Shirin David erhält einen BAMBI

Shirin David kommt aktuell gar nicht mehr aus dem Entgegennehmen von Preisen heraus. Am 21. November wird sie den BAMBI in der Kategorie "Shootingstar" erhalten. Zuvor durfte sie am Samstag den PLACE TO B Award mit nach Hause nehmen. Auch sonst liegt ein erfolgreiches Jahr hinter der Newcomerin.

Shootingstar: Shirin David erhält den BAMBI

Der BAMBI wird zwar erst am 21. November in Baden-Baden verliehen, doch auf Social Media wurde bereits jetzt verkündet, dass Shirin David eines der begehrten Rehkitze mit nach Hause nehmen wird. Die Begründung für die Preisvergabe liefert das Social Media Team gleich mit.



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Psscht… wir verraten unserer treuen Online-Community heute exklusiv einen weiteren Preisträger. Und zwar erhält @shirindavid den BAMBI in der Kategorie Shootingstar. Deutschlands wichtigster Medienpreis würdigt damit den kometenhaften Aufstieg des Social-Media-Superstars und ihr besonderes Gespür für Inhalte, die junge Leute begeistern. Mit ihren Millionen Followern auf Instagram, YouTube und Co. gilt Shirin David als eines der größten Teenie-Idole unserer Zeit. Dabei ist sie nicht nur ein Social-Media-Superstar, sondern auch ausgebildete Sängerin. Ihr erstes Soloalbum „SUPERSIZE“, das im September 2019 beim eigenen Label "Juicy Money Records" erschien, ist sofort auf Platz 1 der deutschen Album-Charts gelandet. Weitere Infos sowie die offizielle Pressemitteilung findet Ihr auf www.bambi.de. Wir gratulieren. Welchen Song von Shirin hört Ihr in Dauerschleife? #bambi #bambi2019 #shirindavid #shirizzle #shirizzles #supersize Universal Music

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"Deutschlands wichtigster Medienpreis würdigt damit den kometenhaften Aufstieg des Social-Media-Superstars und ihr besonderes Gespür für Inhalte, die junge Leute begeistern."

In der offiziellen Pressemitteilung heißt es zudem, Shirin David sei zur Kultfigur aufgestiegen, "die provoziert und polarisiert". Die Polarisation wird in den Kommentaren unter der Bekanntmachung des BAMBIs kaum deutlich. Hier gibt es fast ausschließlich positive Reaktionen auf die Preisträgerin.

Weiter heißt es in dem Statement des Medienpreises:

"Seit 2014 inspiriert sie ihre Fans mit Mode-, Beauty- und Lebenstipps und wurde so zur Freundin und Beraterin. Make-up, knappe Outfits und einige Beauty-OPs, über die sie offen spricht, machen die 24-Jährige zur Kultfigur."

Das Statement über Shirin David, die ihre Karriere als YouTuberin mit eben den im Zitat genannten Themen startete und sich so eine große Fanbase aufbauen konnte, wirkt irritierend. Die Operationen der Rapperin sollten trotz der offenen Thematisierung von ihrer Seite kein Grund für die Vergabe eines Preises sein. Über die Musik der Künstlerin wird hauptsächlich in Zahlen gesprochen. Nicht thematisiert wird beispielsweise, was die Texte der Musikerin bedeuten und welchen Stellenwert sie in dem Leben vieler junger Menschen einnehmen.

Ehrenpreis: Shirin David räumt zum zweiten Mal den PLACE TO B Award ab

Shirin David hat zudem gerade einen weiteren Preis entgegengenommen. Am Samstag wurde sie mit dem Ehrenpreis des PLACE TO B Awards ausgezeichnet.

Mit PLACE TO B arbeitete Shirin David bereits im Laufe des Jahres zusammen. Die Geburtstagsparty der Rapperin entstand in Zusammenarbeit mit PLACE TO B. Der Preis wird in Kooperation mit der BILD-Zeitung verliehen und sollte in diesem Jahr besonders "Influencer, die sich für gesellschaftlich relevante Themen und Projekte engagieren" in den Fokus stellen. Betont wurde in der Begründung für die Auszeichnung Shirin Davids vor allem ihre Selbstbestimmung und Kreativität.

Shirin David war bei der Verleihung im Axel-Springer-Haus in Berlin sichtlich gerührt und hielt ihre Rede in einer Mischung aus Deutsch und Englisch, deren Meme-Potential zumindest auf Twitter schon ausgenutzt wurde:

2017 nahm sie bereits den Preis in der Kategorie "YouTube" entgegen.

