Now Is Her Time: Pharrell & Adidas kämpfen mit neuer Kollektion für Frauenrechte

Adidas und Pharrell Williams präsentieren eine neue Kampagne mit dem Titel "Now Is Her Time". Sie hat das Ziel, Frauen auf der ganzen Welt zu ermutigen und zu unterstützen.

Auf der Kampagnenseite schreibt Adidas, dass die Bühne des Rappers und Produzenten genutzt werden soll, um die Reichweite von Frauen zu vergrößern. Die Menschen, die an der Kampagne teilnehmen reichen von Künstler*innen bis zu Aktivist*innen, die sich alle für Themen wie Geschlecht, S*xualität, s*xuelle Rechte, Herkunft und Gleichberechtigung einsetzen.

Collier Schorr fotografiert Aktivist*innen und Künster*innen

Verantwortlich für die Bilder der Kampagne war Collier Schorr. Der amerikanische Künstler und Fotograf setzte dabei nicht das erste Mal Menschen für diesen Zweck in Szene.

adidas Originals | Pharrell Williams | NOW IS HER TIME

NOW IS HER TIME A collection of unisex shoes in partnership with @Pharrell, told by many voices. Available soon. #adidasPharrellWilliams. See more at adidas.com/pharrell

Dabei war unter anderem Patrisse Cullors, die Mitgründerin von "Black Lifes Matter". Die Bewegung setzt sich in den USA seit 2013 gegen Gewalt an Schwarzen ein. Auch Nadya Okamoto kam im Zuge der Kampagne zu Wort. Sie ist die Gründerin der Organisation "Period", die dafür kämpft, dass jede Frau Zugang zu Mentruationsprodukten hat.

Das bekannte Model Isabela Rangel Grutman sagt über ihr feminstisches Engagement:

"Ich bestärke meine Töchter, indem ich ein gutes Vorbild bin."

Der britische Schauspieler Reggie Yates möchte Frauen ebenfalls unterstützen:

"Gleichberechtigung kommt, wenn wir zuhören. Gleichberechtigung kommt, wenn wir handeln."

Insgesamt wird auf den Kampagnenbildern deutlich, dass "Diversity" nicht nur ein leeres Label für den Verkauf einer Kollektion ist. Es kommen Männer und Frauen mit verschiedenen Hautfarben, Körperformen und Religionen zu Wort. Eine notwendige Abwechslung zum sonstigen Werbungseinheitsbrei.

Männer, Frauen, Kinder & Babys: Mode für alle

Mit der Kampagne wird auch eine Modekollektion erhältlich sein. Dabei wird auch deutlich, dass es keinesfalls, wie von Feminismus-Kritiker*innen oft befürchtet, um das Ausschließen von Männern geht. Nadya Okamoto sagt dazu:

"Feminismus ist ein anderes Wort für Gleichberechtigung."

Aus diesem Grund besteht die Kollektion ausschließlich aus Mode für alle Geschlechter. Die Kleidungsstücke sind also alle unis*x. Doch die Kollektion durchbricht nicht nur Geschlechtergrenzen. Die Zielgruppe wird noch mehr erweitert. Neben Erwachsenen können auch Kinder und Babys ihre Einstellung zum Feminismus nach Außen präsentieren.

Sneaker in bunten Farben im Fokus

Im Mittelpunkt der Kollektion stehen verschiedene Sneaker-Modelle in leuchtenden Farben. Das Farbspektrum reicht dabei von pink, blau, grün, gelb, orange bis zu lila. Für Menschen, die es weniger knallig mögen, gibt es auch die Möglichkeit, sich zwischen schwarz, grau und weiß zu entscheiden. Zudem ist die Modellauswahl nicht weniger umfangreich. Von hochgeschlossen Schuhen bis hin zu einer Variante der Adilette sind die bekannten Hu-Modelle aus vorherigen Kollektionen, die in Kooperation von Pharrell und Adidas entstanden sind, auch dieses Mal vertreten.

Bei dem höchsten Modell fallen vor allem die zwei großen Schlaufen vorne und hinten auf. Die vordere Schlaufe zieht sich über den gesamten Sneaker und ist mit einem großen Schriftzug versehen. Auf jeweils einem Schuh sind "Gratitude" und "Empathy" zu lesen. 

Die Farbtöne auf dem Schuh sind aus einem Farbschema. Aus diesem Grund wirkt der Sneaker trotz der Verwendung verschiedener Materialien ruhig.

Ein weiteres Modell ist knöchelhoch und zeichnet sich ebenfalls durch einen Schriftzug aus. Vorne auf dem Modell ist jeweils in weißer Schrift "Hu" zu lesen.

Erneut ergibt sich ein harmonisches Farbschema.

Das graue, schwarze sowie das weiße Modell weichen von dieser Farbgebung ab und präsentieren somit ein noch einheitlicheres Bild. Hier sind die Schnürsenkel und der Schriftzug jeweils in der Farbe des Schuhs gehalten.

