren beispielsweise auf dem antisemitischen sowie rassistischen Verschwörungsmythos, dass Menschen jüdischen Glaubens den weltweiten Finanzmarkt kontrollieren würden.

"Hi Cube. Ich bin mir sicher, dass du das nicht realisiert hast, aber das ist ein berühmtes antisemitisches Meme, das du da gepostet hast. Bitte nimm es runter."

Es sei auch einfach unmöglich, Ice Cube überhaupt noch ernst zu nehmen, egal bei welchem Thema:

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Außerdem verbreitet Ice Cube auf seinem Twitter-Account auch Bilder, die im Zusammenhang mit einer russischen Propaganda-Seite stehen sollen. Die nannte sich "Black Matters" oder abgekürzt BM und wurde offenbar bereits 2018 entlarvt: Sie war extra darauf ausgelegt, Unfrieden und Zwietracht in den USA zu säen, wie zum Beispiel die Washington Post berichtet.

Ice Cube Spreads Russian Propaganda and Anti-Semitic Conspiracy on Twitter

Just when you thought 2020 couldn't get any weirder, rapper Ice Cube has shared a meme from a Russian propaganda website that claims Europeans shot the noses off of Ancient Egyptian statues. The meme was made by "Black Matters," a website and Facebook page that purports to be a non-profit news resource for African-Americans but was outed long ago as a Russian-run propaganda tool to manipulate Americans.

Wurde Ice Cube gehackt? Er sagt nein

Die Tweets auf seinem Account haben eine so hohe Frequenz erreicht und sind zum Teil leider so wirr, dass sich einige Follower bereits fragen, ob Ice Cube vielleicht gehackt worden sein könnte. Aber der Schauspieler verneint das und erklärt offensiv, er werde so weitermachen.

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Er sei nicht gehackt worden, spreche für keine Organisation und wolle weiterhin informieren, motivieren sowie einfache Lösungen anbieten. Da liegt vielleicht der Hund begraben: Für so komplexe Probleme, wie wir sie aktuell erleben, gibt es keine einfachen Lösungen (#defundthepolice wäre aber zumindest mal ein Anfang).

Mehr zu den Black Lives Matter-Protesten findet ihr hier:

Black Lives Matter

Alles zum Thema Black Lives Matter bei Hiphop.de -


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