"Supersize" landete an der Spitze der Charts

Zuletzt präsentierte die Rapperin auch ihren Award von den offiziellen deutschen Charts, den sie für ihr Debütalbum "Supersize" erhielt, das direkt die Spitze der Albumcharts erreicht hat. Shirin David ist damit die erste deutsche Solo-Rapperin, die ein Album ganz vorne in den Charts platzieren konnte. Somit liegt sie völlig richtig, wenn sie auf Instagram verkündet:

"Wir haben heute Deutsche Musikgeschichte geschrieben. [sic]"

Wir gratulieren Shirin David herzlich zu ihren Erfolgen! Wenn ihr sehen wollt, wie sie sich den BAMBI abholt, könnt ihr die Preisverleihung am Donnerstag ab 20.15 Uhr live in der ARD verfolgen.

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Rassismus & Sexismus im Rap: Prinz Pi reagiert auf Kritik & erntet noch mehr Gegenwind

Rassismus & Sexismus im Rap: Prinz Pi reagiert auf Kritik & erntet noch mehr Gegenwind

Von David Molke am 13.11.2019 - 18:24

Prinz Pi steht aktuell in der Kritik. Mit seinen Aussagen über Rassismus und Sexismus im Rap im Rahmen der Diskussion beim New Fall Forum macht er sich wenig Freunde. Stattdessen wird er von vielen Seiten aufs Schärfste kritisiert. Da hilft auch seine ausführliche Reaktion nichts – im Gegenteil. Danach hagelt es eigentlich nur noch mehr Kritik. Hier findest du eine Zusammenfassung der Ereignisse und einen Überblick über die Diskussion.

Prinz Pi kann keinen Sexismus & Rassismus erkennen

Darum geht's: Auslöser der erneuten Debatte sind Aussagen, die Prinz Pi im Rahmen einer Panel-Diskussion beim New Fall-Forum getätigt hat. Eigentlich sollte es darum gehen, welche Hiphop-Werte es gibt. Im Zuge dessen hat Prinz Pi erklärt, er habe in seinen über 20 Jahren in der deutschsprachigen Hiphop-Szene keine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder ähnlichem erlebt.

Das wirkt angesichts der vielen Gegenbeispiele ziemlich unglaublich und weltfremd, mindestens aber betriebsblind oder naiv. Selbst die von Prinz Pi als Positiv-Beispiel angeführte Shirin David hat vor Kurzem noch über Sexismus und Diskriminierung von Frauen im deutschsprachigen Rap und der dazugehörigen Szene geklagt. Sie ist nicht die Einzige. Mit Manuellsen sitzt ein Rapper in der Runde, der immer wieder Rassismus und Diskriminierung anprangert. Manuellsen ist damit ebenfalls nicht allein.

Die Kritik an Prinz Pi: Mangelnde Sensibilität & Ignoranz

Seine Worte sorgen dafür, dass Prinz Pi von sehr vielen Menschen kritisiert wird, die das ganz anders sehen. Sie werfen Prinz Pi unter anderem vor, sich nicht seiner Privilegien bewusst zu sein und den Betroffenen ihre Erfahrungen abzusprechen. Nach dem Motto: Nur weil Prinz Pi das angeblich nicht erlebt hat, heißt es nicht, dass es das nicht gibt.

"Falls ihr euch fragt, was check your privilege ist, das ist es nicht"

Jan Kawelke on Twitter

„Ich hab das nie erlebt, dass in dieser HipHop-Szene jemand diskriminiert wurde, wegen seinem Geschlecht oder wegen seiner Herkunft oder sowas." kann mich nur wiederholen: Falls ihr euch fragt, was check your privilege ist, das ist es nicht https://t.co/7E4ITfzcsF

Mine findet einen viele Aussagen Prinz Pis schlichtweg absurd. Die Rapperin hat ihre Kritik zunächst in einer Insta Story veröffentlicht, die Videos mittlerweile aber nochmal veröffentlicht. Unter anderem wirft sie Prinz Pi vor, dass er es eigentlich besser wissen müsste. Sie erklärt ihm auch, dass "das ist einfach so" kein gutes Argument ist. Abschließend gibt sie noch zu bedenken, dass das Aussehen bei Frauen im Rap immer (noch) eine größere Rolle spielt als bei Männern.

"Und von Homophobie und Transphobie im Deutschrap will ich erst gar nicht anfangen. [...] Das gehört nämlich auch zur Diskriminierung. Aber da kann wirklich keiner leugnen, dass es das gibt. Hoffe ich zumindest."

