Sound für Eno & Mero: Gökhan Güler über das Mixing von "Ferrari"

Mit "Ferrari" ist Eno und Mero ein Nummer-1-Hit gelungen. Dass zu so einem Erfolg mehr gehört, als bloß zwei Künstler, die Bars rappen, zeigt die Arbeit von Gökhan Güler – er hat den Song nämlich unter anderem gemixt. Im Format "De:Coded" bei The Producer Network erklärt der Mix-Engineer, wie der Feinschliff an so einem Track eigentlich abläuft. Bei der Beatcon, dem neuen Event für Produzenten im Juni, wird er noch mehr über die Arbeit am neuen Eno-Album "Fuchs" sprechen. Wer von Gökhan und anderen Szenegrößen wie den Jugglerz, Miksu und Macloud, Juh-Dee, Kingsize, Vega und mehr dazulernen möchte, sollte sich schleunigst über die zweitätige Beatcon informieren.

Worauf Gökhan Güler bei "Ferrari" besonderen Wert gelegt hat

Gökhan Güler war für den Mix und im Speziellen für die Vocals des Songs verantwortlich. Wie er berichtet, ging es ihm primär darum, die Freude und den Spaß bei der Entstehung des Tracks durch das Mixing zu erhalten. Die Vocals von Eno und Mero sollten dabei im Vordergrund stehen. Auch die Adlibs seien aufgrund des recht minimalistischen Beats von zentraler Bedeutung. Der Mixing Engineer erzählt ausführlich, wie er mit Filtern und Effekten den Song auf ein anderes Level gebracht hat und wie er denkt, schlussendlich "Kopfkino" erzeugt zu haben.

Im Rahmen der beatcon wird Gökhan Güler noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern und genau darauf eingehen, wie er zu einem Meister der Vocal-Effekte wurde. Eine Studioführung mit ihm findet ihr bereits auf dem Channel von The Producer Network.

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5 Rapper*innen, die auf TikTok groß geworden sind

5 Rapper*innen, die auf TikTok groß geworden sind

Von Alina Amin am 13.02.2021 - 16:10

TikTok löst auch nach einem extrem erfolgreichen 2020 weiterhin gemischte Gefühle bei den meisten Smartphone-Benutzern aus. Top-Level Fremdscham oder die neue Plattform für kreativen und lustigen Content? Die Meinungen gehen auseinander. Trotz dessen konnte die chinesische App einige große Stars hervorbringen und der nationalen sowie internationalen Rap-Szene neue Talente liefern.

Sarhad

"Ich betäube meine Sinne (Sinne)" – diese Line haben wir zum Ende des letzten Jahres alle schon gehört. "Sinne" ist ein Track von dem Newcomer Sarhad, der kürzlich sein Debütalbum "Visionär" veröffentlichte. Er konnte mit seiner Single die 35 Millionen Streams auf Spotify knacken und übernahm kurzzeitig die ganze deutsche Meme-Bubble. Denn der Song liefert nicht nur eine Hook der melodischen Extraklasse, er ließ sich auch immer wieder ungeachtet des Kontexts in Memes und Videos verarbeiten.

Sarhad droppte seine famose Single im März, die sich einige Monate später wie ein Lauffeuer durch Social Media verbreitete. Dabei halfen die unzähligen TikTok-Posts von Fans dem Rapper dabei, den Song zu einem der bezeichnendsten Ohrwürmer für das Jahr 2020 zu machen. Inzwischen hat er sein Debütalbum "Visionär" gedroppt und durfte auch direkt Künstler wie Ra'is, Xidir oder Eno featuren.

Megan Thee Stallion

Megan Thee Stallion galt 2019 als eine der heißesten Newcomerinnen der US-Hiphop-Szene und konnte schon einen riesen Hit mit "Hot Girl Summer" landen. Allerdings brauchte es noch etwas, bis die 25-Jährige zu dem Weltstar avancierte, der sie nun ist. Neben ihrem Rap-Talent hat ihr der Content-basierte Algorithmus von TikTok dabei ungemein geholfen.

