Petition will eine Haftbefehl-Straße in Offenbach erwirken

Was der Tod von George Floyd angestoßen hat, lässt aktuell in etlichen Ländern Menschen über Rassismus in der Gegenwart und der Vergangenheit nachdenken. Denkmäler von kolonialistischen Kriegstreibern werden versenkt, Straßennamen und mehr werden historisch eingeordnet und überdacht. So auch in der Stadt Offenbach am Main, zu deren berühmtesten Söhnen Haftbefehl zählt.

Bismarckstraße in Offenbach soll umbenannt werden

Eine derzeit noch relativ kleine Petition mit etwa 550 Unterschriften möchte nun der Bismarckstraße an den Kragen und wirft die Namen Haftbefehl-Straße oder Erwin-Kostedde-Straße in den Raum. Erwin Kostedde wurde 1974 zum ersten Schwarzen Spieler in der deutschen Fußballnationalmannschaft. Wer Haftbefehl ist, solltet ihr wissen.

Die Kritik am Vermächtnis des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck (1871-1890) liegt wie bei vielen Denkmälern und Straßen in der Kolonialisierung Afrikas. Man sagt zwar ihm zwar nach, persönlich kein Fan des Kolonialismus gewesen zu sein. Dennoch ist er der Gründer des deutschen Kolonialreichs gewesen: Unter seiner Führung wurde durch den Erwerb von Territorien in Afrika und im Pazifik der Grundstein gelegt. Den Menschen dort brachte der weiße Mann aus Deutschland Tod, psychisches, physisches, kulturelles und historisches Leid sowie jahrzehntelange Ausbeutung, deren Folgen diese Länder bis heute mitprägen.

"Die Stadt hat vor ein paar Jahren einen kurzen Weg im Büsingpark in Regina-Jonas-Weg umgetauft. Eine herausragende Frau, die in Offenbach 1935 die erste Rabbinerin weltweit (!) wurde, und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Otto von Bismarck hingegen hat mit der von ihm 1884/1885 in Berlin organisierten Kongokonferenz die Kolonisierung Afrikas organisiert und ist damit für das Leid und die Ermordung von Millionen von Menschen (mit)verantwortlich. Auch außerhalb dieser Konferenz war er ein Kriegstreiber. Eine der größten und wichtigsten Ost-West-Verkehrsstraßen in Offenbach ist nach ihm benannt." – Auszug aus der Petition

Haftbefehl-Straße direkt am Offenbacher Hauptbahnhof?

Dem Initiator der Petition geht es darum, alle Offenbacher über den neuen Straßennamen abstimmen zu lassen. Die zentrale Ost-West-Verbindung, die aktuell noch Bismarckstraße heißt, liegt direkt am Hauptbahnhof. Hafti und Kostedde sind erstmal nur Vorschläge.

"Bin natürlich für alle Vorschläge offen. Ach, und weil es hier ja um Demokratie geht, sollten natürlich alle Offenbacher*innen über die neuen Namen abstimmen."

Unterschreiben könnt ihr übrigens hier:

HAFTBEFEHL GEGEN BISMARCK | Umbenennung der Bismarckstraße in Erwin-Kostedde- oder Haftbefehl-Straße - Online-Petition

Endlich wird der Kolonialismus kritisch angegangen und Geschichte neu betrachtet. Nein, Kolumbus hat Amerika nicht "entdeckt" und nein, ägyptische Statuen in Nationalmuseen haben nichts von Indiana Jones sondern sind Raub.

Es ließe sich sicher auch darüber diskutieren, ob die Chancen auf eine Aykut-Anhan-Straße nicht höher wären. Das steht aber gar nicht so sehr im Fokus wie ein Umbruch in der Art und Weise, wie man einflussreicher Persönlichkeiten der Vergangenheit gedenkt. Und an diesem Punkt dürfte es – ganz abgesehen vom zu einfach zu ignorierenden Wesen vieler Online-Petitionen – schwierig für das Unterfangen werden.

Wer seinem Hund ein Geschirr mit der Aufschrift "Deutsche Ehre" kauft, rechte Parteien wählt, sich von der Bild mit Panik vor Zuwanderung anstecken lässt oder ähnliches, der wird vermutlich auch Bismarck nicht kritisch gegenüber stehen. Im Geschichtsunterricht hören die meisten von seinen Errungenschaften. Wie er durch Kriege mit diversen Nachbarn das deutsche Reich und geformt habe. Wie toll seine Bündnispolitik gewesen sein soll. Und ja, auch dass er mit Versicherungen die Basis für den Sozialstaat gelegt hat. Solche Sachen. Wie viele Leben durch seine Politik (in Europa und Afrika) ihr Ende fanden, ist in den meisten Lehrplänen maximal eine Randnotiz.