Mine on Twitter

(2/2) meiner Aussage https://t.co/khs0C9CZGr

Johann Voigt wirft Prinz Pi mangelnde Sensibilität und Ignoranz vor. Rapper droppen immer wieder das N-Wort und es gibt sowohl Antisemitismus als auch Antiziganismus, nicht nur in Raptexten. Prinz Pi hätte laut Johann Voigt einfach nur mit Frauen aus der Szene sprechen müssen, um genug über Sexismus zu hören. Auch mit der "romantisierten HipHop-Unity-Erzählung" müsse Schluss sein.

"Ich bin der Meinung, dass es nicht möglich ist, in 20 Jahren in der HipHop-Szene weder Rassismus noch Sexismus zu beobachten, außer man will es nicht sehen."

Johann Voigt on Twitter

Die Aussage von Prinz Pi zeugt von mangelnder Sensibilität gegenüber diesen Themen. Ich bin der Meinung, dass es nicht möglich ist, in 20 Jahren in der HipHop-Szene weder Rassismus noch Sexismus zu beobachten, außer man will es nicht sehen.

Johann Voigt on Twitter

@ToxikKargoll @arianejati @MalcolmOhanwe Letzter Gedanke: Manuellsen singt, macht Schnarchgeräusche, ist ignorant, während eine Frau aus dem Publikum spricht. Beim Typen danach nicht. Prinz Pi hätte, wäre er nicht schon gegangen, live Zeuge von "Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in der HipHop-Szene" werden können

Prinz Pi hat offenbar gar nicht so viel Ahnung von Klassik, wie es scheint. Jedenfalls stimmen seine Aussagen über Bach, Mozart und Verdi wohl nicht mit der Realität überein, auch wenn er sie sehr überzeugend vorgetragen hat.

Giselle Ucar on Twitter

@JanKawelke Auch kompletter Schwachsinn: Pi's Klassik-Rant! Denn: -Bach hat keine Symphonien komponiert -Mozart hat den Adel in seinen Opern wie kein anderer auf die Schippe genommen -Verdi's "Liebesschnulzen" sind voll von Sozial- u. Gesellschaftskritik Ich höre weiter Klassik UND Rap!

Prinz Pi reagiert auf seine Kritiker mit einem Gast-Kommentar

Auch auf rap.de und bei Noizz wurden Prinz Pis Aussagen kritisiert. Einmal heißt es da, dass Prinz Pis Aussagen zur angeblich klassenlosen Hiphop-Gesellschaft ziemlich großer Quatsch sind. Auf der anderen Seite werden jede Menge Beispiele geliefert, die das Sexismus-Problem im deutschsprachigen Rap verdeutlichen.

Prinz Pi entschuldigt sich aber nicht, sondern verfällt in eine Art Selbstverteidigungsmodus. Dabei geht er zum Angriff über, indem er Mine Rassismus vorwirft und inszeniert sich gleichzeitig als Opfer. Von Einsicht oder dem Willen, die Kritik anzunehmen, fehlt jede Spur. Hier könnt ihr euch seinen Kommentar in voller Länge durchlesen.

Prinz Pi antwortet auf die Kritik an seinen Aussagen (Gastkommentar) - rap.de

In einem Artikel unter der Überschrift „Prinz Pi ruft die klassenlose Gesellschaft aus? Einspruch!" kritisierte unser Autor Jonas Heuten kürzlich einige Aussagen, die Pi in einer Diskussionsrunde machte. In einem ausführlichen Gastbeitrag antwortet ihm dieser nun - und bezieht sich dabei auch auf die Kritik von Till Boettcher, die dieser in einem Artikel auf noizz.de geübt hatte sowie auf die Instagram-Stories von Mine (inzwischen leider gelöscht).

Noch mehr Gegenwind: Es hagelt erneut Kritik nach Prinz Pis Antwort

Weil Prinz Pis Reaktion hinter den Erwartungen vieler Kritiker zurück bleibt, gibt es erneut entsprechende Reaktionen. Da wären zum Beispiel diverse Tweets von Künstlern und Künstlerinnen wie 3Plusss, Lady Bitch Ray, Amewu oder Mine. Sie begegnen Prinz Pi in erster Linie mit Argumenten und Gegenbeispielen, aber auch Unverständnis.

