DJing aus der Zukunft: Retro-Revolution unter der VR-Brille

Nach 3D und Bewegungssteuerungen ist Virtual Reality gerade eines der absoluten Trendthemen – zumindest im Bereich Videospiele. Während PlayStation VR weiter vor allen Dingen auf die Gamer fixiert bleibt, können die Entwickler mit den PC-Brillen HTC Vive und Oculus Rift deutlich experimenteller umgehen. Unter anderem entstehen so auch immer mehr DJ-Apps für VR-Fans. 

Bereits im März letzten Jahres wurde von dem DJ Grimecraft das allererste DJ-Set in einer Virtual-Reality-Umgebung gespielt – das Programm TheWave erinnerte aber noch weniger an Turntables als an einen psychedelischen Drogentrip. Ein Jahr später nähert sich nun die virtuelle der echten Realität wieder mehr an.

DJing in TheWave - Music Mixing and Performance in VR with HTC Vive

More VR News: http://www.RoadtoVR.com

Seit Kurzem ist das Programm Vinyl Reality über den Early-Access-Bereich auf Steam erhältlich. Wie der Titel schon vermuten lässt, will die App das traditionelle DJ-Gefühl mit Hilfe einer VR-Brille und den passenden Motion-Controllern zurück holen. In eurem virtuellen Wohnzimmer steht ihr an zwei Plattenspielern und einem Zweikanal-Mixer, könnt eure Musikbibliothek durchwühlen und eure Beatmatching-Fähigkeiten trainieren. Als Vinyl-Simulation setzt die App auf möglichst wenig Automation und möglichst viel (virtuelle) Handarbeit.

Vinyl Reality - DJ in VR - Early Access Trailer

Now available on Steam Early Access: https://store.steampowered.com/app/642770 Vinyl Reality is the first DJ mixing application that accurately recreates a traditional DJ setup in virtual reality. Whether you're a professional DJ, or a beginner interested in learning, Vinyl Reality gives you all the tools you need to play an amazing DJ set in virtual reality!

Das Programm stellt die Musik auf eurem Rechner als kleinen Plattenkasten dar, aus dem ihr dann die gewünschten Vinyls herauszieht und auf die Turntables legt. Während die App selbst nur knapp 15 Euro kostet, reißt das VR-Equipment ein deutlich größeres Loch in euren Geldbeutel. Eine Virtual-Reality-Brille wie das HTC Vive kostet etwa 700 Euro und der notwendige High-End-PC nochmal ab 1500 Euro. Für den Preis solltet ihr auch schon ein DJ-Einsteiger-Set bekommen. Wer allerdings bereits ein komplettes VR-Set-Up besitzt, kann nun angeleitet in die Welt des DJings einsteigen. 

Wir sind gespannt, wie sich die App bis zu dem offiziellen Release entwickelt. Wer den Entwicklungsprozess mitverfolgen möchte, kann hier jederzeit die nächste Schritte des Teams hinter Vinyl Reality einsehen.

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Sound Matching – Kann bald jeder Beats produzieren?

Sound Matching – Kann bald jeder Beats produzieren?

Von Johannes Hagen am 23.07.2019 - 11:45

Auf der diesjährigen Beatcon stellten nicht nur zahlreiche namhafte Producer und Mixing Engineers ihre Fähigkeiten zur Schau. Es waren auch viele große Musik-Software-Entwickler und Audio-Hardware-Hersteller vor Ort, um ihre neuesten Produkte vorzustellen. Neben Vertretern von großen Firmen wie Genelec, Izotope und Universal Audio mischten sich auch kleinere Gewerbetreibende unter das Produzentenvolk.

Einer dieser Unternehmer ist Karim Bhorania. Seine Vision: die Demokratisierung der Musikproduktion. Mit seiner Idee will er die Produktion von Musik von Grund auf revolutionieren. Er richtet sich damit nicht nur an etablierte Producer, Sound Engineers, DJs und Artists, die verzweifelt das letzte fehlende Element für ihren Beat, Mix oder Track suchen. Auch Musikinteressierte und Hobbyproduzenten sollen zukünftig in der Lage sein, spielend einfach stabile Musik zu produzieren. Nur wie soll das funktionieren?