Zu Beginn des letzten Jahres wurde ihr Track "Savage" auf TikTok zur viralen Sensation und konnte sich dadurch ein Feature mit niemanden Geringeres als Beyoncé angeln. Spätestens nach ihrem Rekordhit "WAP", den sie und Cardi B gemeinsam rausbrachten, spielt Megan Thee Stallion in den ganz oberen Rängen mit. Inzwischen kann sie auf diverse Awards, Rekordbrüche und ein erfolgreiches Debütalbum zurückblicken.

Lune

Lune war in der Musikindustrie nicht absolut neu, als sie ihre zweite Single "gebe auf." releaste. Immerhin durfte sie auf ihrem ersten Release "Criminel" niemanden Geringeres als Samra featuren. Nach einer Pause kam dann ihre zweite Single und ging auf TikTok viral. Ganz ohne berühmten Feature-Gast, dafür mit viel Gefühl und der richtigen Menge an post-Breakup Aggressionen.

"Hast mein Kopf gef*ckt, hast mich hintergangen / Unloyal, dein Ego p*sst mich an, kotzt mich an."

Knapp 40 Millionen Streams auf Spotify kann die 18-Jährige Newcomerin für "gebe auf." verzeichnen. Mitte Oktober war ihr Song sogar auf Platz zwei der deutschen Single Charts – also geht der Erfolg des Tracks auch über die Social Media-Blase hinaus. Inzwischen konnte sie auch schon ihren nächsten Hit "Spotlight" mit Rapper-Kollegen Monet192 droppen.

CJ

Seit einigen Monaten sorgt der Rapper CJ mit seinem Track "Whoopty" für einen regelmäßigen Ohrwurm. Die Single droppte letzten Juli und steigt seitdem die Chartleiter langsam, aber sicher hoch. Während CJ 2020 noch als Geheimtipp aus der New Yorker Drill-Szene galt, sollte nun fast jeder Internetnutzer seinen Track gehört haben, denn: In jedem Scroll durch Instagram und TikTok lässt sich der Song irgendwie in einem Meme entdecken.

Inzwischen verzeichnet der Newcomer knapp 20 Millionen monatliche Hörer, hauptsächlich seinem viralen Song geschuldet. Der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Chris Soriano heißt, ist nun bei Warner Music gesignt.

Aylo

Aylo war in Sachen TikTok früher dran als ihre meisten Hiphop-Kolleg*innen. Schon im Herbst 2019 erstellte sie ihren ersten Post auf der Plattform und ging direkt viral mit einem kurzen, nicht ernst gemeinten Freestyle. Seitdem teilt sie ihr Leben, ihre Musik und lustigen Content mit ihren Fans. Dabei hat sie inzwischen über 500.000 Follower und releast wieder fleißig Musik, nachdem sie 2019 eigentlich entschied, der Musikkarriere den Rücken zu kehren.

Durch ihren Erfolg auf TikTok konnte sich die Berlinerin eine loyale Fanbase aufbauen. Sie selbst sieht sich nicht als TikTokerin, sondern einfach als Musikerin, die die Plattform nutzt – und das mit Erfolg. Mit ihrer Single "Teardrops" konnte die Newcomerin die Million Aufrufe auf YouTube erreichen und beweisen, dass viele Wege in die Musikindustrie führen.

Fairerweise muss man sagen, dass TikTok trotz des extremen Wachstums längst nicht alle Hiphop- und Deutschraphörer abdeckt und damit nicht 100 %-ig repräsentativ für die heißesten Newcomer ist. Die App ist also kein Patentrezept für Rap-Erfolg, aber liefert eine neue Möglichkeit, die eigene Musik im Internet zu verbreiten und sich einen Namen zu machen.


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