Die Kollektion hält auch ein Modell bereit, dass den Schriftzug dezenter auf der Zunge des Schuhs platziert. Hier fällt die hohe, weiße Sohle ins Auge. Auch die Schnürsenkel sind in weiß gehalten. Adidas hat für diesen Sneaker mit Stoff gearbeitet und auf Materialwechsel verzichtet.

Einen besonderen Charme haben diese Sneaker für die kleinsten Käufer*innen der Kollektion.

Auch einen luftigen Schuh im Stil einer Sandale wird im Zuge der Kollektion präsentiert. Hier ist wieder eine "Hu" -Stickerei auf der Sandale zu finden, die sich durch die gesamte Kollektion zieht. Dieser Schriftzug ist Ton in Ton mit dem Grundton der Sandale gehalten.

Ein Blick in die Schuhe zeigt eine liebevolle Gestaltung der Sohle, die zusätzlich noch einen Bildungsauftrag erfüllt.

Das wohl ungewöhnlichste Modell der Kollektion ist farblich zunächst einheitlich gehalten. Sowohl die großen Schriftzüge als auch die auffällig gewickelten Schnürsenkel haben die gleiche Farbe wie der Sneaker. Dennoch heben sich die Stickereien deutlich ab und unterscheiden sich zudem abhängig davon, welche Farbe man wählt.

Hosen und Shirts mit bunten Akzenten

Die Kollektion besteht nicht ausschließlich aus Sneakern, sondern hat das Farbschema auch auf Kleidungsstücken umgesetzt. Die Schriftzüge von den Schuhen haben es ebenfalls auf die sportlichen Ober- und Unterteile geschafft.

Zum einen bringt Adidas Hoodies auf den Markt. Hier wird es ein weißes Modell geben, das sich durch eine gelbe Kapuze und bunte Schriftzüge an den Ärmeln auszeichnet. Unter dem schlichten, weißen Reißverschluss befindet sich das Hu-Logo, um das ein buntes Dreieck gezeichnet ist.

In einem ähnlichen Design wird zudem ein T-Shirt erhältlich sein. Besonders in der gelben Variante stechen hier auch die typischen Adidas-Streifen auf der Schulter ins Auge.

T-Shirts gibt es noch in zwei weiteren Designs und auch ein weiterer Hoodie wird erhältlich sein. Dieser kommt dann ohne Reißverschluss aus und besticht vor allem mit einem auffälligen Schriftzug in bunten Buchstaben.

Hosen gibt es in drei verschiedenen Längen, die ein ähnliches Design haben. Die langen Hosen haben seitlich ebenfalls die markentypischen Streifen, die durch die bunten Schriftzüge "SUN" und "CALM" an der Seite der Waden unterbrochen werden. Auf den Bildern sind wie bei den Sneakern jeweils nur Farbbeispiele zu sehen.

Die Hosen mit der mittleren Länge haben ein ähnliches Design.

Für die kürzeste Hose war für den Schriftzug am Bein kaum Platz. Dafür befindet sich die Schrift auf diesem Modell deutlich weiter oben.

Now Is Her Time: Kollektion ab Ende dieses Monats erhältlich

Zusammenfassend präsentieren Pharrell Williams und Adidas hier eine sportliche Unis*x-Kollektion, die vor allem aufgrund der knalligen Farben auffällt. Besonders die Kleidung besticht durch die Kombination des breiten Farbschemas, während für die Sneaker jeweils eher innerhalb einer Farbpalette designt wurde. Das Konzept insgesamt und das Ziel der Kampagne sind auf jeden Fall unterstützenswert.

Die Kollektion kann ab dem 31. August in einigen Adidas Stores, bei Footlocker und online geshoppt werden.

Fotos: Adidas

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Adidas: Corona-Strategie sorgt für Boykott-Aufrufe & Unverständnis

Adidas: Corona-Strategie sorgt für Boykott-Aufrufe & Unverständnis

Von Michael Rubach am 30.03.2020 - 18:08

Adidas hat kürzlich inmitten der Corona-Krise angekündigt, die Mietzahlungen für ihre Filialen für den April auszusetzen. Auch wenn das Unternehmen diesen Schritt bereits relativiert hat, trägt das Image einen unübersehbaren Schaden davon. Im Internet wird zum Boykott der Weltmarke mit den drei Streifen aufgerufen.

Corona: Adidas macht sich neues Gesetz zunutze

Die Bundesregierung hat kürzlich das sogenannte "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie" erlassen. Dieses soll dazu beitragen, kleine und mittelständische Unternehmen während des aktuellen Ausnahmezustands zu entlasten. Adidas dürfte momentan noch kaum von einer Existenzangst bedroht sein. Der Sportartikelgigant konnte allein 2019 mehrere Milliarden Euro Gewinn erwirtschaften.