Jamahook – Find, match, compose sounds

Die Lösung ist ein Sound-Matching-Algorithmus. Sobald der Algorithmus eine hochgeladene Audiodatei erfasst, spuckt er dazu passende Sounds und Loops aus – seien es fette Drum Loops, ein paar Synth Chords für den Hintergrund oder die Lead-Stimme, die dem Track den finalen Schliff verpasst. Da der Algorithmus sogar Tempo, Tonart und Harmonien erkennt, sind für das Sound Matching keine Metadaten vonnöten.

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Das Projekt wurde bereits 2013 ins Leben gerufen und firmiert seit 2015 unter dem Namen Jamahook. Mit seinem Tech-Partner Fraunhofer IDMT bringt das Schweizer Unternehmen in naher Zukunft nicht nur einen Algorithmus zur Sound-Abgleichung auf den Markt, sondern will eine ganze Plattform für Content Creation, Promotion, Austausch und Verkauf bieten. Jamahook soll bald für jeden Musikliebhaber bequem als Web-Plattform und App verfügbar sein, Profis können es als VST Plug-in direkt in ihrer DAW (Digital Audio Workstation) nutzen. Wie das in etwa aussehen wird, seht ihr anhand des Prototypen im Video:

Jamahook Sound Assistant Test Video

This is "Jamahook Sound Assistant Test Video" by DeinHiphop on Vimeo, the home for high quality videos and the people who love them.

Aktuell stehen die Entwickler des Dienstes in Kontakt mit Software-Firmen und Loop-Herstellern, um das Angebot zu erweitern. Bisher stammen die Sound Matches von Loopmasters und Puremagnetik, bald werden aber auch private Nutzer und Content Partner Sounds besteuern. In Kürze wird Jamahook bereits als Plug-in auf Plugin Boutique verfügbar sein. Wer nun Blut geleckt hat, kann sich Nutzung von Jamahook aus der Sicht eines Profis und aus der eines Neulings hier genauer zu Gemüte führen:

Jamahook - How to create a jam in 2 minutes

Sound finds Sounds ! Jamahook - The Sound Playground is the smartest loop library in the world. In this example jam Karim chooses an arpeggio synth loop as a reference track and creates a hot jam in 2 minutes with a brass and drum sound.

Jamahook - How to complete your music production

Sound finds Sounds - Welcome to Jamahook, The Sound Playground ! In this example, Karim shows you how to find the perfect matching sound to your ongoing music productions in 2 minutes. Sign up now: https://www.jamahook.com For questions or inquiries please contact us at support@jamahook.com

Kritik

Was jedoch bedeutet das für die Ästhetik unseres geliebten Hiphop? Ist die Zukunft wirklich ein vom Algorithmus errechneter Sound, an dem nicht mehr das Blut, der Schweiß und die Tränen eines hartarbeitenden Produzenten haften? An dem stundenlang getüftelt wurde und von dem es zig Versionen gibt, weil Ideen an einem Tag legendär klangen und am nächsten verworfen wurden? Mein Gefühl sagt mir, dass eine Maschine und ihre Rechenprozesse das geübte Ohr und die Intuition eines passionierten Musikers nicht ersetzen können. Und das werden sie auch sicher nicht. Es wird mit Sicherheit nicht jeder aus dem Nichts amtliche Tracks auf die Beine stellen können, auch nicht mit einer solchen Software. Dennoch klingt das Projekt nach einer sinnvollen und hilfreichen Ergänzung, wenn der letzte Feinschliff sich einfach nicht einstellen will. Auch für eine erste Orientierung als Neuling dürfte der Service nützlich sein. Im Mixing und Mastering ist der algorithmische Abgleich – wie zum Beispiel durch Izotope Ozone – übrigens schon länger gang und gäbe.


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