Wegen Verkaufszahlen: Als Shindy schon ans Aufhören dachte

Designer-Klamotten, Produktions-Sessions im Waldorf Astoria, goldene Schallplatten und "jede Woche neue Karre, neue Liaison": Warum es für Shindy zu all diesen Dingen fast nicht gekommen wäre, erklärt er in seiner Bestseller-Biografie Der Schöne und die Beats.

Dort gesteht Shindy, dass es auch, als er schon bei Bushido unter Vertrag stand, einen Punkt gab, an dem er ans Aufhören gedacht habe. Das war offenbar kurz vor dem großen Coup mit Stress ohne Grund. Der Song ging bekanntlich durch alle Medien und verhalf Shindy zu seinem ersten großen Karriere-Push.

Nach seinem Diss gegen Kay One habe Shindy einen "kleinen Hype" verspürt. Zudem sei er mit dem fertig gestellten Debütalbum NWA zufrieden und insgesamt positiver Dinge gewesen. Wenige Tage vor Release habe er Bushido angerufen und sich nach den Vorbesteller-Zahlen erkundigt: "Er leitete mir eine lange Mail weiter. Ich scrollte sie durch. Und ganz am Ende stand: 3000 Alben. Alter. 3000 Alben? Das war megadeprimierend. Ich dachte, jetzt würde alles durch die Decke gehen, und ich hatte bislang nur dreitausend CDs verkauft?"

Im Vergleich zu Shindys heutigen Verkaufszahlen scheint das tatsächlich wenig zu sein. Bushido habe ihn beruhigt. Die Zahlen seien völlig in Ordnung und die nächste Single [Stress ohne Grund, Anm. d. Red.] sowie die erste Verkaufswoche stünden noch aus. Shindy ließ sich scheinbar nur wenig besänftigen, habe schon akzeptiert, dass Rap nur ein Hobby bleibe und sich wieder an der Universität verweilend gesehen. Mit Stress ohne Grund kam dann der schnelle Wandel.

"Und einfach alles explodierte. Die Klickzahlen unter dem Video überschlugen sich. Ich kam nicht mal mehr mit, die Kommentare zu lesen. [...] Nach dem ganzen Medienterror wurden endlich auch ein paar Platten verkauft. Wir schossen bei iTunes und in den allgemeinen Trendcharts auf Platz eins", so Shindy.

Bei Platz 1 blieb es bekanntlich auch in den endgültigen Albumcharts. Bis zur Indizierung im Schnellverfahren hätten sich die Verkaufszahlen von NWA noch verfünffacht. In nur fünf Tagen dürfte sich das Album demnach zwischen 15.000- und 20.000-mal verkauft haben.

Wie Shindy mit diesem unerwarteten Hype, der nur die Vorstufe für spätere Dimensionen darstellen sollte, umgegangen ist und was sich alles veränderte, kannst du in Der Schöne und die Beats genau nachlesen:

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Kommentare

Super harte Zeit für shindy
Sehr schwer erfolgreich zu sein an der Seite von bushido
# lächerlich

ne ne ist einfach nur fakt das bushido aufm absteigenden ast war,, doch dann traf er shindy ;) wäre der nicht gewesen glaub ich würden wir heute nix mehr von bushido hören

schade dass ers nicht gemacht hat :(

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Bushido packt vor Gericht über Schwarzgeld & "Mafiafilme" aus

Bushido packt vor Gericht über Schwarzgeld & "Mafiafilme" aus

Von Michael Rubach am 19.11.2020 - 11:44

Der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker vor dem Berliner Landgericht steuert weiter auf den Kern der Anklage zu. Bevor Bushido aus dem Zeugenstand heraus erzählt, wie er von seinem ehemaligen Geschäftspartner womöglich beleidigt, bedroht, eingesperrt und angegriffen worden ist, ging es am Mittwoch um die Vorgeschichte.

