Shift 2 Unleashed (PS3)
Need for Speed ist die klassische Arcadereihe. Einsteigen, Gas geben, Spaß haben, das war bisher die Devise, wenn man sich auf Need for Speed eingelassen hat. Eine Ausnahme in der Spielreihe stellte Shift dar, welches sich auf die Fahne geschrieben hatte realistischer zu sein. Zugegebenen, Shift und auch Shift 2 Unleashed erreichen nicht den Realismusgrad eines Gran Turismos , doch in wie weit wirkt sich der Stilbruch in der Serie aus? Eines muss gleich gesagt werden: Der Umstieg vom letzten Need for Speed, Hot Pursuit , fällt schwer. Dafür ist das Fahrerlebnis zu unterschiedlich, denn auch wenn Need for Speed: Shift 2 Unleashed keine 100%ige Simulation ist, ist der Simulationsanteil sehr hoch und so wirkt sich eben jede Unebenheit in der Strecke aus, jeder Fahrfehler wird bestraft. Wer, wie ich, direkt von Hot Pursuit auf Unleashed umsteigt, benötigt erst einmal Zeit, um sich an das Fahrverhalten der Boliden zu gewöhnen. Apropos Boliden: Hatte der Vorgänger magere 70 in der virtuellen Garage stehen, verdoppelt Need for Speed: Shift 2 Unleashed den Fuhrpark und stellt über 140 Autos zur Auswahl. Darunter lahme Gurken wie der Golf GTI bis hin zum sportlich, schnellem Audi R8. Die Luxuskarossen von Mc Laren, Koenigsegg, Bugatti, Pagani und Lamborghini dürfen natürlich ebenso wenig fehlen.

Bevor man allerdings ins erste Spiel einsteigt, bekommt man Need for Speed: Shift 2 Unleasheds größte Schwäche zu Gesicht: Die Menüs. Die Menüführung im ganzen Game ist derart umständlich und verschachtelt, dass einem fast die Haare zu Berge stehen. Da man zu Beginn des Games mit seiner mageren Kohle ein erstes Auto kaufen muss, gilt es, sich die Fahrzeugdaten genau anzuschauen. Diese finden sich im Untermenü zum Fahrzeugwechsel. Schlimmer noch ist das Tuningmenü. Während das reine Fahrzeugtuning zwar etwas unglücklich umgesetzt wurde, ist das optische Pimpen viel zu umständlich. Wer sich den Vorgang mehr als einmal antut, ist schmerzfrei.    

Doch genug gemeckert, denn Need for Speed: Shift 2 Unleashed ist kein schlechtes Game, wie der kurze Blick auf die Wertungsmarke zeigt. Wie bereits erwähnt warten über 140 schön detailliert designte Boliden darauf auf fiktiven (London, Tokyo, Schanghai) oder realen (Nürnburgring, Circuit de Calaunya, Dubai) Rundkursen beherrscht zu werden. Im Gegensatz zu Hot Pursuit gibt es allerdings keine Regenrennen. So darf man lediglich bei Tag, Abend und Nacht über die Pisten brettern, wobei die Abendrennen mit tief stehender Sonne gerne mal blenden und die Nachtrennen mit unglaublicher Atmosphäre aufwarten. Eine ganz besondere Atmosphäre bietet zudem die Helmkamera. Wer sich noch an die unglaubliche Innenansicht von Shift erinnert, wird bei Need for Speed: Shift 2 Unleashed mit einer besonderen Neuerung überrascht. Der Spieler blickt direkt aus dem Helm des Fahrers nach Außen. Das bedeutet natürlich, dass der Rand des Helmes die Sicht begrenzt. Hinzu kommt, dass die Kamera der Bewegung des Kopfes des Fahrers folgt, was nicht immer gleich der Bewegung des Fahrzeuges sein muss. Zu Beginn fällt es schwer, sich auf diese Ansicht einzulassen, da das Fahrgefühl ein gänzlich anderes ist, allerdings hat man selten so sehr das Gefühl gehabt, live dabei zu sein, als mit dieser Ansicht. 

 

Die Rennen selbst fahren sich allerdings auch ohne die Helmkamera sehr anspruchsvoll. Vor allem auf höherem Schwierigkeitsgrad drehen die Gegner auf und teilen uns regelmäßig mit, dass sie uns nicht mögen. Neben harten Positionskämpfen, schrecken diese auch nicht davor zurück, kurze, aber fatale Stöße, zu verteilen. Ausflüge ins Kies sind da keine Seltenheit, Bisse ins Joypad ebenso wenig, denn eine Rückspulfunktion wie in F1 2010 gibt es nicht. Hat man nach einem Crash oder Kiesausflug sein Fahrzeug wieder auf die Piste gebracht, wundert man sich mitunter. Während bei richtigen Unfällen wild Wagenteile durch die Gegend fliegen, sieht man nach kleineren Remplern rein gar nichts. Hier ist das Schadensmodell zu wenig balanciert, doch solange die Kiste rollt, soll das erstmal nicht stören.

Bewertung:
5 von 6

Fazit:
Need for Speed: Shift 2 Unleashed
ist sicherlich kein perfektes Rennspiel und auch kein Gran Turismo-Ersatz, aber Shift 2 Unleashed ist großes Kino. Die Rennen fahren sich spannend,die Helmkamera ist schlichtweg der Shizznit (wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat), auf der anderen Seite stehen sehr aggressive Konkurrenten und eine unglaublich umständliche Menüführung. Unterm Strich bleibt Shift 2 Unleashed aber ein packendes und motivierendes Rennspiel.

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Need for Speed: Hot Pursuit [Review]

Need for Speed: Shit [Review]