"1. Gibt es Rassismus trotz nachweislicher Erfolge von Rapper*innen of Color & Schwarzen Rapper*innen in Deutschland
2. Ist Sexismus im Rap trotz der Erfolge von (wenigen) weiblichen Rapperinnen strukturell"

Lady Bitch Ray on Twitter

Die Behandlung von SEXISMUS in @prinzpi23 s Artikel greift für mich etwas zu kurz: Der Erfolg von Rapperinnen wie Juju, Loredana & S. David ist zwar eine schöne Entwicklung, aber es kann nicht den jahrzehntelang vorherrschenden, strukturellen Sexismus im Deutschrap auslöschen

Lady Bitch Ray on Twitter

amp; zur Kritik von „Mine" in deinem Artikel, lieber @prinzpi23 : Ich denke nicht, dass sie dir deine Meinung absprechen will, sondern Kritik üben an deiner Perspektive als weißer cis hetero-Mann, der Rassismus relativiert (so kommt es in dem 1. Videoausschnitt rüber)

Amewu on Twitter

@mzeeRalle weiß gar nicht warum da so intellektuell diskutiert wird. Sein Abschlusssatz war einfach traurig. Wer in 20 Jahren HipHop-Szene keine Diskriminierung von Frauen mitbekommen hat, den scheint das Thema einfach nicht groß zu interessieren.

Mine on Twitter

(2/4)

Mine on Twitter

(4/4)

Journalist*innen und Autor*innen melden sich ebenfalls erneut mit harscher Kritik zu Wort. Der Grundtenor lautet: Prinz Pi hat offensichtlich keine Ahnung von diesem Thema und anscheinend leider auch kein Interesse, etwas daran zu ändern. Die Erzählung vom angeblichen Rassismus gegen Weiße wird am heftigten zurückgewiesen.

"Könnten wir uns ein für alle mal darauf einigen, dass es keinen umgekehrten Rassismus gibt? Da im Artikel auch gerne mit Buchbeispielen gearbeitet wird, gerne auch hierzu eines: Alice Hasters – Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten"

Miriam Davoudvandi on Twitter

könnten wir uns ein für alle mal darauf einigen, dass es keinen umgekehrten rassismus gibt? da im artikel auch gerne mit buchbeispielen gearbeitet wird, gerne auch hierzu eines: alice hasters - was weiße menschen nicht über rassismus hören wollen, aber wissen sollten https://t.co/wLmvSk35LU

Juri Sternburg on Twitter

Das schlimmste an diesem Text ist nicht der Inhalt. Es ist die gefühlte Überlegenheit des Autors aufgrund des angeeigneten Inhalts einiger der grundlegendsten Bücher der Welt. Für wie unglaublich dumm muss man seine Kritiker und Fans halten, wenn man denkt diese Antwort wäre gut?

Johann Voigt on Twitter

Es geht bei der Kritik an diversen Rappern nicht darum, auf Rap rumzuhacken, sich wichtig zu machen oder "die nächste Sau durchs Dorf zu jagen", sondern darum, gefährlichen und diskriminierenden Aussagen von Rappern zu widersprechen, die sie auf ein riesiges Publikum loslassen.

In einem ausführlichen Artikel fasst Vice die Aussagen Prinz Pis sowie die Kritik daran nochmal zusammen und bescheinigt dem Rapper, total daneben zu liegen. Prinz Pi scheine nicht zu verstehen, dass "die Rapszene kein hermetisch abgeriegelter Raum ist, sondern ein Teil der Gesellschaft, in dem Rassismus präsent ist".

"Dass es keinen sogenannten umgekehrten Rassismus gibt, ist wissenschaftlicher Konsens. Gruppenbezogene Feindlichkeit gegen Weiße, wohlsituierte Friedrichs existiert nicht. Sie sind nicht strukturell benachteiligt, haben aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe nichts zu befürchten, werden nicht unterdrückt, nicht systematisch ausgegrenzt."

"Dass Prinz Pi sich überhaupt geäußert hat, ist gut. Wie er sich geäußert hat, spricht gegen ihn. Wahrscheinlich sollte er andere Bücher lesen. Bücher, die ihm Rassismus erklären. Dann würde er verstehen, dass er ganz sicher nicht das Opfer ist, sondern Teil des Problems."

Wie siehst du die ganze Angelegenheit?

Welche Werte hat Hiphop? Manuellsen, Prinz Pi, Aria & mehr diskutieren (New Fall Forum)

Zurück zum Grundsätzlichen: Was zählt eigentlich zu den Werten der Hiphop-Kultur? Das New Fall Forum beim diesjährigen New Fall Festival gab die Möglichkeit, genau diese Frage zu diskutieren.


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