Marcus Staiger bei  GermanRhymes.de

Marcus Staiger hat für zeit.de einen Kommentar über Fler und dessen Drohungen gegen Die Welt geschrieben ("Wenn Rapper bellen"). Darin kritisiert er sowohl Fler als auch den Artikel der Welt. Dem bedrohten Autor rät er: "Im Zweifelsfall muss man eben zur Polizei gehen". 

Staiger bezeichnet den Artikel der Zeitung Die Welt als überheblich gegenüber der Unterschicht:

"Frédéric Schwilden sitzt also hinter seinem Schreibtisch und teilt aus. Er beleidigt Leute, die er für dumm und einfältig hält und macht sich im Endeffekt über die Lebenssituation eines Menschen lustig, der es zu einem relativ erfolgreichen Musiker gebracht hat. Auch wenn Fler vielleicht nicht von seiner Musik leben kann, so hat er es zumindest versucht."

Der Autor hatte sich über Flers Einkommensverhältnisse lustig gemacht, die sich aus dem von Fler veröffentlichten polizeilichen Führungszeugnis ableiten ließen. Zu Flers Reaktion schreibt Staiger:

"Der Rapper Fler wiederum, manisch davon besessen, auf alles einzugehen, was im Internet über ihn veröffentlicht wird, reagierte mit seiner Lieblingstaktik: Er bedrohte den Journalisten persönlich."

Fler hatte den Autor via Twitter bedroht, veröffentlichte ein Foto von dessen Wohnung und kündigte an, wiederzukommen, wenn der Artikel nicht gelöscht würde.

Staiger rät Fler, sich so zu wehren, "wie es eines Rappers würdig ist. Mit Punchlines und Worten. Wer zuerst zuschlägt, hat verloren."

Fler hat bereits einen Song namens Fick die Welt angekündigt.

Adressiert an den Autor scheibt Staiger:

"Im Rahmen der freiheitlichen Grundordnung ist es erlaubt, Witze zu machen, und dieses Recht sollte jeder Journalist mit breitem Rücken verteidigen. Im Zweifelsfall muss man eben zur Polizei gehen[.]"

Fler reagierte via Twitter auf Staigers Artikel:

Unseren Kommentar zum Artikel in der Welt ("Die Welt macht Witze – Gangsta-Rap schützt nicht vor Altersarmut") findest du hier.

 

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Kommentare

im Endeffekt einfach sehr gute Promo fürs kommende Album

kauft sowieso keiner

wer ist fler?

Hör nie wieder Rap !

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Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Von HHRedaktion am 23.03.2020 - 12:02

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings für mehr als ein fragendes Stirnrunzeln.

Fler nennt Jalil auf "Atlantis" einen Sklaven

Der zweite Part im Song "Mood" ist offenbar größtenteils an den Ex-Maskuliner addressiert. Fler stellt zunächst seinen jahrelangen Support und vermeintlichen musikalischen Einfluss in den Mittelpunkt:

"Du warst drei Jahre dabei, danach vorbei / Auf Wiedersehen und goodbye / Denkst du, jetzt kommt deine Prime? / Wie die Airline Setzt deine Ziele zu high / Wer gab dir Push wie der Whitey? / Holte dich damals zurück aus den 90s"

So weit, so gut. Bars über die persönlich Historie miteinander, etwas Selbstbeweihräucherung – Attitude wie in einem Battle eben. Danach geht es unter die Gürtellinie, indem Fler Jalil als Sklaven bezeichnet:

"Doch du warst zu Pinky, ich Brain / Im Apple Store warst du ein Slave / Bei mir dann Django Unchained"

Mit der Wortwahl kann er zwar auch ungerechte Bezahlungen bei Apple oder in unserer Gesellschaft generell meinen und in diesem Hinblick würde die Line auch funktionieren. Einen dunkelhäutigen Kollegen als Sklaven zu betiteln, deutet nichtsdestotrotz auf rassistische Denkmuster hin, die im Hinterkopf ablaufen. Gleichzeitig inszeniert Flizzy sich selbst implizit als den gönnerhaften Retter Dr. King Schultz (in "Django Unchained" gespielt von Christoph Waltz), der Django im Film aus einem Sklavenzug befreit und anschließend mit ihm zusammenarbeitet, während sich eine Freundschaft entwickelt. Der Vergleich ist bewusst provokant formuliert und die Reaktionen darauf können Fler nach 20 Jahren Deutschrap nicht überraschen.

Jalil reagiert überrascht

Jalil hat den Front in dieser Form wohl nicht kommen sehen. Laut seiner IG Story sind er und Fler sich vor der Albumabgabe bei einem persönlichen Treffen respektvoll begegnet. Erst kürzlich, nach Flizzys Entlassung aus der U-Haft, sollen sie noch telefoniert haben. Fler hätte noch genug Zeit gehabt, seine Worte zu überdenken, so Jalil, der außerdem daran erinnert, dass er sich bei den Rassismusvorwürfen Anfang 2019 schützend vor seinen damaligen Homie stellte.

Jalils Einordnung der Sklaven-Line auf dem neuen Album: "Hättest gleich N**ga sagen können. Wäre der gleiche Effekt gewesen."

Flers Erklärungsversuche auf Instagram

Auf Instagram geht es dann auch weiter: Dort bezeichnet Fler diejenigen, die ihm letztes Jahr Rassismus vorgeworfen haben, als Idioten. Er meint, Jalils Einsatz damals wäre nur dagewesen, um "wieder den souveränen Mann zu spielen". In seinen Augen hätte "jeder loyale Typ" nichts gesagt, anstatt einen Freund in Schutz zu nehmen.

Hinzu kommt seine Anschuldigung, Jalil hätte Rocker geschickt, die ihm aufgelauert hätten. Zur "Slave"-Zeile liefert er nur eine sehr dürftige Erklärung, mit der er zumindest andeuten will, dass die Wortwahl nichts mit der Hautfarbe zu tun hätte: "Du bist für mich genau so ein 'Slave' wie Bushido einer ist!"

Danach schließt er mit dem Scheinargument, er könnte gar kein Rassist sein, weil er Jalil mehr geholfen hätte als es jemals jemand anders tun würde. Einmal ganz deutlich: Wir halten Fler nicht per se für einen Rassisten. Aber drei Jahre Zusammenarbeit mit Jalil funktionieren nicht als lebenslange Freikarte für Lines, die zumindest einen rassistischen Hintergrund haben – und das ist bei Zeilen, die die Black History bewusst als Angriffspunkt nutzen, eben der Fall.

Einen kleinen Throwback in den Januar 2019, als Fler von der schwarzen Community scharf kritisiert wurde und Jalil ebenfalls seine Meinung teilte, findet ihr hier:

Nach Rassismusvorwürfen gegen Fler: Neue Statements von Jalil, Telson & Sylabil Spill

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