Dabei drehte es sich vornehmlich um Geld. An einem anderen Prozesstag berichtete Bushido bereits von einer Vereinbarung mit Arafat Abou-Chaker, die diesem über ein Jahrzehnt lang "30 Prozent von allem" zugesichert habe.

Bushido erzählt von zäher Trennung & "Quatsch aus Mafiafilmen"

Laut Spiegel soll Bushido seinen Geschäftspartner am 24. September 2017 darüber informiert haben, die Business-Beziehung nicht fortsetzen zu wollen. Arafat habe zunächst den Eindruck erweckt, unter gewissen Bedingungen damit einverstanden zu sein. Seine Absicht habe Bushido im November 2017 auch noch einmal gegenüber den Brüdern von Arafat Abou-Chaker wiederholt. Nach Aussage von Bushido sei ihm daraufhin entgegnet worden, dass so ein Vorhaben zum Scheitern verurteilt wäre.

"Egal, was passiert: Es wird kein Bushido ohne Abou-Chaker geben und kein Abou-Chaker ohne Bushido."

Im Dezember habe es ein weiteres Treffen zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker gegeben. Hier sei Bushido als "B*stard" und "H*rensohn" beleidigt worden. Auf eine einvernehmliche Trennung habe fortan kaum etwas hingedeutet. Bushidos Fazit: "Er wollte einfach nicht." Stattdessen soll Arafat Abou-Chaker plötzlich von Schulden gesprochen haben, bei denen dem Berliner Rapper "noch die Augen rausfallen" würden.

Bei einem weiteren Meeting im Dezember habe Bushido sein Handy abgeben müssen. Dies sei öfter vorgekommen. Bushido dazu: "Den Quatsch aus Mafiafilmen haben wir gelebt." Wiederum soll Arafat Abou-Chaker dem mehrfachen Familienvater zu verstehen gegeben haben, dass er ihn als Business-Modell begreift. Die FAZ zitiert Bushido mit den Worten:

"Ich war das Geschäft. Und dieses Geschäft hat Arafat als sein Eigentum angesehen."

Bushido, Arafat Abou-Chaker & "sehr viel Schwarzgeld"

Neben der Darstellung der Trennungsverhandlungen drehte sich am gestrigen Prozesstag offenbar viel um Zahlungen und Investitionen – und besonders um unversteuerte Gelder. Das Leben an der Seite von Arafat Abou-Chaker habe gemäß Bushido nach gewissen Regeln funktioniert. Vor allem bei Clubshows sei Schwarzgeld kassiert worden. Schließlich habe Arafat Abou-Chaker nach den Beschreibungen im Tagesspiegel "sehr viel Schwarzgeld" in das gemeinsame Grundstück in Kleinmachnow investiert.

 "Circa 400.000 Euro habe ich von dir verbaut", lautet ein Satz, dem Bushido seinem jahrelangen Geschäftspartner zuschreibt. Zusätzlich sei noch eine weitere Million von Arafat Abou-Chaker eingefordert worden. Dies bewertet Bushido laut Spiegel rückwirkend als den "größte[n] Quatsch", den er "jemals gehört habe."

Doch Arafat Abou-Chaker habe nicht nur Geld verlangt, sondern auch Geld herausgegeben. Wie die FAZ angibt, bekam Bushido im Keller von Arafat Abou-Chakers Lokal "Papa Ari" einmal 70.000 Euro in bar überreicht. Die Summe hätte als seine Beteiligung an einer Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung gegolten, zu der Bushido verurteilt worden war.

Bushidos Zeugenaussage soll am 14. Dezember weitergehen und schließlich zu dem Tag führen, an dem er vorgibt, eingesperrt und attackiert worden zu sein. 15 neue Verhandlungstermine stehen zudem bevor. Zwischenzweitlich konnte der Prozess nicht weitergeführt werden, weil Bushido positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ein Urteil wird nun erst für den 28. April 2021 angepeilt.


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