Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ist heute ein Prozess gegen die Witwe von Denis Cuspert alias Deso Dogg angelaufen. Unter dem Namen Abu Talha al-Almani trat der frühere Berliner Rapper immer wieder in Propaganda-Videos als Kämpfer für den Islamischen Staat in Erscheinung. Seiner Ehefrau wird nun unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Deso Doggs Witwe bestreitet IS-Mitgliedschaft

Die 35-jährige Angeklagte soll 2015 ihrem damaligen Mann nach Syrien gefolgt sein. Ihre drei kleinen Kinder habe sie ebenfalls in das umkämpfte Land gebracht. Vor Ort habe sie sich dann der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen. Ihre Kinder seien nach IS-Ideologie erzogen worden. Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes habe sie dort schließlich Denis Cuspert geheiratet, der Medienberichten zufolge 2018 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen ist.

Der Aufenthalt in Syrien habe laut Anklage die "körperliche und psychische Entwicklung" der Kinder gefährdet. Auch wird der Beschuldigten zur Last gelegt, eine Kalaschnikow besessen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht hier eine "Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht" sowie einen "Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz."

Ferner prüft das Gericht, ob die Angeklagte versucht hat, per E-Mail weitere Frauen für den IS anzuwerben. Damit nicht genug: Die beschuldigte Deutsch-Tunesierin soll eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben. Der Anwalt der Angeklagten bestreitet dieses Verbrechen. Er betont, dass das betreffende Mädchen "ein Gast wieder jeder andere" gewesen sei. So berichtet es der NDR.

Der Anwalt lässt darüber hinaus verlauten, dass sich seine Mandantin lediglich um die Kinder gekümmert habe und dies die Pflicht einer Mutter sei. Dadurch werde sie nicht automatisch zu einer Terroristin.

Im September 2019 wurde die Frau verhaftet. Vorher lebte sie laut NDR drei Jahre "unauffällig" in einem Hamburger Stadtteil. 2016 hatte sie Syrien wieder den Rücken gekehrt.

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1 Jahr nach Hanau: Chefket startet Charity-Aktion

1 Jahr nach Hanau: Chefket startet Charity-Aktion

Von Michael Rubach am 17.02.2021 - 15:15

Der rechtsextreme Terroranschlag von Hanau jährt sich am kommenden Freitag zum ersten Mal. Am 19. Februar 2020 wurden neun Menschenleben von einem rassistischen Täter ausgelöscht. Im Rahmen des Gedenkens an die Opfer releast Chefket nun einen Charity-Song. Er möchte mit der Aktion Spenden für die Angehörigen sammeln. Ebenso fordert er politische Solidarität sowie Sichtbarkeit.

Chefket gedenkt Hanau-Opfern: Per Spende zum Charity-Track

Azzi Memo, der selbst aus Hanau stammt, hat mit "Bist du wach?" kurz nach den Morden einen vielbeachteten Benefizsong auf die Beine gestellt. Nun zieht Chefket nach, um ganz konkret die Initiative 19. Februar Hanau zu unterstützen. Die Hilfe der Initiative erfolgt in Form von Rechtsberatung, der Übernahme von Anwaltskosten, durch psychologischen Beistand, Umzugshilfe oder finanzielle Unterstützung sowie unabhängiger Aufklärung.

Wie man an Chefkets noch unveröffentlichten Charity-Track kommt, erklärt der Rapper auf Instagram. Die simple Kurzfassung: spenden, screenshotten und taggen. Wer sich an den Plan hält, bekommt den Song zugeschickt. Auf Instagram führt Chefket den Ablauf ausführlicher aus. Eine kurze Hörprobe steht ebenfalls dort bereit.

Später soll der Song zudem auf allen gängigen Streaming-Plattformen landen. Chefket hat bei seiner Aktion einige Supporter an seiner Seite. Neben Rapper Roger Rekless und Creative Director Aaron Night setzt sich außerdem der Mitgründer von Viva con Aqua Michael Fritz für das Projekt ein:

"Ich feiere alle MusikerInnen, die Ihre Gabe nutzen Menschen zu emotionalisieren mit Hilfe der universellen Sprache der Musik – um zu aktivieren, umzudenken und aufzurütteln! Danke an alle die so laut sind und klar Kante zeigen im alltäglichen Kampf gegen rechte Gewalt in Deutschland und darüber hinaus."

Chefket zeigt mit seiner Aktion eine solche unmissverständliche Haltung. Es geht "gegen rechten Terror, Behördenversagen und Rassismus. Für Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen". Gegen das Vergessen – say their names:


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