Sollte es zur Umbenennung der Straße kommen, könnte davon eine sehr spannende Signalwirkung ausgehen. Bismarckstraßen und -Plätze gibt es in jedem noch so kleinen Kaff in Deutschland. Dementsprechend werden Imbissbuden, Apotheken und andere Geschäfte ebenfalls nach Bismarck benannt. Der Name ist omnipräsent.

Im Projekt tearthisdown sind diese Straßen, Wege und Plätze gar nicht aufgeführt und trotzdem findet man dort eine Deutschlandkarte, die schon jetzt voller kolonialer Überbleibsel ist. Es gibt einiges zu tun in Deutschland.

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Haftbefehl kündigt neues Album für 2020 an & regt sich über Zeitung auf

Haftbefehl kündigt neues Album für 2020 an & regt sich über Zeitung auf

Von David Molke am 23.07.2020 - 15:58

Haftbefehl meldet sich in mehreren Insta Storys zu Wort und rechnet mit der Bild ab. Gleichzeitig erklärt er, die Leute sollten lieber nicht alles glauben, was in der Zeitung steht und anschließend stellt er auch noch überraschend ein neues Album in Aussicht. Das soll sogar noch innerhalb dieses Jahres erscheinen.

Haftbefehl: "Glaubt nicht, was in der Zeitung steht"

Haftbefehl soll sich angeblich selbst ins Bein geschossen haben. Zumindest berichtete das die hessenschau zunächst, was von vielen anderen Medien aufgegriffen wurde. Aber Haftbefehl meldet sich jetzt zu Wort und erklärt, die Leute sollten lieber nicht glauben, was in der Zeitung steht.

Was genau da vorgefallen ist, steht also immer noch nicht fest. Eigentlich wissen wir nur, dass ein 34-jähriger Mann mit Schussverletzung in ein Krankenhaus kam, bei dem es sich angeblich um Haftbefehl gehandelt haben soll. Der hat wenig später zumindest ein Foto veröffentlicht, das ihn mit einem Verband am Bein zeigt.

Das würde zwar dazu passen, dass er der Mensch war, um den es in dem Beitrag ging. Aber wie genau die Verletzung zustande gekommen ist, bleibt weiterhin unklar. Es gibt zwar Berichte, dass Haftbefehl unter Einfluss von Drogen wie Alkohol gestanden haben soll, als er sich angeblich selbst verletzt hat, aber sicher ist das nicht.

Haftbefehl liegt offenbar mit Schusswunde im Krankenhaus

UPDATE vom 20. Juli: Haftbefehl hat auf Instagram auf die Meldungen zu einer mutmaßlichen Schussverletzung reagiert. In aller Knappheit schrieb...

In seiner heutigen Insta Story regt sich Haftbefehl ausführlich über die Bild auf. Die habe salopp gesagt einfach keine Ahnung, wovon sie rede. Erst recht, wenn es um die Einnahmen und den Verdienst von Haftbefehl gehe, sowie um seine Zahlen. Bei ihm sei es noch nie um Zahlen gegangen und das werde es auch nie.

Haftbefehl betont mehrfach, dass er kein Pop-Artist sei und auch keine Mainstream-Musik mache. Schon allein darum ließen sich seine Zahlen nicht mit anderen Künstler*innen vergleichen. Außerdem habe er noch nie Klicks gekauft. Er betont stattdessen, wie viele Künstler er schon rausgebracht hat, die jetzt immer noch erfolgreich sind.

Haftbefehl stellt neues Album noch für 2020 in Aussicht

Im selben Atemzug kündigt der Rapper dann überraschend ein neues Album an, das sogar dieses Jahr erscheinen soll. Das war es dann leider auch schon, mehr verrät er dazu nicht. Dass ein neues Hafti-Album in Arbeit ist, wurde schon mal angedeutet.

Die Ansage kommt natürlich einigermaßen überraschend, weil Haftbefehl sich in letzter Zeit eigentlich immer sehr viel Zeit für neue Musik gelassen hat. Sein neuestes Album "Das Weisse Album" ist außerdem gefühlt gerade erst erschienen.

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