Daher macht das Verhalten des Unternehmens für Außenstehende auf den ersten Blick einen fragwürdigen Eindruck. Adidas hat sich dazu entschieden, die Gunst der Pandemie zu nutzen. In der aktuellen Lage lassen sich nämlich Mietzahlungen aufschieben. Nicht gezahlte Mieten stellen vorläufig von Anfang April bis Ende Juni keinen Kündigungsgrund dar. Auch H&M, Deichmann oder Puma orientieren sich an dieser Strategie. Im Spiegel wird eine Sprecherin von Adidas folgendermaßen zitiert:

"Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch."

Ganz so knallhart reizt Adidas den Gesetzesvorteil jedoch nicht aus: Es wird zwischen privaten Vermietern sowie großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds getrennt. Letztere hätten für den Entschluss die Zahlungen auszusetzen "überwiegend Verständnis gezeigt". Privatpersonen sollen hingegen weiter ihre Miete erhalten. Der Unternehmenssprecher Jan Runau erklärt bei tagesschau.de:

"Es geht uns nicht darum, die Miete für den April nicht zu bezahlen. Es geht lediglich um eine Stundung."

Doch die Wirkung der angekündigten Maßnahme ist nicht mehr umzukehren. Aus allen Bereichen der Gesellschaft schlägt Adidas eine Welle der Empörung entgegen.

Boykottaufrufe: Adidas massiver Kritik ausgesetzt

Grade von Seiten der Politik herrscht großes Unverständnis über das Vorgehen von Adidas. Arbeitsminister Hubertus Heil ordnet die Maßnahme im Interview mit dem Handelsblatt als "unverantwortlich" ein und ruft zur Solidarität auf:

"[...] alle sind gefordert, sich nicht wegzuducken."

Die Vizepräsidentin des Europaparlaments Katarina Barley hält von dem Move ähnlich wenig und wird wohl zukünftig auf Adidas-Sneaker im Schuhschrank verzichten:

Katarina Barley on Twitter

Das hier waren übrigens die letzten ⁦@adidas⁩ , die wir gekauft haben. Als globaler Konzern mit 3,2 Milliarden Gewinn 2019 eine Schutzvorschrift für MieterInnen in Existenznot auszunutzen, ist schäbig. #coronavirus ⁦@BMJV_Bund⁩

Ein Münchner Politiker der SPD geht noch ein Stück weiter. Er belässt es nicht bei bloßen Worten. Ein brennendes Shirt soll symbolisch seinen Standpunkt verdeutlichen:

Florian Post on Twitter

Ich kaufe keine adidas-Produkte mehr! Auch Vereine sollten überlegen, wer ihr Sponsoring-Partner künftig und gerade nach der Corona-Krise sein sollte. Hier handelt es sich übrigens um ein altes Polo-Shirt, für die Kleiderspende völlig ungeeignet. #adidas #covid_19 https://t.co/nzpxzneuEd

Doch nicht nur Politiker, sondern auch die Twitter-Community, findet die Maßnahme von Adidas kritikwürdig. Unter dem Hashtag #adidasboykott finden sich Appelle an die Moral sowie jede Menge Ungläubigkeit über den Kurs des Global Players.

Barbara Krause on Twitter

Schade eigentlich! Sie waren richtig gut. Aber für euch @adidas möchte ich keine Werbung mehr machen. #adidasboykott

Wolf is a true super hero on the couch on Twitter

Da kauf ich nichts mehr Und Buycott auch schon programmiert, damit mir ja nichts mehr von den Asozialen untergeschoben werden kann #adidasboykott #adidas #asidas

dabinichwieder on Twitter

@ZDFWATCH @ErhardScherfer Ich erwarte von einem Unternehmer keine Nächstenliebe, sondern soziale Verantwortung. Und die kann man #trigema nicht absprechen! Wohl aber #adidas! Darum #adidasboykott

Die Taz vermutet hinter der Mietaussetzung eine Strategie, um mögliche Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Adidas will demnach auf jeden Fall flüssig bleiben, um keinen Notkredit aufnehmen zu müssen. Dieser würde nämlich Zinsen kosten. Eine Zusatzbelastung, die sich Adidas der Taz zufolge im Wettbewerb eher sparen möchte.

Unternehmenschef Kasper Rorsted kündigte heute an, noch diese Woche Kurzarbeit zu beantragen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung prognostiziert er zudem für den Fortgang der Corona-Pandemie:

"Das wird zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, deutlich schlimmer als in der Finanzkrise 2008/2009."

Verlässliche sowie hilfreiche Informationen zu Corona und COVID-19 stellen zum Beispiel die WHO oder die Webseite der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung. Aktuelle Entwicklungen und Daten finden sich zudem auf der Page vom Robert Koch Institut.


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